Stephen Chbosky: Das ist also mein Leben (engl.: The Perks of Being a Wallflower)

Standing on the fringes of life… offers a unique perspective. But there comes a time to see what it looks like from the dance floor. (Stephen Chbosky: The Perks of Being a Wallflower)

Stephen Chbosky: The Perks of Being a Wallflower UK-Taschenbuchausgabe Simon and Schuster (1999)

Stephen Chbosky:
The Perks of Being a Wallflower
UK-Taschenbuchausgabe
Simon and Schuster (1999)

Inhalt

Wir wissen nicht, an wen Charlie seine Briefe schreibt. Aber wir wissen, warum er sie schreibt. Denn in seinem ersten Jahr an der Highschool wird er von einer geballten Ladung Leben erwischt: Veränderungen in der Familie, die erste Liebe, neue Freunde, Partys und Drogen, Gefühlszustände, wie er sie vorher nicht kannte, Bücher, von denen er noch nie gehört hatte. In Briefen an einen „Freund“, die so berührend wie erhellend, so komisch wie traurig sind, erzählt er von einem Jahr, das sein Leben für immer prägen wird. Und von einem Geheimnis, das ihn zu dem Menschen gemacht hat, der er ist … Ein tief berührendes Buch über Freundschaft, Liebe und die Frage, was das alles eigentlich zu bedeuten hat – mit „Das also ist mein Leben” hat Stephen Chbosky einen der schönsten Jugendromane aller Zeiten geschrieben. (Quelle: Amazon)

 

Über das Buch

Der Drehbuchautor und Regiseur Stephen Chbosky (*25. Januar 1970) schrieb seinen Weltbestseller The Perks of Being a Wallflower bereits in den 90er Jahren und veröffentlichte das Buch 1999 bei Pocket Books. Es sollte weitere 13 Jahre dauern, bis aus dem Buch auch ein Film wurde, der in Deutschland unter dem Titel Vielleicht lieber morgen in die Kinos kam, u. a. mit Emma Watson in der Hauptrolle.

Stephen Chbosky: Das ist also mein Leben Dt. Taschenbuchausgabe  HEYNE Verlag (2012)

Stephen Chbosky:
Das ist also mein Leben
Dt. Taschenbuchausgabe
HEYNE Verlag (2012)

1999 wurde zudem das Buch in Deutschland erstmals veröffentlicht und ist 2011 in einer Neuübersetzung von Oliver Plaschka unter dem Titel Das ist also mein Leben bei HEYNE erschienen. Die oben abgebildete blaue, englische Taschenbuchausgabe hat 231 Seiten und ist beim Verlag Simon and Schuster erschienen, die deutsche Ausgabe (links) hat 288 Seiten.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive der Hauptperson Charlie erzählt und zwar in Briefform an einen Fremden, faktisch ist das der Leser des Buches. Charlie beschreibt in den Briefen die Dinge, die er erlebt und spricht den Leser direkt als „Lieber Freund“ an. Die Briefe reihen sich von der ersten bis zur letzten Seite aneinander, haben jeweils ein Datum und decken ziemlich genau den Zeitraum von 12 Monaten ab. Dem Leser fällt es dadurch leicht, die Ereignisse zeitlich einzuordnen. Zudem ist der Roman in vier etwa gleich große Abschnitte unterteilt. Ganz zum Schluss gibt es noch einen letzten Brief als Epilog, der die Handlung abrundet.

 

Meine Meinung

Ich habe den Roman innerhalb eines Tages auf Englisch gelesen, was aufgrund der relativ wenigen Seiten kein allzu großes Problem war. Ich fand es sehr gut, dass Chbosky die Briefform für den Roman gewählt hat, weil Charlies Briefe an einen Fremden seinem vorsichtigen Charakter entspricht, sich anderen mitzuteilen. Er ist nämlich ein sehr zurückhaltender Jugendlicher, der versucht niemanden in seinem Umfeld zu verletzen, gleichzeitig ist er sehr sensibel und bricht in etwas emotionaleren Momenten schnell in Tränen aus. Man könnte sagen er sei ein Weichei oder eine schreckliche Heulsuse. Wenn man aber die Hintergründe seiner Geschichte kennt, die sich einem erst am Ende des Buches erschließt, dann glaubt man ihn besser zu verstehen. Charlie ist auf der Suche nach Zuwendung und will den fremden Leser seiner Briefe (uns Leser) an den Ereignissen teilhaben lassen. Dabei will er ausdrücklich anonym bleiben, damit der Leser nicht erfährt, wer er wirklich ist. Er füllt daher lieber Briefbögen mit seinen Gefühlen, als ein Tagebuch, weil letzteres könnte ja jemand finden und seiner Person zuordnen. Das möchte er keinesfalls. :)

Charlie ist sehr introvertiert und im Umgang mit Menschen, die er nicht gut kennt, ziemlich unbeholfen, was ihm wiederum nicht gerade große Popularität an seiner Schule beschert. Er ist schüchtern, aber außerordentlich intelligent, was beides auch Teil seines Problems sein könnte, denn er macht sich oft zu viele Gedanken, wie andere reagieren könnten. Er beobachtet daher seine Welt lieber vom Rand und sieht zu, wie sich Menschen in seinem Umfeld streiten und verlieben, Kummer und Spaß haben. Er sieht ihre Probleme und auch die schhönen Momente und versucht dabei niemandem im Weg zu sein und niemanden zu verletzen. Leider steht er sich damit selbst sehr oft im Weg und seine erste Liebesbeziehung läuft nicht gerade perfekt für ihn.

Girls are weird, and I don’t mean that offensively. I just can’t put it any other way.
(Charlie in: The Perks of Being a Wallflower)

Er tut sich anfangs schwer in die Welt der Teenager zu finden. Partys, Freundinnen, Sex und Drogen sind für ihn unbekanntes Terrain. Wären da nicht seine Freunde, vor allem Patrick und Sam, die ihn so akzeptieren, wie er ist, er würde wohl nie das Haus verlassen haben. Charlies Gedanken zu den Ereignissen um ihn herum sind zum Teil sehr tiefgründig, nahezu poetisch, und manchmal auch äußerst witzig.

“I am very interested and fascinated how everyone loves each other, but no one really likes each other.” (Charlie in: The Perks of Being a Wallflower)

Die Charaktere im Buch sind durchweg gut beschrieben und haben die vielfältigsten Probleme, die man als gerade pupertierter Teenager eben hat. Man genießt die letzten Tage an der High School und sehnt sich der großen Freiheit entgegen, wenn man das Elternhaus schließlich verlassen kann, um ein College oder eine Universität zu besuchen. Charlies beste Freunde Patrick und Sam sind dabei genauso detailliert beschrieben, wie alle anderen Nebencharaktere im Buch, bis hin zu seinem Englischlehrer Bill, der Charlie mit immer neuen Büchern versorgt und ihn in seiner Entwicklung fördert. :lesen:
Stephen Chbosky hat in seinem Roman eine einfache Sprache beibehalten, die Charlies Schilderungen in seinen Briefen glaubhaft erscheinen lassen. Gleichzeitig führt der Autor den Leser durch die Lebenswelten der Teenager und verknüpft dabei die Ereignisse gekonnt mit Charlies Empfindungen. Lachen und Weinen liegen im Buch nahe beinander. Meistens lacht der Leser und Charlie weint, aber das ist schon in Ordnung, denn ganz zum Schluss wendet sich alles irgendwie doch zum Guten. :thumbup:

4 von 5 Sternen "Ein Buch mit großen Gefühlen und über die Liebe."

4 von 5 Sternen
„Ein Buch mit großen Gefühlen und über die Liebe.“

Mein Fazit

Ich finde es schwer für das Buch eine eindeutige Empfehlung zu geben. Den Stil und vor allem die Charaktere im Buch muss man mögen. Manchen ist es vielleicht zu wenig Action und Charlies manchmal weinerliches Wesen kann auch schon anstrengend sein. Dennoch passiert in dem Buch sehr sehr viel, da es Geschichten sind, die das Leben schreibt. The Perks of Being a Wallflower enthält  viele Denkanstöße, die es wert sind zitiert zu werden, über die es sich lohnt etwas länger zu grübeln. Genau darin liegt die Besonderheit des Buches und ich würde daher jedem meiner Jugendbuch-Leser hier empfehlen, sich darauf einzulassen, denn es ist tatsächlich außergewöhnlich. :)

Mit den letzten Sätzen verabschiedet sich Charlie. Dass es ihm Leid tut die Zeit des Lesers „verschwendet“ zu haben, ist typisch für seinen Charakter. :)

I’m so sorry that I wasted your time because you really do mean a lot to me and I hope you have a very nice life because I really think you deserve it. I really do. I hope you do, too. Okay, then. Goodbye. (Charlie in: The Perks of Being a Wallflower)

Ich habe das Buch auf Englisch gelesen. Das Sprachniveau ist nicht sonderlich hoch (Jugendsprache) und ich würde deshalb auch empfehlen es im Original zu lesen (v. a. wenn man Englisch mag). Es ist gut verständlich.

 

Jay

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