
Während einer Forschungsexpedition in die Antarktis verschwindet Henrys Vater, der international anerkannte Anthropologe Donald Wilkins, auf mysteriöse Weise. Kurzentschlossen macht sich Henry gemeinsam mit dem Rettungsteam auf die Suche nach ihm. Schon bald stoßen sie auf Hinweise, die vermuten lassen, dass Dr. Wilkins im ewigen Eis eine phänomenale Entdeckung gemacht hat. Inmitten eines bisher völlig unbekannten Gebirgsmassivs liegt eine gigantische Ruinenstadt die Millionen Jahre alt sein muss, älter als die Menschheit. Doch keiner der Beteiligten ahnt, dass tief unter dem Eis etwas schläft. Etwas Uraltes, Böses. Und nun ist es erwacht … (Frozen-Covertext)
Titel: Frozen – Tod im Eis Autor: Jens Schumacher Verlag: Loewe Seitenzahl: 366 Genre: Thriller Alter: 12+ Erscheinungsdatum: 9. Oktober 2012 Ausgaben: Taschenbuch, E-Book ISBN: 978-3785574713 Sonstiges: –
Frozen – endlich aufgetaut
Den Jugendthriller Frozen von Jens Schumacher habe ich vor über 10 Jahren aus einem öffentlichen Bücherschrank gezogen. Seither lag das Buch gefroren in den Tiefen meines SuB und hat gefühlt 10 Umzüge mitgemacht. Jetzt wurde es endlich aufgetaut und gelesen, um in meinem Bücherregal Platz zu schaffen. Es ist eine spannende Geschichte für junge Leser ab 12 Jahren, die auch mir gut gefallen hat.
Gleich vorneweg, ich mag Expeditions-Geschichten, in denen Gruppen von Entdeckern auf eine Reise ins Unbekannte gehen, um neue Dinge und Welten zu entdecken. Das kann im tiefsten Dschungel sein, auf bekannten oder fremden Planeten, oder auch im ewigen Eis der Polarregionen. Nicht nur fesseln mich dabei die Entdeckungen, die gemacht werden, ich lese auch gerne von dem Widrigkeiten der Reise. Wie schützt sich die Gruppe vor den Gefahren der Reise? Was kämpft sie gegen das Wetter? Wird das Wasser, das Essen, die Energie oder gar der Sauerstoff knapp? Eine gedankliche Reise in die Antarktis wird dann auch besonders spannend, wenn der Autor gut recherchiert hat und sich eng an die tatsächlichen Gegebenheiten hält. Für mich war der Trip durch die Antarktis auch interessant, weil ich selbst dort noch nie war und Jens Schumacher die Ereignisse auf der Expedition und die Gefahren der Reise gut in Worte fassen konnte.
Auf Vaters Spuren
Im Mittelpunkt der Reise an den Südpol steht zunächst Henry. Sein Vater, ein bekannter Anthropologe, ist während einer Expedition ins ewige Eis spurlos verschwunden. Aus diesem Grund schließt sich Henry einer neuen Unternehmung an, die den Weg der ersten Entdeckergruppe nachverfolgen und die Umstände ihres Verschwindens klären soll. Obwohl Henry noch sehr jung ist, gelingt es Jens Schumacher, seine Teilnahme an der gefährlichen Expedition überzeugend darzustellen. Gerade eine jugendliche Hauptfigur eröffnet dem Genre zudem erzählerische Freiheiten – jugendlicher Leichtsinn eingeschlossen. Henry ist dabei ein sympathischer Protagonist, dem man gern folgt. Unterstützt wird er von einer Handvoll erfahrener Wissenschaftler, die ihm in der lebensfeindlichen Umgebung zur Seite stehen. Wie die Geschichte letztlich ausgeht, möchte ich an dieser Stelle nicht vorwegnehmen. Der Aufbau der Handlung hat mir jedoch ausgesprochen gut gefallen.
Zwischen Eis und Mystik
Henrys Expedition ins Eis beginnt nach sorgfältigen Vorbereitungen zunächst überraschend unspektakulär. Die Gruppe macht sich auf den Weg zu jenem Punkt, von dem das letzte Lebenszeichen der vermissten Expedition ausging – ein Ort, der buchstäblich im Nirgendwo liegt. Doch je weiter sie in die weiße Einöde vordringen, desto deutlicher wird, wie gnadenlos und unberechenbar der Südpol sein kann. Schneestürme, klirrende Kälte und die ständige Gefahr, die Orientierung zu verlieren, lassen die Reise rasch zu einer Belastungsprobe werden.
Als die Expedition schließlich den Zielpunkt erreicht, lösen sich die Rätsel keineswegs – im Gegenteil: Sie werden größer. Gleichzeitig gewinnt die Handlung spürbar an Mystik und entwickelt stellenweise eine unheimliche, beinahe beklemmende Stimmung. Sind die Verschollenen überhaupt noch am Leben? Jens Schumacher versteht es, die Spannung unterschwellig und stetig zu steigern.

Kleine Entdeckungen, die Mutmaßungen der Wissenschaftler und Henrys wachsende Sorge um seinen Vater treiben die Geschichte wirkungsvoll voran.
Unerwartet dreht sich die Handlung schließlich ab der Hälfte des Buches in eine völlig unerwartete Richtung. Die Entdeckung einer uralten Ruinenstadt, sowie weitere grauenvolle Spuren der vermissten Polarexpedition, heben die Spannung auf ein neues Level. Ich will hier jetzt nicht mehr dazu schreiben, um nicht zu viel zu verraten. Es sei nur gesagt, dass es zum Teil auch recht blutig zur Sache geht, denn die Ruinenstadt birgt einige dunkle Geheimnisse…
Wer die Möglichkeit hat, sollte das Buch lesen. Leider ist es in der Printausgabe nur noch antiquarisch erhältlich, dort aber zu einem wirklich günstigen Preis. Ein E-Book gibt es auch noch, das im vergleich aber relativ teuer ist (2026).
Mein Fazit zu Frozen von Jens Schumacher

„Richtig spannend mit einigen Überraschungen.“
Insgesamt hat mir Frozen recht gut gefallen. Es war wirklich spannend zu lesen und ich wurde auch bis zur letzten Seite gut unterhalten. Vor allem im letzten Drittel birgt die Handlung ein überschaubares Maß an Gewalt und es kann auch bisweilen etwas eklig werden. Daher wäre das Buch vielleicht nichts für allzu zartbeseitete Gemüter. Trotz alledem bleibt Frozen in meinen Augen ein Jugendthriller, der durchaus das Potential hat 12-jährige (und ältere Leser) zu fesseln. Gut gefallen hat mir zudem das Ende, das für manche kleine Grausamkeit entschädigt. Leseempfehlung von mir!
Jay
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