Ursula Poznanski: Elanus

Es ist klein. Es ist leise. Es sieht alles. (Ursula Poznanski: Elanus)

Ursula Poznanski: Elanus Broschierte Ausgabe Loewe Verlag (2016)

Ursula Poznanski: Elanus
Broschierte Ausgabe
Loewe Verlag (2016)

Inhalt

Jona ist siebzehn und seinen Altersgenossen ein ganzes Stück voraus, was Intelligenz und Auffassungsgabe betrifft. Allerdings ist er auch sehr talentiert darin, sich bei anderen unbeliebt zu machen und anzuecken. Auf die hervorgerufene Ablehnung reagiert Jonas auf ganz eigene Weise: Er lässt sein privates Forschungsobjekt auf seine Neider los: eine Drohne. Klein, leise, mit einer hervorragenden Kamera ausgestattet und imstande, jede Person aufzuspüren, über deren Handynummer Jona verfügt. Mit dem, was er auf diese Weise zu sehen bekommt, kann er sich zur Wehr setzen gegen Spott und Häme.Do womit Jona nicht gerechnet hat: Er ist nicht der Einzige, der andere beobachtet. Offenbar wird er selbst observiert. Und schon bald häufen sich merkwürdige Zufälle, die darauf hindeuten, dass jemand ihm nach dem Leben trachtet… (Elanus, Klappentext)

Über das Buch und dir Autorin

Ursula Poznanski, geboren in Wien, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen Universität, bevor sie nach zehn Jahren die Hoffnung auf einen Abschluss begrub und sich als Medienjournalistin dem Ernst des Lebens stellte. Nach der Geburt ihres Sohnes begann sie Kinderbücher zu schreiben. Ihr Jugendbuchdebüt Erebos erhielt zahlreiche Auszeichnungen (u. a. den Deutschen Jugendliteraturpreis) und machte die Autorin international bekannt. Inzwischen ist sie eine der erfolgreichsten Jugendbuchautorinnen Deutschlands und schreibt zudem Thriller-Bestseller im Erwachsenenbuch. Sie lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien. (Quelle: Klappentext Elanus)

„Ursula Poznanski Autorenfoto“ von Jeff Mangione for Loewe Verlag

„Ursula Poznanski Autorenfoto“ von Jeff Mangione for Loewe Verlag

Elanus ist Ursula Poznanskis inzwischen vierter Jugendroman im Stil von Erebos und Saeculum.
Das Buch erschien am 22. August 2016 als broschierte Ausgabe beim Loewe Verlag und hat 413 Seiten. Die Handlung ist in 40 Kapitel unterteilt. Wieder ganz toll gelungen ist in meinen Augen das Buchcover. Die vielen Grünschattierungen und das allsehende, gelb leuchtende Kameraauge in der Mitte gefällt mir sehr gut. Wie als wenn Jonas‘ Drohne (sie trägt übrigens den Namen des Buches) nachts zwischen den Zweigen von Bäumen hindurch ihre Zielpersonen observiert. Das „Auge“ ist durch Prägung leicht erhoben und macht das Buch somit zu einem echten Hingucker im Regal. Interessanter noch ist der Inhalt von Ursula Poznanskis neuem Jugendbuch.

Meine Meinung

Sie hat es wieder getan. Nach meiner Begeisterung für Erebos und ihren zweiten Jugendroman Saeculum, war ich von Layers nicht allzu überzeugt. Er war gut, reichte jedoch nicht ganz an die beiden Vorgänger heran. Elanus ist einen Tick besser, obwohl auch dieser Roman nicht ganz an meine beiden Favoriten heranreicht. Die Autorin hat auch diesmal ein spannendes Rahmenthema für ihr neues Buch gewählt, es geht um ferngesteuerte Drohnen und wie man mit ihnen heimlich, still und leise in die Privatsphäre anderer Menschen eindringen kann. Die Drohne im Buch erhielt von ihrem Eigentümer den Namen Elanus und sie ist ein kleines Wunderwerk der Technik. Jonas, ein mathematisch und technisch hochbegabter 17-jähriger hat sie konstruiert und programmiert und er bezeichnet sie liebevoll als sein Baby, das für ihn ein wichtiger Teil seines Lebens geworden ist. Jonas ist sehr klug, doch leider nicht sonderlich geschickt im Umgang mit anderen Menschen, sagen wir es mal so: Er ist ein A****, der sich gerne und häufig herablassend über die „Dummheit“ seiner Mitmenschen äußert und es liebt, öffentlich seine Genialität zur Schau zu stellen. Damit ist er definitiv kein Charakter, der die Herzen der Leser schon auf den ersten Seiten des Buches im Sturm erobert. Glaubt man anderen Rezensenten, dann ist Jonas‘ unsoziales Verhalten eher ein K.O.-Kriterium für den Lesespaß im Buch. Ich kann jedoch von mir sagen, dass mich die zahlreichen Charakterschwächen des Protagonisten nicht gestört haben, im Gegenteil. Für mich ist Jonas eher ein Paradebeispiel des extrovertierten Wunderknaben, der weiß, dass er anderen geistig weit überlegen ist. Andererseits ist er wegen seiner charakterlichen Unzulänglichkeiten zu bedauern. Ein Geek, der schon an den einfachsten Regeln eines harmonischen menschlichen Zusammenlebens scheitert. Das ist auch mal eine interessante Figur und ich wollte lesen, was die Autorin letztendlich daraus macht. Tatsächlich entwickelt sich Jonas im Laufe der Handlung charakterlich weiter, lernt dazu und lernt andere Menschen schätzen, auch wenn sie ihm in den Naturwissenschaften nicht das Wasser reichen können. Da ist zum einen Linda, das erste Mädchen, in das er sich verguckt. Dann Marlene, die ihm immer wichtiger zu werden scheint, oder auch Pascal, sein neuer Freund und Nachbar, der mit seinem frohen Gemüt Jonas immer wieder beisteht und ihn einfach so akzeptiert, wie er ist (seine Begeisterung für Jonas‘ mathematisches Können trägt hier sicherlich auch dazu bei). Ich will nicht zu viel verraten, aber Jonas macht im Buch eine Entwicklung zum Positiven durch, wenn auch auf Umwegen.
Zur Handlung und ihren Geheimnissen lässt sich sagen, dass Ursula Poznanski sie gewohnt langsam entwickelt. Ein Ereignis hier, ein unerklärlicher Vorfall dort und immer wieder Andeutungen, die dem Leser bewusstmachen, dass irgendetwas im Busch ist, was man jedoch nicht greifen kann. Man darf über die Zusammenhänge spekulieren und wilde Vermutungen über den Ausgang anstellen, aber es bleibt schwierig. Man spürt immer wieder, dass diese oder jene Information eine wesentliche Rolle zur Lösung des Rätsels beiträgt, aber sie bleiben einzelne Puzzleteilchen, die sich nur schwer zu einem Gesamtbild zusammenfügen lassen. Die Auflösung kommt erst im letzten Viertel, in dem alle Fäden zusammenlaufen. Den Schluss, bisher nicht immer die große Stärke der Autorin, hat mir diesmal gut gefallen, und er macht das Buch zu einer runden Sache für alle jugendlichen Leser. Der Schreibstil ist sehr flüssig und fesselnd. Man will ständig wissen, wie es eigentlich weitergeht, was Elanus zu einem Pageturner macht. Gut gefallen hat mir auch, dass der Roman mit recht wenig bildhafter Gewalt auskommt. Ursula Poznanski verstand es abermals unterschwellig Spannung aufzubauen und bis zum Schluss zu halten. Elanus ist somit ein Jugendbuch, dass ich empfehlen kann und das sicherlich auch bei den jungen Lesern gut ankommen wird.

4.5 von 5 Sternen "Ein guter und spannender Jugendroman."

4.5 von 5 Sternen
„Ein guter und spannender Jugendroman.“

Mein Fazit

Elanus ist, wie ich finde, gut gelungen und enthält alles, was einen abwechslungsreichen Jugendthriller ausmacht. Interessante Charaktere (auch mit Charakterschwächen), eine packende Handlung um ein aktuelles Thema (Drohnen), eine Beziehung und Freundschaft, sowie eine gute Portion Humor in Form von Jonas‘ Sticheleien. Mir persönlich hat’s gefallen und ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Roman der Autorin mit den guten Ideen. :thumbup:

Jay

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