Sally Green: Half Wild (Half-Bad-Trilogie, Band 2)

The point of being good is doing it when it’s tough, not when it’s easy.
(Sally Green: Half Wild)

Sally Green: Half Wild UK-Taschenbuchausgabe Penguin Books (2015)

Sally Green: Half Wild
UK-Taschenbuchausgabe
Penguin Books (2015)

Inhalt

Hat endlich seinen Vater gefunden und von ihm die drei Gaben erhalten, die ihn zu einem vollwertigen Hexer werden lassen. Doch welche Gaben das genau sind, das muss Nathan selbst herausfinden und schon bald stellt er fest, dass er sie nur schwer kontrollieren kann und er auch seine Freunde und Verbündeten damit in große Gefahr bringt.
Nach dem Gefecht und auf der Flucht vor den Jägern der Weißen Hexen zieht sich Nathan alleine in die Wälder zurück, um am vereinbarten Treffpunkt auf seinen Freund Gabriel zu warten. Anneliese, seine große Liebe, befindet sich derweil immer noch in den Fängen der mächtigen Hexe Mercury und Nathan merkt, dass er allein nur wenig tun kann, um Annelise zu befreien. Da taucht statt Gabriel plötzlich der geheimnisvolle Nesbitt am Treffpunkt auf, ein Halbblut und Gehilfe einer schwarzen Hexe namens Van. Wenn Nathan hoffen will Gabriel und Anneliese zurück zu gewinnen, dann muss er Nesbitt vertrauen und ihm zu Van folgen. Doch schon bald stellt sich heraus, dass es hierbei um weitaus mehr geht, als um das Leben seiner beiden Freunde…

Über das Buch und die Autorin

Half Wild ist der zweite Teil der erfolgreichen Half-Bad-Trilogie von Sally Green, die mit ihrem Debütroman Half Bad am 04. März 2014 ihren Anfang nahm. Die Romane wurden inzwischen in mehrere Sprachen übersetzt.
Half Wild erschien am 24. März 2015 als Hardcover bei Penguin Books in England. Ich habe die Taschenbuchausgabe über die Plattform Blogg dein Buch als Rezensionsexemplar erhalten und war schon vom Cover des Taschenbuchs schwer begeistert. Die englische Taschenbuchausgabe hat 402 Seiten und ist in fünf große Abschnitte mit mehreren Unterkapiteln unterteilt.
Sally Green hat erst relativ spät, im Jahr 2010, ihre Liebe zum Schreiben entdeckt. Sie lebt mit ihrem Mann im Nordwesten von England und arbeitet derzeit am dritten Teil der Trilogie.
Der letzte Teil der Trilogie soll im März 2016 unter dem Titel Half Lost erscheinen.

Meine Meinung

Mit Half Wild hat Sally Green eine gelungene Fortsetzung ihres Debütromans Half Bad erschaffen, die jedoch an den ersten Teil der Trilogie nicht ganz heranreicht. Positiv lässt sich zunächst herausstellen, dass die Autorin ihre Charaktere ein ganzes Stück weiterentwickelt hat. Außerdem werden einige neue Charaktere eingeführt, die ich sehr interessant fand. Dazu gehören zum Beispiel die schwarze Hexe Van und ihr schräger Gehilfe Nesbitt. Half Wild bezieht seine Spannung vor allen Dingen aus den Beziehungen der alten und neuen Charaktere untereinander und den sich dramatisch verändernden Entwicklungen in der Handlung. Weiße und schwarze Hexen versuchen nämlich ein Bündnis gegen einen neuen, gemeinsamen Feind zu schließen, der beide Hexengesellschaften zu vernichten droht. Dass man jedoch jahrhundertealtes Misstrauen, Abneigung und Hass nicht von heute auf morgen beilegen kann, ist nur allzu verständlich. Obwohl man versucht sich zusammen zu raufen, kommt es zwischen Schwarz und Weiß doch immer wieder zu Spannungen, Misstrauen und finsteren Blicken, die der Handlung eine gute Portion Dynamik verleihen. Ehemalige Todfeinde werden mit der Zeit zu Kampfgefährten, aber wer kann schon sagen, ob das lange gut gehen wird und sich nicht alle irgendwann an die Gurgel gehen?

Gleichzeitig verabschiedet sich Sally Green von der reinen Schwarz-Weiß-Malerei des ersten Bandes und zeigt verschiedene charakterliche Facetten der Personen auf. Immer deutlicher treten nämlich bei den Protagonisten auch negative Eigenschaften hervor, Ecken und Kanten, die im ersten Buch noch kaum zu erkennen waren. Das betrifft auch Nathan, der mit sich selbst und seinen neuen Gaben kämpft. Zum einen fürchtet er sich davor, was er werden könnte, wenn er sie nicht hinreichend kontrollieren kann. Zum anderen genießt er seine neuen Kräfte und die damit verbundene Macht, die ihm sein Vater Marcus verliehen hat. Überhaupt bekommt die Beziehung zu seinem geheimnisvollen, legendären Vater in Half Wild  mehr Gewicht, was ich toll fand. Der unnahbare Marcus findet seinen Sohn.
Interessant ist auch die Liebesbeziehung zwischen Nathan und Annelise, die nicht gerade mit Begeisterung aufgenommen wird. Schwarz liebt weiß? Das kann doch nicht sein! Und dann ist da auch noch Nathans Freund Gabriel, der auch jemanden unglaublich gern hat… :herz:

Wie schon der erste Band der Trilogie beinhaltet die Handlung ein gehöriges Maß an Gewalt. Vor allem in den Kämpfen gegen die Jäger geht es zur Sache. Man merkt jedoch, dass der Autor eine Autorin ist, denn die Kampfszenen sind wenig detailreich beschrieben. Gestorben wird trotzdem und bestimmt nicht mit zu wenig Blut. Mich hat es nicht gestört, wenn man allerdings etwas zart besaiteter ist… :rambo:
Den Handlungsverlauf selbst würde ich als Zickzackkurs beschreiben. Man rennt von eine Ort zum anderen, befragt Leute und gewinnt Verbündete, löst Rätsel, kämpft gegen die Jäger (Hunter) und beschäftigt sich mit seinen Gefühlen gegenüber sich und den anderen. Die Handlung war zwar abwechslungsreich, jedoch gab es nicht das große Ziel, auf das man am Buchende hinarbeitete. Vielmehr empfand ich Half Wild als Hinführung zum großen Showdown im dritten und letzten Band. Das tut dem Buch jedoch keinen Abbruch.

4,5 von 5 Sternen "Eine gelungene Fortsetzung."

4,5 von 5 Sternen
„Eine gelungene Fortsetzung.“

Mein Fazit

Half Wild ist die gelungene Fortsetzung von Half Bad und besticht durch eine abwechslungsreiche Handlung, die vor allem die Beziehungen der Charaktere untereinander zum Schwerpunkt hat. Die Frage, was ist „gut“ und was ist „böse“, spielt dabei immer wieder eine gewichtige Rolle. Ich kann diesen zweiten Teil der Reihe durchaus empfehlen, der vor allem als Hinführung zum finalen Buch zu werten ist, das im Frühjahr 2016 erscheinen soll.

Ich habe das Buch auf Englisch gelesen. Das Sprachniveau war OK und alles war gut verständlich. Hauptsächlich wurde gängiger Wortschatz verwendet, weshalb man mit durchschnittlichen Englischkenntnissen gut zurecht kommen sollte.

Jay

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