Ursula Poznanski: Layers (Rezension)

Kannst du deinen Augen trauen? Layers. Die Wahrheit ist vielschichtig.

Ursula Poznanski: Layers Broschierte Ausgabe Loewe Verlag (2015)

Ursula Poznanski: Layers
Broschierte Ausgabe
Loewe Verlag (2015)

Inhalt

Seit Dorian von zu Hause abgehauen ist, schlägt er sich auf der Straße durch – und das eigentlich recht gut. Als er jedoch eines Morgens neben einem toten Obdachlosen aufwacht, der offensichtlich ermordet wurde, gerät Dorian in Panik, weil er sich an nichts erinnert: Hat er selbst etwas mit der Tat zu tun? In dieser Situation bietet ihm ein Fremder unverhofft Hilfe an und Dorian ergreift die Gelegenheit beim Schopf – denn das ist seine Chance, sich vor der Polizei zu verstecken. Der Unbekannte engagiert sich für Jugendliche in Not und bringt Dorian in eine Villa, wo er neue Kleidung, Essen und sogar Schulunterricht erhält. Doch umsonst ist nichts im Leben, das erfährt Dorian recht schnell. Die Gegenleistung, die von ihm erwartet wird, besteht im Verteilen geheimnisvoller Werbegeschenke – sehr aufwendig versiegelt. Und als Dorian ein solches Geschenk nach einem unerwarteten Zwischenfall behält, wird er von diesem Zeitpunkt an gnadenlos gejagt. (Klappentext)

Über das Buch und die Autorin

Ursula Poznanski, geboren in Wien, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen Universität, bevor sie nach zehn Jahren die Hoffnung auf einen Abschluss begrub und sich als Medienjournalistin dem Ernst des Lebens stellte. Nach der Geburt ihres Sohnes begann sie Kinderbücher zu schreiben. Ihr Jugendbuchdebüt Erebos erhielt zahlreiche Auszeichnungen (u. a. den Deutschen Jugendliteraturpreis) und machte die Autorin international bekannt. Inzwischen ist sie eine der erfolgreichsten Jugendbuchautorinnen Deutschlands und schreibt zudem Thriller-Bestseller im Erwachsenenbuch. Sie lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien. (Quelle: Klappentext Layers)

„Ursula Poznanski Autorenfoto“ von Jeff Mangione for Loewe Verlag

Ursula Poznanski (c)
Jeff Mangione for Loewe Verlag

Layers ist Ursula Poznanskis dritter Jugendroman im Stil von Erebos und Saeculum. Das Buch erschienam 17. August 2015 als broschierte Ausgabe beim Loewe Verlag und hat 445 Seiten. Die Handlung ist in 35 Kapitel unterteilt. Besonders zu erwähnen ist das mehrfach gefaltete Frontcover des Buches, welches, passend zum Titel des Buches, aus mehreren Schichten besteht und mittig mit Quadraten verschiedener Größe durchstanzt ist. Ich finde die Idee sehr gut und die Umsetzung gelungen.

Meine Meinung

Nach dem Erfolg von Erebos und Saeculum mussten wirklich Jahre ins Land gehen bis Ursula Poznanski ihren Fans mit Layers einen weiteren fesselnden Jugendroman präsentieren kann. Ich hatte mir bereits von ihrem dystopischen Dreiteiler (Die Verratenen) einiges erwartet, doch leider konnten mich die drei Bücher seinerzeit nicht so richtig überzeugen. Mir fehlte das Mystische, das einem bei Erebos und Saeculum Nachts den Schlaf raubte. Ständig hatte man damals das Gefühl, als würde der sympatische Protagonist in unmittelbarer, tödlicher Gefahr schweben. Ich weiß nicht wie sie es macht, aber Frau Poznanski schafft es sogar eine sonnenbeschienene Blumenwiese mit bunten Schmetterlingen bedrohlich wirken zu lassen, wenn sie das möchte. Mit vielen kleinen Andeutungen und einfach mit ihrer fantastischen Art die Dinge zu beschreiben baut sie einen Spannungsbogen auf, der den Leser von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann zieht und auch die Gänsehaut kommt nicht zu kurz. Sehr gut gelang dies bei Erebos und Saeculum, aber auch Layers braucht sich nicht zu verstecken. Die Wendungen kommen unerwartet und sind nur schwer vorherzusehen. In Layers tappt man als Leser bis kurz vor Schluss weitgehend im Dunkeln, glaubt die Situation und Gefahren erfasst zu haben, nur um dann festzustellen, dass doch nichts so ist, wie es den Anschein hat. Wie der Klappentext schon sagt: Die Wahrheit ist vielschichtig. :)

Gut gefallen hat mir der Hauptcharakter Dorian, der, mit einer glaubhaften Vorgeschichte ausgestattet, in die Geschichte mehr oder weniger unfreiwillig hineinrutscht und zum Spielball der Ereignisse wird. Er ist ein sympatischer Charakter, kein aufsässiger Flegel oder Taugenichts. Seine Kindheit und Jugend war nicht die beste, weshalb er sich nichts mehr wünscht, als ein Zuhause mit Menschen, die ihn mögen und zur Seite stehen. Einziger kleiner Kritikpunkt von meiner Seite: Dorian ist streckenweise unglaublich naiv für sein Alter. So glaubt er tatsächlich, dass er Werbegeschenke verteilt, obwohl er für die „Lieferungen“ sehr strenge Regeln auferlegt bekommt, bei denen vermutlich bei jedem anderen sämtliche Alarmglocken läuten würden. Man sollte eigentlich meinen, dass das monatelange Leben auf der Straße dem 17-jährigen ein gewisses Maß an Misstrauen mitgegeben hat. Dem war nicht so. Dafür wird das Misstrauen beim Leser mit jeder Seite umso größer und man möchte Dorian manchmal regelrecht zurufen „Tu das nicht! Das geht nicht gut aus!“ Und doch tut er’s und man kann wieder nicht anders, als weiterzulesen, um zu sehen, wie es endet. :lesen:
Doch aus dem gutgläubigen Jungen entwickelt sich mit der Zeit einvorsichtiger Gejagter, der sich natürlich nur noch für seine große Liebe, die hübsche Stella, in ernste Gefahr begibt. Es ist klar, dass eine Liebesgeschichte in Layers nicht fehlen darf, denn sie ist für Dorian der Grund alles zu riskieren. Ursula Poznanski beschreibt die Beziehung der beiden mit viel Feingefühl und man freut sich natürlich, dass die beiden sich so gut verstehen. Die Liebesbeziehung ist zwar ein wichtiger Punkt im Roman, nimmt jedoch nicht übermäßig viel Raum ein, wodurch es auch nicht zu schnulzig wird. Die Autorin hat dafür in meinen Augen genau das richtige Maß gefunden. :herz:
Am Ende des Romans werden alle offenen Fragen hinreichend geklärt und die Ereignisse werden für den Leser durchschaubar. Ich verrate natürlich nicht, wie die ganze Sache ausgeht und auch nicht, wer denn nun die Guten und Bösen in diesem perfiden Spiel mit Dorians Leben sind, doch so viel sei gesagt: Das Ende kommt zügig auf den letzten paar Seiten und vermutlich nicht ganz so, wie man es erwartet. Viel Spaß beim Lesen!

4 von 5 Sternen "Ein echter Poznanski, der einen mitreißt."

4 von 5 Sternen
„Ein echter Poznanski, der einen mitreißt.“

Mein Fazit

Endlich mal wieder ein Roman, wie ich ihn von Ursula Poznanski seit langem erwarte. Undurchsichtig, abwechslungsreich, mysteriös und vielschichtig. Ich konnte mich kaum losreißen und wurde nicht enttäuscht. Meine Leseempfehlung für alle, die schon Erebos und Saeculum gerne gelesen haben. Danke, Uschi!

Ich danke dem Loewe Verlag für die freundliche Überlassung eines Rezensionsexemplars.

Jay

 

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