Pierce Brown – Red Rising: Tag der Entscheidung

Ich denke an mein Volk, das in der Finsternis gefangen ist. An alle Farben auf allen Welten. die in Ketten gelegt sind, damit Gold regieren kann, und ich spüre, wie sich meine Wut durch die dunkle Leere brennt, die er in meine Seele geschnitzt hat. Ich bin nicht allein. Ich bin nicht sein Opfer.“ (Pierce Brown – Red Rising: Tag der Entscheidung)

Pierce Broen: Red Rising Tag der Entscheidung Dt. Taschenbuch, Heyne (2016)

Pierce Broen: Red Rising
Tag der Entscheidung
Dt. Taschenbuch, Heyne (2016)

Inhalt

Obwohl seine Lage völlig aussichtslos ist, kann Darrow die Hoffung auf Revolution nicht begraben. Er mag alles verloren haben – seinen Ursprung als Roter Minenarbeiter, seine erste große Liebe, seinen Kampf inmitten der Goldenen, seine Freiheit. Aber solange er lebt, wird er weiterkämpfen. Auch wenn sein Erzfeind, der Schakal, ihn in einem unmenschlich grausamen Kerker gefangen hält.
Als Darrow nach fast einem Jahr immer noch nicht gebrochen ist, darf er das Tageslicht wieder sehen. Und wider jedes Erwarten erhält er eine letzte Chance, Gerechtigkeit im Universum herzustellen. Aber dafür muss er alles riskieren und auch jene zurückgewinnen, die er sich zu Todfeinden gemacht hat. (Klappentext)

Über das Buch und den Autor

Pierce Brown ist ein US-amerikanischer Autor und wurde am 28. Januar 1988 in Denver (Bundesstaat Colorado) geboren. Nach eigenen Angaben schrieb er seinen Debutroman Red Rising vor einigen Jahren innerhalb von zwei Monaten über der Garage seiner Eltern in Seattle und hätte im Traum nicht damit gerechnet, dass sein Roman einmal ein Millionenbestseller werden könnte. Die Rechte für die Verfilmung der Reihe liegen seit Februar 2014 bei Universal Pictures.
Red Rising: Tag der Entscheidung ist nun der dritte und finale Band seiner Red-Rising-Trilogie, der den Originaltitel Morning Star trägt. Das Buch ist, ebenso wie die ersten beiden Bände, durchweg aus der Perspektive des Hauptcharakters Darrow geschrieben. Es ist in vier Abschnitte mit insgesamt 65 Kapiteln unterteilt. Hinzu kommen ein Prolog und ein Epilog, der die Geschichte abrundet. Die deutsche Ausgabe hat 652 Seiten und ist am 12. September 2016 bei Heyne erschienen.

Meine Meinung

Ich habe die ersten beiden Bücher der Trilogie in den Sommerferien innerhalb weniger Tage gelesen und zum Glück erschien bereits im September 2016 der letzte Teil in den deutschen Buchhandlungen. Danke an den Heyne-Verlag für dir unkomplizierte Zusendung eines Rezensionsexemplars dieses wirklich fantastischen Abschlusses einer sagenhaften Reihe.
Schein die ersten beiden Bücher waren für mich richtige Pageturner und ich muss gestehen, dass ich ein klein wenig Angst hatte, der dritte Teil könnte nicht an das Niveau der ersten beiden Bücher heranreichen. Es wäre nicht das erste Mal, dass der Schluss einer Geschichte die Erwartungen der Leser nicht erfüllen kann. Ich nehm’s gleich vorweg, Pierce Brown konnte es. Ich finde, dass Tag der Entscheidung seinen Vorgängern würdig ist und die Handlung würdig beendet. Pierce Brown legt in diesem Buch einen stärkeren Fokus auf die Menschen und Mitstreiter an Darrows Seite und lässt sie in vielen Dialogen und bewegenden Episoden zu Wort kommen. Somit steht nicht mehr ausschließlich Darrow im Mittelpunkt der Geschichte, und ich fand diese Veränderung recht passend. Es ist schließlich schon lange nicht mehr nur Darrows Krieg gegen die Goldenen, oder der Krieg der Söhne des Ares. Zu sehr haben die vergangenen Ereignisse auch Einfluss auf die Persönlichkeiten der „Nebencharaktere“ genommen, sie in ihrer Position beeinflusst und damit auch die Machtverhältnisse im Reich der Goldenen. Das spannende in dieser Handlung sind eben diese Veränderung, denn Darrow kann sich nicht mehr der Loyalität aller seiner Mitstreiter sicher sein, wie das schreckliche Ende im zweiten Band bewies. Pierce Brown spielt mit dieser Unsicherheit und natürlich kommt es auch im letzten Teil zum Verrat und zu überraschenden Wendungen, die mich als Leser für Stunden an das Buch fesselten. Der Autor beschreibt den Krieg nicht von seiner besten Seite (wenn es die überhaupt gibt). Darrows Siege tragen oft auch den einen oder anderen Wermutstropfen in sich. Kaum ein Erfolg ist perfekt und immer wieder bleiben vom Leser geschätzte Charaktere auf der Strecke bzw. müssen Übles einstecken. Doch genau diese Art der Spannungsförderung ist es, die solche Bücher von der großen Masse abhebt, denn sie lässt den Leser mitfiebern. Ich kann euch verraten, dass ich an so mancher Stelle ziemlich stark von den Wendungen der Ereignisse überrascht war, insbesondere im letzten Viertel, als es zum großen Showdown zwischen Darrow und der Weltengesellschaft kommen musste. Streckenweise hatte ich da schon meine Zweifel, ob der Autor wirklich das Richtige tun würde, aber lest es selbst. :)
Was mir auch im dritten Band gut gefallen hat, waren die Charakterbeziehungen und Browns Geschick allen wichtigen Personen eine eigene „Seele“ zu geben, die man als Leser Stück für Stück ergründen darf. Wie gesagt, es ist keine klare Handlungslinie, sondern eine mit vielen Unwägbarkeiten, gerade, was die Charaktere betrifft. Die vielen gewalttätigen Auseinandersetzungen fordern nicht nur immer wieder das Leben bekannter Charaktere, sondern hinterlassen auch an den Hinterbliebenen ihre Spuren, die ihre Einstellungen beeinflussen. Ich fand es gut, dass der Autor diesen Weg gewählt hat und Darrows Revolution, und sei sie noch so nobel und voller guter Intentionen, nicht zu einem Loblied auf Krieg und Gewalt hochstilisiert, sondern sie immer wieder auch als das erscheinen lässt, was sie eigentlich ist, eine blutige, gewaltvolle Sache, die auf allen Seiten viele Opfer fordert. Dadurch wurde die Handlung für mich glaubhafter, lebendiger und letztendlich auch fesselnder. Natürlich gibt es hin und wieder auch schöne Abschnitte voller Emotionen, die einen Leser nachdenklich machen und auch das eine oder andere Lächeln abgewinnen. Zu meinen Lieblingscharakteren gehörten, neben Darrow und Mustang, definitiv auch Ragnar und Sevro, die beide durch ihren außergewöhnlichen Charakter die Handlung bereichern.
Was lässt sich noch sagen? Der Schluss war würdig und passend, weshalb ich nicht nur den dritten Teil wärmstens empfehlen kann, sondern auch die ganze Reihe. Es lohnt sich.

4.5 von 5 Sternen "Gut geschrieben und ein würdiges Ende!"

4.5 von 5 Sternen
„Gut geschrieben und ein würdiges Ende!“

Mein Fazit

Red Rising: Tag der Entscheidung ist ein gelungener Abschluss einer mit Recht hervorragend gelungenen Trilogie. Die Handlung ist abwechslungsreich und fesselnd, der Schreibstil spannend und flüssig zu lesen. Mit seinen 650 Seiten ist das Buch kein Fliegengewicht, aber es lohnt sich in diese Welt abzutauchen, daher an dieser Stelle meine Leseempfehlung.

Jay

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