Ursula Poznanski: Saeculum

Du denkst, es ist eine harmlose Reise in die Vergangenheit, ein Spiel. Doch dann greift die Vergangenheit nach dir und gibt dich nicht mehr frei. Ist tatsächlich ein uralter Fluch wiedererwacht? (Ursula Poznanski – Saeculum)

Ursula Poznanski: Saeculum Broschierte deutsche Ausgabe Loewe Verlag (2011)

Ursula Poznanski: Saeculum
Broschierte deutsche Ausgabe
Loewe Verlag (2011)

Inhalt

Es sollte ein Abenteuer werden, eine Reise zurück in die Vergangenheit. Im tiefen Wald und fernab jeglicher Zivilisationen wollen einige Jugendliche der Live-Rollenspielgruppe Saeculum fünf Tage lang das Mittelalter wieder aufleben lassen. Ohne Strom und Handys und ohne die vielen technischen Errungenschaften unserer Zeit. Bastian ist davon nicht sonderlich begeistert, aber seiner neuen Bekanntschaft Sandra zuliebe lässt er sich darauf ein und begleitet sie in die Wildnis. In einem nur schwer zuänglichen und angeblichen verfluchten Waldabschnitt schlägt die Gruppe ihr Lager auf und zunächst scheint es für alle tatsächlich nur ein tolles Abenteuer zu werden, bis plötzlich unheimliche Zwischenfälle die Grenzen zwischen Spiel und Realität verwischen, Mitglieder der Gruppe auf mysteriöse WEise und spurlos verschwinden und düstere Prophezeiungen die Gruppe in ihren Bann ziehen – und in große Gefahr bringen.

Über das Buch und den Autor

Die erfolgreiche österreichische Autorin Ursula Poznanski wurde am 30. Oktober 1968 in Wien geboren. Seit 2003 schreibt sie Kinder- und später auch Jugendbücher. Richtig bekannt wurde sie vor allem durch ihren Bestseller Erebos, der 2010 veröffentlicht wurde und mehrere große Preise gewann, u. a. den Deutschen Jugendliteraturpreis 2011 der Jugendjury.
Der Thriller Saeculum folgte Erebos und erschien im Jahr 2011 ebenfalls beim Loewe Verlag, Bindlach. Es ist leider nur als broschierte Ausgabe erhältlich und umfasst 493 Seiten. Es ist in viele, nicht nummerierte Kapitel unterteilt. Das Cover ist schwarz-weiß und obwohl es im Design ziemlich einfach gehalten wurde, unterstreicht es doch irgendwie die düstere Grundstimmung des Buchs. Zumindest ist das mein Eindruck. der Buchschnitt ist schwarz. Von Seaculum sind bereits mehrere Auflagen erschienen.

Meine Meinung

Mir hat Ursula Poznanski schon mit Erebos eindrucksvoll bewiesen, dass sie die Leser mit einer spannenden und abwechslungsreichen Handlung zu fesseln vermag. Saeculum konnte mich ebenfalls überzeugen. Sie schaffte es fast von Beginn an eine Atmosphäre im Buch aufzubauen, die es mir schwer machten das Buch beiseite zu legen. Es waren die kleinen subtilen Dinge, die mir immer wieder das Gefühl gaben, es wird etwas schlimmes Geschehen. Dies begann bereits während der Anfahrt der Gruppe zum Rollenspielort, als das Gerücht thematisiert wurde, das Waldstück sein verflucht. Es setzte sich fort, als die Rollenspieler jegliches neuzeitliche Gerät abgeben mussten, das nicht in die Spielwelt des 14. Jahrhunderts passt – einschließlich Brillen. Wenn die Hauptperson der Geschichte ab 5 Metern Entfernung Dinge nur noch verschwommen sehen kann, dann hinterlässt das bei mir irgendwie ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend. :omg:
Was mich so fesseln konnte war jedoch, dass sich in der Handlung Spiel und Realität mit der Zeit zu vermischen schienen. Die Gruppe ist natürlich von Anfang an bestrebt die Illusion des Mittelalters aufrecht zu erhalten, um eine möglichst authentische Spielatmosphäre zu schaffen. Das wird auch immer wieder betont. Doro, die überaus glaubwürdige Hexe der Gruppe, spart nicht mit bösen Vorahnungen, kryptischen Rätseln über uralte Flüche und Weissagungen. Nach manchen unerklärlichen Vorfällen kann man jedoch nicht mehr sicher sein, ob Doro noch ihre Rolle spielt oder ob sie die Gruppe tatsächlich vor realen Bedrohungen warnt. Kleine Ereignisse können einem dann Schauer über den Rücken jagen, weil man als Leser selbst nicht mehr einschätzen kann, ob es sich nun um Spiel oder gefährliche Wirklichkeit handelt. Die Mitglieder der Gruppe verändern sich und reagieren unterschiedlich auf die Ereignisse, die sie sich nicht erklären können. Das alles geschieht natürlich immer vor dem Hintergrund des abgelegenen Waldstücks, der Hilflosigkeit der Gruppe (kein Handy und kein Empfang) und die geringe Chance einer schnellen Flucht. Banale Vorfälle, die sich durch nachdenken logisch erklären liesen, können sich schnell zur Hysterie aufschaukeln, die Situation scheint zu eskalieren und einige Mitglieder der Gruppe langsam um den Verstand zu bringen. :crazy2:

Ursula Poznanski hat es wirklich verstanden den Leser mit auf diese Reise zu nehmen. :omg:

Saeculum Signierte Ausgabe

Saeculum
Signierte Ausgabe

Die Autorin bringt ihren Lesern zunächst die Rollenspielgruppe näher und stellt deren Mitglieder im Rahmen eines Mittelaltermarktes vor. Wenn man mit mittelelterlichen Rollenspielen bisher nichts zu tun hatte, bekommt man so einen guten Einblick ihn die Welt der Rollenspieler. Die Charaktere sind durchweg gut gezeichnet und erscheinen glaubwürdig. Kleine charakterliche Seltsamkeiten verzeiht man den Jugendlichen natürlich, denn sie sind Live-Rollenspieler (was hier so ziemlich alles entschuldigt :lol: ). Das Bastian selbst keiner ist, gibt der Geschichte das gewisse Etwas, denn er muss sich in der Situation des Spiels erst zurecht finden und hat dadurch etwas mehr Abstand zum Spiel, in dem die anderen natürlich sofort voll aufgehen. :knight: Durch seine Unerfahrenheit und seine Perspektive auf die Ereignisse von außen, bringt er die Leser erst ins grübeln, es könnte doch nicht alles nur ein Spiel sein. :hmm:

Zwischen den Seiten des Buches finden sich immer wieder schwarze Seiten mit Dialogen. Wer hier spricht bleibt bis zum Ende des Buches offen, jedoch erhöht sich dadurch die Spannung nochmals, da der Leser selbst seine Schlüsse ziehen muss. Das ist übrigens ein großer Pluspunkt von Saeculum, man grübelt als Leser oft über die Ereignisse nach und versucht eine Erklärung dafür zu finden und eine Lösung. Mehr kann man von einem guten Thriller wirklich nicht erwarten.  :thumbup:

Fazit

5 von 5 Sternen "Spannend und undurchschaubar. Ein tolles Buch!"

5 von 5 Sternen
„Spannend und undurchschaubar.
Ein tolles Buch!“

Saeculum hat mich nicht enttäuscht und wurde ein Highlight meines damaligen Lesemonats. Wieder ein Buch von Frau Poznanski, das ich erst nach der letzten Seite bei Sonnenaufgang weglegen konnte. Erebos war schon sehr gut. Saeculum steht dem in nichts nach. Eine tolle mystische Atmosphäre, überraschende Wendungen und zahlreiche unerklärliche Vorkommnisse, ziehen den Leser tief in die Geschichte, sorgen für Gänsehautstimmung und bringen den Leser zum nachdenken. Es wird dem Leser nicht leicht gemacht die Hintergründe zu durchschauen, was nun eigentlich in diesem verfluchten Waldstück vor geht.

Wer (Psycho-)Thriller mag sollte das Buch lesen (Rollenspieler sowieso). Am besten nachts, alleine… :headache:

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