Sylvia Rieß: Der Stern von Erui (Heimkehr)

Sylvia Rieß: Der Stern von Erui (Heimkehr)

Sylvia Rieß: Der Stern von Erui (Heimkehr)

Inhalt

“Drei Zeichen dir gaben die Himmel fern, drei Zeichen die Welten zu weisen: ein Rad, ein Kreuz, einen letzten Stern. Prinzessin Aljana, so soll man dich heißen.”
Als ein Kind den ersten Traum der Menschheit träumte, da erwachte hinter den Nebelschleiern das magische Reich Erui. In dieser Welt, in der einst alles möglich war, konnten die Menschen all jenem begegnen, was sich ihre Herzen nur vorzustellen vermochten. Doch die dunklen Abgründe, die in jeder menschlichen Seele lauern, haben die Welt der Träume verdorben und tief ins Vergessen getrieben. Fenia Edani weiß das besser als jeder andere. Sie blickte durch die Schleier und erkannte, dass manche Dinge lieber nie die Gedanken verlassen hätten, aus denen sie geboren wurden. Niemals mehr will sie in die Welt zurückkehren, nach der ihr Herz sich so sehnsüchtig verzehrt. Doch nur dort kann sie finden, was ihre Seele heilen lässt. Nur dort kann sie dem Weg folgen, den die Lieder der alten Zeit ihr vorbestimmt haben; dann, wenn der Stern von Erui aufs Neue erglüht.

Über das Buch und die Autorin

Der Stern von Erui (Heimkehr) ist der Debütroman der deutschen Autorin Sylvia Rieß. Sie wurde am 04. Oktober 1985 in Wetzlar (Hessen) geboren und beginnt mit diesem Buch eine mehrteilige Fantasyreihe. Leider ist Der Stern von Erui aktuell nur als E-Book erhältlich. Es hat 479 Seiten (PDF) und ist in mehrere größere Abschnitte und Kapitel untergliedert.

Meine Meinung

Lange hat es gedauert, bis ich mit dem Stern von Erui endlich durch war. Zum einen lag es daran, dass ich beruflich und privat sehr eingespannt war und daher nur sporadisch zum Lesen kam, zum anderen dauerte es einfach seine Zeit, bis ich mit dem Buch „warm“ wurde. Danach wurde es jedoch immer besser. Aber der Reihe nach…

Fenia Edani ist die Hauptperson der Geschichte, die gleich auf den ersten Seiten Fragen aufwirft. Sie war für einige Jahre verschwunden und nicht mehr die Person, wie sie ihre Eltern und Freunde kannten. Welches Geheimnis umgibt Fenia? Wo war sie gewesen und was hat sie dort erlebt?
Der Leser wird gleich auf den ersten Seiten in die Geschichte gezogen und lernt nicht nur Fenia und ihre Eltern kennen, sondern auch einige Menschen in ihrem Umfeld. Manchmal viel es mir etwas schwer die einzelnen Personen und ihre Beziehung zueinander auseinander zu halten, aber mit der Zeit hat sich das dann von alleine gegeben. Man vermutet auch auf den ersten Seiten nicht den Beginn einer Fantasygeschichte, sondern vielmehr spielt sich die Handlung in unserer realen Welt ab,  wobei immer wieder Hinweise auf seltsame Ereignisse und mysteriöse Gestalten die Spannung halten sollen. Ale Leser tappte ich zunächst ziemlich im Dunkeln, doch im Laufe der Handlung werden dann einige offene Fragen geklärt. Etwas verwirrend waren für mich die zahlreichen Blitzlichter in die Vergangenheit und es ist mir nicht immer leicht den Überblick zu bewahren, wie ein Ereignis nun zeitlich in die Gesamthandlung einzuordnen ist. Zusammen mit den relativ vielen Namen hat man dann irgendwann ein Problem alles zu verstehen. Größere Lesepausen sollte man zwischen den einzelnen Kapiteln nicht einlegen, sonst kann es passieren, dass man den Faden verliert.

Sylvia Rieß versucht in ihrem Debütroman die Spannung eher mit Hilfe von Geheimnissen um ihre Protagonisten hoch zu halten, als durch Kämpfe und akute Bedrohungen. Diese gibt es zwar auch, jedoch nicht in dem Maße, wie man es vielleicht von anderen Fantasybüchern kennt. Dieser Stil ist zwar durchaus interessant, allerdings wirkte es auf mich zunächst ein wenig wie (sorry) „Kuschelfantasy für Frauen“. Versteht mich nicht falsch: ein Fantasybuch braucht nicht immer Blut und Gewalt, um wirklich gut zu sein, aber in dem Fall war mir die ganze Handlung oft zu weichgespült, ohne Ecken und Kanten. Nichts, was mich als Mann jetzt emotional vom Hocker gerissen hätte. Es gibt am Anfang auch so einige Beziehungskisten, allerdings sind die absolut nicht mein Ding, wenn sie allzu breit getreten werden. Zumindest bin ich mit etwas anderen Erwartungen an das Buch heran gegangen. Das heißt, um Gottes Willen, nicht, dass der Anfang schlecht ist. Er konnte mich nur nicht mitreißen und ich konnte mit den Protagonisten auch nicht so recht warm werden, da mich ihre „Probleme“ nicht wirklich interessierten. Anderen Lesern und vor allem Leserinnen (glaube ich) könnte es dennoch gefallen. Zumindest sagen das die Rezensionen. :)

Für mich war die erste Hälfte des Buches leider eine große Durststrecke. Warum habe ich das Buch dennoch weitergelesen? Nun, zum einen, weil ich trotzdem wissen wollte, was dahinter steckt und zum anderen, weil ich merkte, dass Sylvia Rieß wirklich gut schreiben kann und auch viele tolle Ideen hat. So richtig zur Geltung kommt dies dann auch in der zweiten Hälfte des Buches, in der es dann in der Fantasywelt Erui endlich richtig los geht. Fenia bekommt auf den späteren Seiten ein ganzes Stück mehr Profil und auch manch anderer Charakter zeigt was in ihm (oder ihr) steckt. Die Autorin hat die wunderbare Fähigkeit die Dinge sehr anschaulich zu beschreiben und die Welt in den Köpfen der Leser lebendig werden zu lassen. Auch in den Dialogen merkt man, dass sie sich gut in ihre Charaktere hineinversetzen kann und findet das richtige Maß an Wörtern, um ihre Ideen treffend zu Papier zu bringen, ohne dass Langeweile aufkommen kann. Die zweite Hälfte war dann auch für mich ein ganzes Stück zügiger und spannender zu lesen, als die erste Hälfte, die für mich eine etwas zu lang geratene Hinführung ist. Endlich passierte etwas und die Handlung, die anfangs mehr oder minder auf der Stelle trat, ging voran.

Sylvia Rieß wechselt, vor allem in den ersten Abschnitten, öfter die Blickwinkel und erzählt aus den Perspektiven ihrer unterschiedlichen Protagonisten. Später liegt der Fokus mehr auf Fenia und ihren Erlebnissen, was dem Buch gut tut. Auch die Charaktere entwickeln sich fort und Stück für Stück erfährt der Leser mehr von den Hintergründen und worum es in dem Buch eigentlich geht. Es gibt so einige überraschende Wendungen, die man gar nicht so erwartet hat und die der Handlung noch den einen oder anderen Kick geben. Man merkt, dass die Autorin mit ihren Lesern spielen will und ich bin überzeugt, dass sie noch die eine oder andere Überraschung bereit hält. Sie hat sich sehr viele Gedanken über ihre Fantasywelt, die einzelnen Völker und auch das politische System darin gemacht. Ich wünsche mir, dass es ihr gelingt diesen Rahmen weiter zu entwickeln und auszubauen. Was ich in dem Buch vermisst habe, war eine Karte der Welt für einen besseren Überblick über die einzelnen Schauplätze. Ich gestehe jedoch zu, dass dies bei E-Books immer etwas umständlich umzusetzen ist, weil das hin und her blättern meist etwas aufwändiger ist, als bei einem gedruckten Buch. :)

4 von 5 Sternen "Ein guter Debütroman mit kleinen Schwächen."

4 von 5 Sternen
„Ein guter Debütroman mit kleinen Schwächen.“

Mein Fazit

Der Stern von Erui (Heimkehr) ist ein Debütroman mit einigen guten Ideen, die bei mir vor allem in der zweiten Hälfte des Buches so richtig Spannung erzeugten. Die Autorin versteht es mit den treffenden Worten die Stimmung im Buch angemessen wieder zu geben. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen weißt v. a. in der zweiten Buchhälfte kaum Längen auf. Gut durchdachte Charaktere, die sich im Laufe der Handlung auch weiter entwickeln und eine Reihe von überraschenden Wendungen runden das positive Bild ab. Leider war die erste Buchhälfte für mich eine Durststrecke, aber ich kann das Buch dennoch empfehlen. :)

Jay

 

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