Wolfgang Kirchner: Element 8 – Das Flüstern der Erde

Wolfgang Kirchner: Element 8
Taschenbuchausgabe
Shadow Press, 2016

Inhalt

Rätselhafte Dinge geschehen im Flüsterwald, der Heimat der jungen Erdläuferin Narna Feuervogel. Eine uralte Prophezeiung scheint sich zu erfüllen, die von finsteren Zeiten kündet. Als Narna aus ihrem Dorf verstoßen wird, beginnt eine schicksalhafte Reise für sie. Kann sie das Erdvolk vor der dunklen Bedrohung bewahren?

Auch Kreton Morgenwasser, ein pedantischer Vikar mit gespaltener Lippe, hat in einer Vision die Zeichen erkannt. Zusammen mit seinem Gehilfen Talias und dem schrulligen Forscher Kornilius macht er sich auf die Suche nach einem verschollenen Artefakt, das ihm die Macht verleihen soll, die Welt zu retten. Doch die Schatten sind näher, als er glaubt … (Klappentext)

Infos zum Buch

Titel: Element 8 – Das Flüstern der Erde  Autor: Wolfgang Kirchner Verlag: Shadow Press
Reihe: Element 8 Seitenzahl: 434 Erste Auflage: 16. März 2016 Ausgaben: Taschenbuch, E-Book  ISBN: 978-3950422313 Sonstiges: Landkarte und Glossar

Infos zum Autor

Element 8 – Das Flüstern der Erde ist der Debütroman des österreichischen Autors Wolfgang Kirchner und gleichzeitig der erste Band einer Fantasyreihe, die er bei Erfolg fortführen wird.

Meine Meinung zum Buch

Als mich Wolfgang Kirchner anschrieb und mir anbot seinen Fantasyroman Element 8 zu lesen, war ich sehr angetan. Ich mag Bücher neuer Autoren und bin immer auf der Suche nach ideenreichen Romanen, die aus der großen Masse herausstechen und mich für Stunden fesseln können. Der Klappentext liest sich ja schon mal sehr spannend, dachte ich. Naturvölker, alte Prophezeiungen und dunkle Bedrohungen, sowie ein verschollenes Artefakt mit noch unbekannten Kräften, das alles verspricht dem Leser eine unterhaltsame Lektüre, in die man tief eintauchen kann. Auch das toll gestaltete Cover mit seinen Grün-Schattierungen macht für mich wirklich etwas her.
Die Erwartungen waren hoch und konnten leider nicht erfüllt werden. Obwohl Element 8 bereits einige recht gute Kritiken von Lesern sammeln konnte, konnte es mich nicht so recht fesseln und mitreißen. Anfangs war es noch der Schreibstil mit seinen recht kurzen Sätzen, der es mir schwer machte in die Handlung zu finden. Später wurde das dann wesentlich besser. Die Hauptgründe, weshalb ich letztendlich mit dem Buch nicht warm wurde, waren zum einen die durchweg wenig sympathischen Charaktere. Weder die Guten, noch die Bösen konnten mich irgendwie beeindrucken und vereinnahmen. Der Vikar Kreton Morgenwasser zum Beispiel, stellt sich einfach nur als ein herrischer, selbstherrlicher Unsympath ersten Ranges dar, der leider nicht einen einzigen interessanten Charakterzug mitbringt. Wäre er wenigstens humorvoll-sarkastisch oder im gewissen Maße genial böse, aber nichts davon. Gut, man könnte darüber hinwegsehen, wenn die anderen Personen im Buch es ausgleichen würden, aber selbst die Erdläuferin Narna Feuervogel konnte mein Herz nicht gewinnen. Sie war mir zu einfarbig, ihre Charakterzüge zu platt und mit zu wenig Tiefgang, als dass sie mein Interesse dauerhaft wecken konnte. Irgendwie fehlte mir auch eine Hintergrundgeschichte. Ich fand das sehr schade, denn Wolfgang Kirchner verarbeitet in seinem Roman einige gute Ideen, auch wenn verlorene Artefakte und dunkle Bedrohungen für das Genre jetzt nicht wirklich neu sind. Die Kunst liegt wohl darin, die Geschichte so zu schreiben und mit Ideen anzureichern, dass sie für den Leser neu wirkt. Das war leider nicht der Fall und ich musste mich kapitelweise durchquälen. Ein Lichtblick unter den zahlreichen Charakteren war für mich einzig Kretons Gehilfe Talias, der sehr unter seinem Herrn zu leiden hat, was ihn mir wiederum sympathisch machte. Leider hatte er in der Handlung viel zu wenig Raum, als dass es viel hätte bewegen können. Gleiches gilt für Erian, in den sich Narna schon nach wenigen Seiten und heimlich verliebt, der jedoch später in der Handlung kaum noch eine Rolle spielt.
Wolfgang Kirchners Fantasywelt strotzt vor interessanten Völkern, wie zum Beispiel den Bucklern, den Olken und vielen anderen. Ich fand das anfangs recht verwirrend, da es zu viele neue Begriffe in recht kurzer Zeit waren. Das Glossar am Ende des Buches hilft hier zwar, die Übersicht zu behalten, jedoch wird das Lesen dadurch nicht leichter. Zumindest stellt der Autor seine Fantasyreihe auf eine breite Basis von Möglichkeiten, die er in weiteren Bänden hoffentlich auch nutzen wird. Leider erfährt man im Buch nur wenig über die verschiedenen Völker, was die Geschichte noch greifbarer gemacht hätte. Alles wirkte irgendwie zu oberflächlich.
Mit 424 Seiten ist ein Buch eigentlich zügig innerhalb weniger Tage zu lesen. Allerdings fehlte der Spannungsbogen von Anfang bis Ende nahezu völlig. Die Handlung plätscherte oft nur so dahin und ich wusste nicht so recht, wo denn die Reise eigentlich hingehen sollte. Mir fehlte das Ziel. Auch die dunkle Bedrohung kam nicht wirklich bei mir an. So schaffte ich im Schnitt zwischen 20 und 30 Seiten pro Tag, weitaus weniger, als geplant, und immer in der Hoffnung, dass mich das Buch mit der Zeit doch noch einfangen würde. Leider war das nicht so.Ich speche dem Autor sicher nicht ab, dass in seinem Buch viel Arbeit und Herzblut steckt und, wie gesagt, gibt es auch einige gute Kritiken. Für mich war Element 8 jedoch eine kleine Enttäuschung, mit vielen ungenutzten Chancen etwas wirklich Fesselndes zu schreiben. Das Ende des Romans bleibt in manchen Dingen offen, was gute Anknüpfungspunkte für eine Fortsetzung bietet. Leider wirkt das Ende dadurch wenig rund und es bleibt so manches ungeklärt.

2.5 von 5 Sternen
„Gute Ideen, jedoch mit Schwächen.“

Mein Fazit

Insgesamt war ich von Element 8 – Das Flüstern der Erde ziemlich enttäuscht. Das bedeutet jedoch nicht, dass es anderen Lesern nicht gefallen könnte. Die Charaktere waren für mich wenig interessant, es fehlte an Spannung und auch an Tiefgang. Informationen zu Völkern und zur Welt selbst finden sich im Text zu wenige. Viele Fragen bleiben offen. Schade, bin ich doch mit großen Erwartungen an das Buch herangegangen.

Jay

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