Worldcon 75 (dritter Tag) – Podiumsdiskussionen und ein Abercrombie-Interview

Für Fans des Steampunk gab es in der Markthalle bei den Händlern einiges zu bestaunen und zu kaufen.

Hallo zusammen.
Der Worldcon hier in Finnland erfreut sich großer Nachfrage. Sie ist so groß, dass es bisweilen schwierig wird in die gewünschten Veranstaltungen zu kommen. Die Sitzplätze sind begrenzt und stehen darf man nicht, denn aus Feuerschutzgründen darf sich nur eine bestimmte Anzahl von Menschen in einem Raum aufhalten. Jede Veranstaltung beginnt zur vollen Stunde und dauert 45 Minuten, dann hat man 15 Minuten Zeit zur nächsten Veranstaltung (oft Podiumsdiskussionen, Lesungen, Vorträge) zu gelangen. Dumm nur, dass dort meist schon eine ganze Schlange auf Einlass wartet und man oft keinen Sitzplatz mehr bekommt. Inzwischen haben die Veranstalter die Zahl der Tagestickets für den Worldcon strickt begrenzt, damit wenigstens die Dauerkartenbesitzer (so wie ich einer bin), die schon vor Monaten bezahlt haben, die Chance haben in die Veranstaltungen zu kommen. Leider klappt es gerade bei den interessantesten Events nicht immer.
Gestern wollte ich, wie schon erwähnt, in die Diskussionsrunde „Die Gefahren des Büchersammelns“. Leider war sie schon voll. Heute wollte ich in „Invented Languages“ – voll. Darin ging es um eigens für eine Fantasiewelt erfundene Sprachen, wie zum Beispiel die Sprache der Elfen in Tolkiens Herr der Ringe. OK, manchmal gibt es interessante Veranstaltungen, die parallel laufen, aber nicht immer, und es ist auch nicht gesagt, dass in denen dann Platz ist.

Noch so ein Stand, wo man für schöne Accessoires einiges an Geld lassen kann.

Drei gute Veranstaltungen konnte ich jedoch heute auf dem Con besuchen und hatte sogar recht gute Sitzplätze. In der ersten ging es um Tiere als Charaktere in der Fantasieliteratur (Animals as characters in Fantasy). Robin Hobb war mit auf dem Podium und ich konnte die ganze Veranstaltung sogar mit der Kamera aufnehmen. Eventuell stelle ich sie demnächst im Blog online. Die Autoren berichteten, wie sie tierische Charaktere entwickeln, sodass sie beim Leser glaubhaft ankommen.
Die zweite Veranstaltung ging es um Science Fiction und Fantasy Clichés, was wirklich sehr lustig war. Der Referent analysierte verschiedene, immer wiederkehrende Stereotypen, auf recht amüsante Weise und untermalte den Vortrag mit vielen interessanten Beispielen. So haben Charaktere in der Fantasyliteratur nicht selten eine „Bestimmung“ (Destiny) oder sind Auserwählte, um großes zu vollbringen (the chosen one). Roboter wenden sich nicht selten gegen ihre Erbauer und entwickeln ein eigenes Bewusstsein, ebenso wie erschaffene Kreaturen, Frankenstein lässt grüßen. Wir hatten viel zu lachen.
Die letzte große Veranstaltung drehte sich darum, ob High Fantasy immer noch für Leser und Autoren relevant ist. Robin Hobb und Scott Lynch (Die Lügen des Locke Lamorra) waren hier mit auf dem Podium und es war durchaus interessant. High Fantasy hat durchaus noch großen Einfluss. Robin Hobb zählte vor allem Tolkiens Werke und die Sagen um König Arthur zu diesem Bereich der Fantasy.

Joe Abercrombie in Helsinki 2017

Heute habe ich bereits um 17 Uhr den Worldcon verlassen, denn in der Akademischen Buchhandlung, in der ich schon vergangenen Dienstag war, gab Joe Abercrombie ein Interview und signierte Bücher. Praktisch für mich, denn der Andrang hielt sich in Grenzen und ich kann die Signierschlange morgen auf dem Worldcon umgehen, da ich schon alle Unterschriften habe. Was mich überrascht hat war die Tatsache, dass Joe Abercrombie mich erkannt hat. Mir scheint, ich war etwas zu oft auf seinen öffentlichen Auftritten, sodass ich wohl einen bleibenden Eindruck hinterlassen habe. Wir haben uns dann auch gut unterhalten. Morgen geht’s weiter. Ich freu mich schon auf weitere Events. :)

Jay

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