Sally Green: Half Bad – Das Dunkle in mir

An sich ist nichts weder gut noch böse. Das Denken macht es erst dazu.
(William Shakespeare – Hamlet)

Sally Green: Half Bad Englischer Hardcover (2014)

Sally Green: Half Bad
Englischer Hardcover (2014)

Klappentext (Übersetzung)

Du kannst weder lesen noch schreiben, aber Du heilst Deine Wunden schnell, sogar für einen Hexer.
Im Haus wird Dir nach Einbruch der Dunkelheit übel.
Du hasst Weiße Hexen, aber Du liebst Annaliese, die eine ist.
Seit Deinem vierzehnten Lebensjahr wirst Du in einem Käfig gehalten.
Deine einzige Chance ist die Flucht und dann Mercury zu finden, die Schwarze Hexe, die Jungen isst,
und das alles vor Deinem siebzehnten Geburtstag.
Kinderleicht.

Inhalt

Nathan wird gejagt.
Seit seiner frühesten Kindheit wird er von der Regierung beobachtet, verfolgt, eingesperrt. Denn Nathan lebt in einer Welt, in der – mitten im modernen Alltagsleben – Hexen existieren. Weiße Hexen, die sich selbst für gut erachten und die Regierungsmacht in ihren Händen halten. Schwarze Hexen, die gefährlich und skrupellos sind und im Untergrund arbeiten. Und Nathan, der beides ist – denn seine Mutter war eine Weiße und sein Vater Marcus ist der gefürchtetste Schwarze aller Zeiten. Nathan ist ihm nie begegnet, aber von so einem Vater kann er nur Dunkles und Böses geerbt haben. Oder?
Um an Marcus heranzukommen, stellt der Rat der Weißen eine tödliche Falle – mit Nathan als Köder. Bald wird Nathan von beiden Seiten gejagt und muss sich entscheiden, wofür es sich zu kämpfen lohnt: für die gute Seite in ihm – oder für die böse … (Quelle: Amazon)

Über das Buch und die Autorin

Half Bad ist der Debütroman von Sally Green und erschien in England am 04. März 2014. Schon am 31. März 2014 erschien die deutsche Ausgabe mit dem Titel Half Bad – Das Dunkle in mir beim cbj Verlag. das Buch ist der Beginn eines Dreiteilers und die Fortsetzung mit dem Titel Half Wild wird für Frühling 2015 erwartet.
Ich habe die englische Hardcoverausgabe gelesen. Die Handlung ist in sechs mehr oder weniger große Abschnitte mit insgesamt 53 Kapiteln unterteilt und hat  380 Seiten. Daran lässt sich erkennen, dass die Kapitel im Schnitt sehr kurz sind, was angenehm ist. das Coverdesign der englischen und der deutschen Hardcoverausgabe unterscheidet sich farblich und stilistisch kaum. Ich finde es einfach, aber dennoch ansprechend. Man merkt, dass Half Bad (noch?) kein Buch für den Massenmarkt ist, denn der englische Hardcover hat eine richtige Fadenbindung und auch die Papierqualität ist ganz in Ordnung. :thumbup:
Sally Green hat erst relativ spät, im Jahr 2010, ihre Liebe zum Schreiben entdeckt. Sie lebt mit ihrem Mann im Nordwesten von England udn arbeitet derzeit am zweiten Teil der Trilogie.

Meine Meinung

Wenn man es darauf anlegt, dann kann man in jeder Geschichte Dinge finden, die man kritisieren kann (oder auch nicht). Das ist schließlich auch die Aufgabe des Rezensenten. Auch in Half Bad gibt es sicherlich den einen oder anderen Aspekt, der Anlass zu Kritik geben könnte. Zum Beispiel ist da die eine oder andere Passage, die man vielleicht hätte kürzen können. Oder man könnte der Meinung sein, dass es doch einige recht gewaltsame Abschnitte gibt, die vielleicht zu heftig sind, als dass man sie einem 14-jährigen Leser zumuten könnte. Ob einem ein Buch gefällt oder nicht, hängt jedoch in erster Linie auch immer von den persönlichen Erwartungen ab, die man an es stellt. Ich versuche dann immer Positives und Negatives abzuwägen und bin bei Half Bad zu dem Schluss gekommen, dass es mir trotz gelegentlicher Längen wirklich sehr gut gefallen hat. Die Geschichte konnte mich fesseln und zwar so, dass ich eigentlich noch weiterlesen wollte, obwohl ich kaum die Augen offen halten konnte. :sleep:
Für mich ist das zunächst ein eindeutiges Zeichen für ein gutes Buch, welches mich unterhalten kann. Die Charaktere, allen voran die Hauptfigur Nathan, fand ich sehr interessant. Sally Green hat es gut verstanden seiner Person einiges an Tiefe zu verleihen, was nicht zuletzt der Ich-Perspektive geschuldet ist, in der das Buch geschrieben wurde. Man bekommt gute Einblicke in Nathan’s Gedankenwelt, seine Gefühle für Annaliese, für seine Geschwister und seine Großmuter und nicht zuletzt für seinen Vater, der für ihn ein Fremder ist.
Die Rahmenhandlung ist gut durchdacht und überschaubar. Der Kampf zwischen den Weißen Hexen, die sich konsequent als die „Guten“ betrachten (und doch weit davon entfernt sind), und den Schwarzen Hexen bestimmt die Handlung. Nathan wird von den Weißen ständig kritisch beäugt, da sein Vater ein mächtiger Schwarzer Hexer ist. Er wird aufgrund seiner Herkunft von einem Großteil der Weißen Gesellschaft ausgegrenzt und bekommt dies schon als Kind in vielen Dingen offen und subtil zu spüren. Gewisse Parallelen zu den Lebenssituationen von Randgruppen unserer Gesellschaft und etwas versteckte Sozialkritik lassen sich hier durchaus finden.
Lediglich seine Großmutter und seine Geschwister geben Nathan Geborgenheit, doch als Kind muss sich Nathan anpassen und seine Gefühle verleugnen, um bestehen zu können.

I have to prove to everyone, at all times, that I am a White Witch, my loyalities are to Whites and my thoughts are pure White. (Half Bad, page 41)

Um sich und seine kleine Familie vor Repressalien zu schützen ist er sogar permanent gezwungen zu behaupten, er würde seinen Vater von ganzem Herzen hassen. Den Vater, den er nicht einmal kennt, der ihn nie aufsuchte und nach dem er sich heimlich sehnt.
Groß ist Nathans Liebe zu seinem älteren Bruder Arran und natürlich zu Annaliese, seiner ersten Liebe, die sie beide geheim halten müssen. Was er für sie schließlich  an einer Stelle auf sich nimmt, dass zerreißt einem fast das Herz. :headache:
Neben den Beziehungen der Charaktere hat es Sally Green verstanden die Handlung abwechslungsreich zu gestalten und sie nicht allzu vorhersehbar zu machen. Dadurch konnte sie die Spannung erfolgreich bis zum Schluss aufrecht erhalten, sodass ich mich bereits jetzt auf die Fortsetzung Half Wild freu.

It’s how you think and how you behave that shows who you are. You aren’t evil, Nathan. Nothing about you is evil. (Arran zu Nathan, Half Bad, page 110)

4,5 von 5 Sternen "Ein überzeugender Debütroman, der Lust auf mehr macht."

4,5 von 5 Sternen
„Ein überzeugender Debütroman, der Lust auf mehr macht.“

Fazit

Insgesamt konnte Half Bad meine Erwartungen erfüllen. Kleinere Kritikpunkte sind gelegentliche Längen und ein zum Teil hohes Maß an Gewalt für ein Jugendbuch ab 14 Jahren. Die Charaktere, insbesondere der Hauptcharakter Nathan, sind gut ausgearbeitet und tiefgängig. Die Handlung zwichnet sich durch Abwechslung und einen lebendigen Schreibstil aus, der sehr angenehm und flüssig zu lesen ist. Alles in allem kann ich Sally Greens Debütroman durchaus empfehlen. Es ist alles enthalten, was einen guten Jugendroman in dem Genre ausmacht: Action, Freundschaft, Magie und eine Liebesgeschichte. :thumbup:

Sally Green: Half Bad Signierte Titelseite

Sally Green: Half Bad
Signierte Titelseite

 

 

 

Ich habe das Buch auf Englisch gelesen. Das Sprachniveau ist recht gut verständlich. Manche Wörter müssen nachgeschlagen werden.

Jay

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