Ransom Riggs: Die Stadt der besonderen Kinder (Hollow City)

Strange, I thought, how you can be living your dreams and your nightmares at the very same time. (Ransom Riggs: Hollow City)

Ransom Riggs: Hollow City Gebundene engl. Ausgabe Quirk Books (2014)

Ransom Riggs: Hollow City
Gebundene engl. Ausgabe
Quirk Books (2014)

Inhalt

Mit Müh und Not konnten Jakob und die besonderen Kinder aus der Zeitschleife, der Insel Cairnholm, vor ihren Feinden fliehen. Nun sind sie im England der 1940er Jahre gestrandet, immer noch verfolgt und ohne Beistand von Miss Peregrine, die sich nicht mehr in ihre Menschengestalt verwandeln kann. Um Miss Peregrine zu retten, brauchen die Kinder eine andere Magierin. Gerüchteweise lebt eine in London, und so machen sie sich auf den gefährlichen Weg in die zerbombte Stadt. Dort angekommen, finden sie schließlich Miss Wren und glauben schon, gerettet zu sein. Doch ausgerechnet hier, in ihrer vermeintlichen Zuflucht, erwartet sie der größte Verrat…

Über das Buch und den Autor

Ransom Riggs ist in Florida aufgewachsen, ist aber jetzt im Land der besonderen Kinder beheimatet – Los Angeles. In seiner Kindheit und Jugend las er beständig Geistergeschichten und britische Comedy, was vermutlich die Bücher erklärt, die er schreibt. Es gibt eine geringe Chance, dass er sich gerade in deinem Haus aufhält und dich von unter dem Bett aus beobachtet… (Übersetzung der Autorenbeschreibung in Hollow City).
Nach dem großen Erfolg von Die Insel der besonderen Kinder ist Die Stadt der besonderen Kinder nun der zweite Roman von Ransom Riggs. Die englische Ausgabe trägt den Titel Hollow City: The Second Novel of Miss Peregrine’s Peculiar Children und ist im Januar 2014 erschienen. Das Buch ist in zwei große Abschnitte mit insgesamt 13 Kapitel mit 400 Seiten unterteilt und beim US-Verlag Quirk Books in Philadelphia erschienen. Die deutsche Übersetzung trägt den Titel Die Stadt der besonderen Kinder, hat 480 Seiten und ist im Februar 2015 beim Knaur Verlag erschienen. Der dritte (englische) Teil der Reihe erscheint am 22.09.2015 und heißt Library of Souls.

Meine Meinung

Nachdem die Handlung des ersten Teils der Miss-Peregrine-Reihe gar so anders war, als ich es eigentlich erwartet hatte, konnte ich mich nun in der Fortsetzung auf Ransom Riggs‘ Stil und seine Geschichte einstellen. Es viel mir nicht schwer in die Handlung zu finden und ich muss sagen: dieser zweite Band konnte mich wirklich überzeugen. Ich liebe seine „besonderen“ Protagonistinnen und Protagonisten und es wirklich eine Freude ihr Abenteuer mitzuerleben. Überhaupt liegt der Fokus in diesem Band viel stärker auf den Charakteren der Kinder, die im ersten Band leider etwas zu kurz kamen. Zwar spielen Jacob und Emma weiterhin eine wichtige und zentrale Rolle, jedoch gewinnen auch die anderen Kinder der Gruppe viel mehr an Tiefe und bekommen auch einen höheren Stellenwert in der Handlung. Ransom Riggs hat sich hier wirklich viele Gedanken gemacht, um den Kindern mehr Leben einzuhauchen. Da wäre zum Beispiel Hugh, der mit seinen Bienen im Bauch für einiges an Furore sorgt und von dem man auch eine Vorgeschichte erfährt. Enoch, der immer wieder kritisch die Taten der anderen kommentiert und bisweilen unausstehlich wird (obwohl er manchmal auch sympatische Seiten zeigen kann). Der gut gekleidete Horace, mit seinen Visionen und Träumen und natürlich der unsichtbare Millard, der einen „Leidensgenossen“ kennenlernen darf. Sie alle (und natürlich auch der Rest der Gruppe) spielen irgendwann im Buch eine wichtige Rolle bei der Suche nach der geheimnisvollen Miss Wren und behaupten sich in den zahlreichen brenzligen Situationen, in welche die Gruppe immer wieder gerät. Ich fand es toll, wie sich die Freunde dann oft ergänzen, sich um die anderen sorgen und kümmern, und wie jedes der Kinder seinen Platz darin findet und seine Fähigkeiten zum Wohle der Gruppe einsetzt. Es machte Freude darüber zu lesen. :thumbup:

Ransom Riggs: Die Stadt der besonderen Kinder Dt. Ausgabe Knaur Verlag (2015)

Ransom Riggs: Die Stadt der besonderen Kinder
Dt. Ausgabe
Knaur Verlag (2015)

Ransom Riggs hat in dieses Buch wieder viele fantastische Ideen einfließen lassen und eine ganze Reihe unerwarteter Wendungen machten Hollow City für mich zu einem Pageturner. Längen konnte ich, im Gegensatz zum ersten Teil, kaum finden und immer wenn ich dachte, die Kinder wären aus dem Gröbsten heraus und in Sicherheit, bahnte sich überraschend neuer Ärger an. Doch obwohl die Handlung ziemlich aktionsgeladen ist und es manchmal auch Tote gibt, gibt es dennoch keine übertriebene Darstellung von Gewalt, was ja bei Jugendbüchern leider nicht immer der Fall ist. Ransom Riggs fand ihr, meiner Meinung nach, genau das richtige Maß, um die Spannungskurve auf dem richtigen Level zu halten.

Jacobs Beziehung zu Emma entwickelt sich weiter und die beiden kommen sich näher. Gegen Ende des Buches steht Jacob jedoch eine schwierige Entscheidung bevor, die der Handlung nochmal eine zusätzliche Wendung gibt. Überhaupt fliegt auf den letzten 40 Seiten alles nur noch so dahin und die Ereignisse überschlagen sich regelrecht. Den im Klappentext erwähnten „Verrat“ konnte ich jedoch schon ein ganzes Stück vorher erahnen, wodurch mich der Schock nicht allzu überraschend traf. Trotzdem war es ein würdiges Ende für diesen zweiten Band und zum Glück erscheint der dritte Teil schon in drei Tagen… :-D

4 von 5 Sternen "Eine echte Steigerung zum ersten Teil."

4 von 5 Sternen
„Eine echte Steigerung zum ersten Teil.“

Mein Fazit

Eine gut geschriebene Fortsetzung von Die Insel der besonderen Kinder in der Ransom Riggs die Messlatte nochmal ein ganzes Stück anhebt. Mir hat dieser Band besser gefallen, als der erste, was auch zeigt, dass der Autor seinen Schreibstil weiterentwickelt und dass hier noch einiges Potential verborgen liegt. Der Handlungsverlauf war spannend und abwechslungsreich. Die Protagonisten gewannen einiges an Tiefe und konnten auf meiner persönlichen Beliebtheitsskala einige Punkte hinzugewinnen. Insgesamt ein Buch, das sich zu lesen lohnt. Ich freue mich auf Band 3. Leseempfehlung! :thumbup:

 

Auch dieses Buch ist auf Englisch sehr gut verständlich und für jugendliche Fremdsprachler geeignet. Der Wortschatz ist weitestgehend Standard und es muss nur selten ein Wörterbuch zu Rate gezogen werden. Wer einigermaßen Englisch kann, kann sich getrost an das Original wagen.

Jay

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