Sylvia Rieß: Der Stern von Erui 2 (Schattenkriege)

‚Schatten wird aus Licht geboren,
Schwarz und bedrohlich.
Wer sich ihm verweigert, wird davon erstickt.
Wer sich ihm hingibt, ertrinkt darin.
Es gibt kein Entkommen.‘
(Sylvia Rieß: Der Stern von Erui – Schattenkriege)

Sylvia Rieß: Schattenkriege (Der Stern von Erui 2) E-Book (2015)

Sylvia Rieß: Schattenkriege (Der Stern von Erui 2)
E-Book (2015)

Inhalt

Das magische Reich Erui steht vor seinem Untergang, denn der Fürst der Schatten hat die Lichtprinzessin Aljana entführt. So zumindest glauben es der Hohe König und der Ewige Rat. Dabei wissen sie noch gar nicht, dass der Stern von Erui wieder in seinem Reich weilt, befreit durch den Mann, der vom Rat berufen war, sie zu töten.
Warum aber will Aljana nicht auf ihren Thron und in ihr Schloss zurückkehren?
Die Antwort darauf ist nur in der Vergangenheit zu finden, in jenen Sommern, die aus einem Mädchen einen Stern werden ließen. Dabei ist es an Prinz Daven, diese Antwort zu finden. Einst einen gefallen Stern nachhause zu führen, wurde ihm als Jungen im Mondtempel prophezeit. So nutzt er die Gabe seines Volkes, um tief in Aljanas Erinnerungen zu gelangen. Was Daven dort allerdings findet ist nicht strahlend hell, sondern düsterer als alles, was er sich bisher vorstellen konnte. Damit muss er sich fragen, ob ein Herz, das diese Hölle durchlitt, wirklich in der Lage sein kann, der Dunkelheit zu trotzen. Oder verbirgt sich hinter der Maske des Sterns schon längst die Königin der Schatten? (Quelle: Amazon)

Über das Buch und die Autorin

Der Stern von Erui (Schattenkriege) ist der zweite Band der Sternenlied-Saga, einer Fantasyreihe, die mit Der Stern von Erui (Heimkehr) begann. Die Bücher stemmen aus der Feder der deutschen Autorin Sylvia Rieß, die am 04. Oktober 1985 in Wetzlar (Hessen) geboren wurde. Der erste Roman der Reihe ist seit dem 20. Oktober 2015 auch als Printausgabe erhältlich. Der zweite ist aktuell (Nov. 2015) nur als E-Book erhältlich. Das Buch hat 594 Seiten (epub) und ist in mehrere größere Abschnitte und Kapitel untergliedert.

Meine Meinung

Der zweite Teil der Sternenlied-Saga von Sylvia Rieß hinterlässt bei mir recht unterschiedliche Eindrücke. Meine Meinung zu diesem Buch ist, auf Deutsch gesagt, sehr gespalten. Ich denke, ich fang einfach mal an und versuche es so gut es geht in Worte zu fassen…

Das Buch setzt natürlich die Handlung des ersten Bandes fort und es hat so etwa 60 Seiten gedauert, bis ich wieder drin war. Die ersten Seiten empfand ich etwas verwirrend und irgendwie konnte ich nicht allen Handlungsfäden bis ins Detail folgen. Das lag vermutlich auch daran, dass seit dem ersten Teil vier Monate vergangen sind. Das Namensregister im Buch half mir jedoch irgendwann den Anschluss zu finden. Was war für mich so verwirrend?
Zum einen die verschiedenen verwandtschaftlichen Verhältnisse der Protagonisten. Onkel, Cousinen, Väter, Töchter, Brüder, Schwestern,…, dieser König, jener König, Prinzen und Prinzessinnen, irgendwann hab ich da wohl etwas den Faden verloren. :oops:
Hinzu kamen immer wieder Rückblicke auf vergangene Ereignisse in der Handlung, wodurch es mir manchmal schwer fiel die Informationen einzuordnen. War das jetzt wichtig oder nicht?
Ich glaube, dass man die Bücher der Reihe am besten gleich hintereinander lesen sollte, um den Faden nicht zu verlieren. Ich habe leider nicht immer jedem dieser Fäden bis ins Detail folgen können und musste nicht selten über die Zusammenhänge nachdenken. Was ich jedoch verstanden habe, war gut. Sylvia Rieß hat einen sehr schönen und bildlichen Schreibstil und kann sich mit Worten wirklich klasse ausdrücken. Das hat mir gut gefallen.

Einen großen Teil der Handlung machen die Schattenkriege gegen die dunklen Heerscharen des Fürsten der Schatten aus. Armeen reisen, angeführt von den ruhmreichen Protagonisten, von einem Schlachtfeld zum nächsten und verlieren sich in blutigen Kämpfen, die nicht zu detailliert geschildert werden. Der Leser blickt auf diese Ereignisse oft nur aus der Distanz.
Ein weiterer großer Teil sind die Beziehungskisten, die dazwischen immer wieder einfließen und manchmal den Spannungsbogen leider etwas abflachen ließen. Vielleicht bin ich auch einfach zu wenig romantisch, um das zu verstehen, denn hin und wieder sind mir beim Lesen die Augen zugefallen. Vermutlich ist das aber einfach nichts für mich, denn mancher Abschnitt hätte ruhig etwas kürzer sein können. Vor allem Fenias ständige Selbstzweifel und Träume fand ich etwas ermüdend. :sleep:
Vielleicht war ich auch einfach nur etwas zu erschöpft vom Arbeitsalltag und konnte deswegen nicht mehr ganz folgen. Fakt ist, dass man diese Saga schon mit einer gewissen Konzentration lesen muss, denn es passiert schon so einiges und die Dinge sind ziemlich stark miteinander verwoben.

Was mir leider am meisten fehlte, das war das große Ziel der Geschichte. Eine Perspektive mit einem roten Faden, denn ich wusste nie so recht, wo die ganze Reise eigentlich hin gehen soll. So etwas wie: „Wirf den Ring in den Vulkan, Frodo!“ – „OK. Auf geht’s.“ Die Handlung machte auf mich zeitweise den Eindruck wie eine dieser Fernsehsoaps, die zwar immer wieder mit kleinen Höhepunkten in den Kapiteln aufwartet, aber was kommt weiß man nie so recht, bis mal wieder etwas passiert. Schade eigentlich, den die Autorin kann wirklich gut schreiben und sie hat auch viele Ideen in das Buch einfließen lassen, die auch noch ausbaufähig sind. Wohlgemerkt: Ich will das Buch hier keinesfalls schlecht machen, ich bin nur nicht so richtig mit diesem Stil klar gekommen.
Leider konnte ich auch kaum eine Beziehung zu den meisten Charakteren aufbauen, weshalb mir deren Schicksal oft ziemlich egal war. Dadurch bleibt natürlich auch viel Spannung auf der Strecke, weil man eben nicht so sehr mit fiebert. Am besten gefallen hat mir noch der junge König Dûrowinn mit seiner freundlichen Art, aber auch Joe, der Lord Marschall von Erui konnte überzeugen und natürlich Yvonne, mit ihrer Liebe zu den Pferden. :)

3 von 5 Sternen "Ein wenig zu weichgespült für mich."

3 von 5 Sternen
„Viel Potential.“

Mein Fazit

Wie gesagt, bin ich mit meiner Meinung diesmal sehr gespalten. Zum einen gefällt mir die Art, wie Sylvia Rieß mit Worten eine fantastische Geschichte formen kann und auch die vielen guten Ideen, die sie in die Handlung einfließen ließ. Zum anderen fehlte mir die große Perspektive auf das Ende des Buches und ein durchgängiger Spannungsbogen, der mich dauerhaft an das Buch fesseln konnte. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich etwas verpasse, wenn ich nicht sofort und auf der Stelle weiterlese.
Ich glaube, dass die Autorin sehr viel Potential hat und ich bin überzeugt, dass vor allem den Leserinnen und Lesern die Sternenlied-Saga gefallen wird, denen zwischenmenschliche Beziehungen und Romanzen im Roman wichtig sind. Liebe und Freundschaft spielen in dieser Fantasyreihe eine große Rolle und damit kann Sylvia Rieß die Leser einfangen. Das Buch ist daher durchaus lesenswert.  :)

Jay

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