Überzeugender Reihenstart – T.S. Orgel: Die Blausteinkriege (Band 1)

T.S. Orgel: Das Erbe von Berun (Die Blausteinkriege 1) Broschierte Ausgabe Heyne Verlag (2015)

T.S. Orgel: Das Erbe von Berun (Die Blausteinkriege 1)
Broschierte Ausgabe
Heyne Verlag (2015)

Inhalt

Die Macht des Kaiserreichs Berun erscheint grenzenlos. Von den kargen, windgepeitschten Steppen des Nordostens erstreckt es sich bis in die feuchten, undurchdringlichen Sumpfwälder des Südens. Die Fürstentümer, die nicht durch die Schlagkraft der kaiserlichen Heere in die Knie gezwungen wurden, gewann der „Löwe von Berun“, wie man den alten Kaiser nannte, als mächtige Verbündete. Dank den Ordensrittern der „Reisenden“ wurde die Magie des Blausteins vollständig aus dem Kaiserreich verbannt. Denn nichts ist in den Augen der Beruner gefährlicher und unheimlicher, als jene Menschen, die mit Hilfe ihrer magischen Gabe die Kraft dieses blau leuchtenden Minerals aufnehmen und damit übernatürliche Fähigkeiten entfalten können. Doch nun ist der Löwe von Berun tot, und sein Erbe steht vor dem Zerfall. Der junge Kaiser hat nichts als Vergnügungen im Sinn, während sich an den Grenzen des Reiches mächtige Feinde erheben und im südlichen Protektorat Macouban die Flammen des Aufstands hochschlagen.
Drei Menschen werden in ein tödliches Komplott gegen die Kaiserinmutter verstrickt: Sara, ein junges Straßenmädchen, Marten, ein glückloser Schwertmann in den Diensten des Kaisers, und ein Meisterspion, den man nur als den „Puppenspieler“ kennt. Ihre Schicksalsfäden sind unauflöslich mit der Zukunft Beruns verknüpft – eine dunkle Zukunft, in der ein gewaltiger, alles verschlingender Krieg um den Blaustein heraufzieht …
(Klappentext)

Über das Buch und die Autoren

Tom und Stephan Orgel Quelle: heyne-fantastisch.de

Tom und Stephan Orgel
Quelle: heyne-fantastisch.de

Das Brüderpaar Tom und Stephan Orgel, das hinter dem Pseudonym T. S. Orgel steht, ist in derdeutschen Fantasyszene schon lange nicht mehr unbekannt. Bereits 2012 veröffentlichten sie ihren erfolgreichen Debütroman Orks vs. Zwerge, dem schon bald weitere Bände folgen sollten. Der Roman wurde 2013 zudem als bestes deutschsprachiges Debüt mit dem Deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet.
Mit ihrer neuen Reihe Die Blausteinkriege erschufen sie jetzt eine fantastische neue Welt und der Titel des ersten Bandes lautet Das Erbe von Berun. Es soll eine Trilogie werden, wobei mit Band 2 im Oktober 2016 zu rechnen ist. Rechtzeitig vor der Frankfurter Buchmesse. Das Erbe von Berun ist am 12. Oktober 2015 bei Heyne erschienen und hat 606 Seiten. Die Haupthandlung ist in 41 Kapitel unterteilt. Neben einem Prolog und einem Epilog enthält sie broschierte Ausgabe zudem noch ein vierseitiges Personenverzeichnis und eine schöne Karte der Fantasywelt auf der Innenseite des Frontcovers.

Meine Meinung

Yes! In den letzten paar Jahren bin ich leider immer wieder enttäuscht worden, wenn ich zu Büchern deutscher Fantasyautoren gegriffen habe. Die Klappentexte waren zwar oft ansprechend, aber die stilistische Umsetzung des Ideen konnte mich letztendlich dann doch nicht überzeugen. Ich muss aber gestehen, ich habe die Bände von Orks vs. Zwerge bisher nicht gelesen und somit ist dieser erste Band der Blausteinkriege meine erste Berührung mit den Autoren. Wie habe ich das Buch verschlungen… :)
Aber der Reihe nach. Schon der Beginn des Prologs fing mich ein. Ich wurde als Leser einfach in die Handlung geworfen.

Lebrec kauerte hinter dem Stamm des Waldriesen und wartete auf den Tod.
(T.S. Orgel: Das Erbe von Berun, Die Blausteinkriege 1)

Bildquelle: Das Erbe von Berun, Heyne Verlag (2015)

Bildquelle: Das Erbe von Berun – Die Blausteinkriege 1, Heyne Verlag (2015)

Kein langes Herumgetue mit Vorstellung von zig Personen, sondern gleich Spannung mit dem ersten Satz. Man liest und bekommt einfach Lust auf mehr. Die Handlung ist abwechslungsreich und nach und nach werden auch die anderen Protagonisten in einzelnen Handlungssträngen eingeführt, wobei ich alle interessant fand. Sara, das Straßenmädchen, ist so die typische Heldin, die man schon aus anderen Fantasyreihen kennen dürfte. Ausgenutzt von üblen Gestalten, aber stark und mit dem festen Willen sich selbst durchschlagen zu können. Sie ist eine dieser Figuren, die sicher zu Höherem bestimmt ist. Marten, der Schwertmann steht ganz im Schatten seines Bruders und ist ein Draufgänger bei den Frauen und ein Spieler, der sich ein wenig zu weit aus dem Fenster gelehnt hat und nun die Konsequenzen tragen muss. Wider seinem Willen wird er in die Ereignisse verstrickt und versucht das Beste draus zu machen und seine Haut zu retten. Ich denke, von ihm kann man in den Folgebänden ebenfalls noch Großes erwarten.
Der „Puppenspieler“ ist eine vielschichtige Person, der im Buch großen Einfluss auf Saras und Martens Weg nimmt. Er gewährt dem Leser einen Blick auf die Ereignisse am Kaiserhof und politische Hintergründe. Oh, und dann wäre da noch Meister Messer, der Auftragsmörder, der seinem Beruf mit großer Gewissenhaftigkeit nachgeht. Skrupel kennt er nicht und Geschäft ist Geschäft. Schließlich gibt es einen Ruf zu verlieren. :-D
Auch so mancher Nebencharakter ist interessant und zeigte Potential in den kommenden Büchern eine wichtigere Rolle zu spielen. Das fand ich gut, weil sich die Handlung nicht nur auf die Protagonisten konzentrierte, wie es bei anderen Romanen des Genres oft passiert, sondern dadurch vielseitiger wurde.

Zur Charakterentwicklung der Hauptpersonen lässt sich bisher noch nicht allzu viel sagen. Ich empfand das Buch vor allem als ausführliche Vorgeschichte zu einer weitaus größeren Geschichte, die den Leser in den Folgebänden erwartet. Wie ein Sturm, der sich langsam am Horizont zusammenbraut und der irgendwann los bricht. Oder wie ein Schachspieler, der erst einmal seine Figuren in Position bringt, bevor er zum großen Schlag ausholt. Ich denke also, dass wir hinsichtlich der Charakterentwicklung noch einiges zu erwarten haben. :thumbup:

Das Buch hat 41 Kapitel in denen sich die Handlung jeweils um eine andere Hauptfigur dreht. Die Autoren scheuten sich auch nicht, am Ende der Kapitel immer wieder Cliffhanger einzubauen, die manchmal ein bisschen nervig waren, aber die Spannung hoch hielten. Glücklicherweise waren alle Handlungsstränge für mich interessant und spannend, sodass mich der Wechsel nicht allzu sehr störte. Der Schreibstil ist sehr flüssig und es gab für mich keine Längen zu bewältigen. Gut gemacht fand ich auch, dass Tom und Stephan Orgel ihre Welt langsam aufbauten und in den Dialogen ganz nebenbei immer wieder interessante Hintergrundinformationen einfließen ließen. Sei es nun über die politischen Verhältnisse zwischen den Reichen, die Götterwelt und den Aberglauben der Menschen, die verschiedenen Kulturen und deren Geschichte oder auch die Blaustein-Magie, von der man als Leser schon erste Eindrücke über ihre Wirkung bekommen konnte. Gut gemacht!

4,5 von 5 Sternen "Ein toller erster Band, der Lust auf noch viel mehr macht."

4,5 von 5 Sternen
„Ein toller erster Band, der Lust auf noch viel mehr macht.“

Mein Fazit

Insgesamt kann ich sagen, dass mir der erste Band der Blausteinkriege sehr gut gefallen hat. Er war spannend und abwechslungsreich und konnte mit interessanten Charakteren aufwarten, die zwar an sich nicht völlig neu waren, weil man ähnliche schon aus anderen Büchern kennt, die man jedoch als Leser schnell ins Herz schließen kann. Zumindest mir ging es so. Die Fantasywelt ist ausgewogen und bietet genügend Rahmen für eine weitaus größere Geschichte, die hoffentlich kommt. Der Schreibstil ist flüssig und die Seiten lesen sich nur so weg. Ein echter Pageturner, den ich guten Gewissens empfehlen kann. Bitte mehr davon und bitte schnell! :lesen:

Ich bedanke mich noch recht herzlich beim Heyne-Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. :)

Jay

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This Blog will give regular Commentators DoFollow Status. Implemented from IT Blögg

Facebook IconTwitter IconFolgt uns mit Bloglovin'Folgt uns mit Bloglovin'Folgt uns mit Bloglovin'