Neal Shusterman: The Dark Side of Nowhere

You can’t imagine how different things will be tomorrow.

Neal Shusterman The Dark Side of Nowhere US-Hardcoverausgabe (2012)

Neal Shusterman
The Dark Side of Nowhere
US-Hardcoverausgabe (2012)

Inhalt

Jason hat einen wirklich schlechten Tag. Nicht nur, dass einer seiner besten Freunde an einem Blinddarmdurchbruch sterben musste, auch dessen Eltern verhalten sich auf dem Begräbnis ihres Sohnes ziemlich merkwürdig. Hinzu kommt, dass sich Jason so gar nicht mehr wie er selbst fühlt, und eigentlich ist es nicht nur so ein Gefühl. Er ist tatsächlich nicht er selbst – nicht mehr jedenfalls. Doch wer ist er wirklich und was geschieht mit ihm? Genau das ist das Problem. Jason ist sich nicht sicher. Tatsächlich liegt das Problem aber nicht nur bei ihm, denn die ganze Stadt verhält sich in letzter Zeit recht merkwürdig. Seine Freunde. Seine Eltern. Jeder. Eigentlich ist Billington eine ganz stinknormale Stadt, doch Jason wird schon bald feststellen, dass in seinem Leben nichts jemals wieder normal sein wird… niemals.

 

Zum Buch

Bei The Dark Side of Nowhere handelt es sich um ein Jugendbuch (ab 12 Jahre) von Neal Shusterman, der in Deutschland durch seine viel diskutierte Unwind-Reihe (Vollendet-Reihe) bekannt wurde. Der hier rezensierte Roman ist bisher nur in englischer Sprache erschienen, lässt sich jedoch als Jugendbuch recht gut lesen, wenn man einigermaßen Englisch kann. Der Wortschatz ist nicht allzu anspruchsvoll, also schülerfreundlich. :)
Das Buch hat eine Gesamtlänge von 230 Seiten und ist in 17 Kapitel unterteilt. Schriftgröße und Zeilenabstand sind einem Jugendbuch entsprechend. Der Schutzumschlag passt im Design zu den anderen Büchern des Autors, was auch im Regal gut aussieht. Zudem gibt es das Buch als eBook.

Meine Meinung

Neal Shusterman zeigte schon in Unwind (Vollendet) ein sagenhaftes Talent den Leser von der ersten Seite an in die Geschichte zu ziehen. Im Mittelpunkt steht Jason, auf den ersten Blick ein ganz normaler 15-jähriger Junge, der in der kleinen, wenig aufregenden Stadt Billington sein Dasein fristet und sich mit Freunden, Schule und 500 Fernsehprogrammen via Satellit die Zeit vertreibt. Jason beschreibt die Situation in Billington treffend:

If boredom was a living, breathing thing, then its less interesting cousin would live in Billington.

Der Leser kann sich bestimmt denken, dass sich Jasons Situation bald ändern wird. Es beginnt schon damit, dass er Paula kennenlernt, ein Mädchen, das vor einigen Monaten nach Billington gezogen war und irgendwie nicht so ganz zum Rest seiner Freunde passt (auch wenn er nicht sagen kann warum).
Als ihm der Schul-Hausmeister Grant eines Tages zudem ein seltsames Gerät zusteckt und Jason das Versprechen abverlangt ihn nach der Schule in einem seit Jahren verlassenen und gemiedenen Stadtteil von Billington zu treffen, ändert sich Jasons Leben schlagartig. Er findet heraus, dass hinter seiner Herkunft und er Fasade der Kleinstadt Billington ein unglaubliches Geheimnis steckt, und seine Eltern, viele Bekannten und Freunde dabei ebenso eine ungeahnte Rolle spielen. :omg:
Schon nach wenigen Kapiteln nimmt die Geschichte plötzlich eine dramatische Wendung und entwickelt sich in eine Richtung, die man garantiert so nicht vermutet hat.
Was mir bei diesem Roman wieder einmal besonders gut gefallen hat, war Shustermans Geschick authentisch wirkende Hauptcharaktere zu entwickeln. Einblicke in ihre Gefühlswelt und Gedanken lassen den Leser schnell eine Beziehung aufbauen ohne dass es übertrieben wirkt. Besonders deutlich wird das in der bildlichen und unumwundenen Jugendsprache, die Shusterman verwendet. Wenn er seine jugendlichen Chaeraktere die Ereignisse oder ihre Gefühle erzählen lässt, dann bringen sie die Dinge direkt auf den Punkt. Oft zur Belustigung des Lesers:

Billy Chambers, aside from being the second-best pitcher Billington had ever seen, was about as butt-ugly as is legally allowed. Not even his Little League stardom could change that. On top of it, he was an angry kid too, and ugly multiplied with angry equaled zero social life.

Doch Shusterman beschränkt sich bei Weitem nicht auf seichte Unterhaltung. Seinen Romanen liegen durchaus recht erste Themen zugrunde, so auch in The Dark Side of Nowhere. Dies sind zum Beispiel Rassismus (wir sind allen anderen überlegen), Darwins Selektionstheorie (Schwache gehen zugrunde, Starke überleben) und natürlich Liebe und Freundschaft, was in einem Jugendbuch, wie ich finde, nicht fehlen darf. :herz:

Trotz der vielen positiven Ansätze des Romans, die mich fesseln konnten und gut unterhalten haben, gibt es jedoch auch etwas Kritik. So war das Ende zwar nachvolziehbar, die Geschichte hätte jedoch noch mehr Potential gehabt. Kurz, man hätte v. a. aus dem Schluss noch mehr machen können. Ein paar Fragen blieben bei mir als Leser noch offen. Hier hätte ich mir persönlich noch etwas mehr Erklärungen gewünscht, die leider nicht kamen. Es ist aber nicht so, dass mich diese Lücken völlig ratlos zurück ließen. Das Buch hat eine abgeschlossene Handlung, jedoch durchaus Potential für eine Fortsetzung. Mal sehen, ob Shusterman die Story wieder aufgreifen wird.

4 von 5 Sternen "Unterhaltsam und tiefgehend!"

4 von 5 Sternen
„Unterhaltsam und tiefgehend!“

Fazit

Ein spannendes Jugendbuch mit wirklich überraschenden Wendungen und einer abwechslungsreichen Handlung mit guten Ideen. Toll gezeichnete und glaubwürdige Charaktere. Keine übertriebenen Gewaltszenen, dafür einiges an Emotionen, Liebe und Freundschaft. Prisante Themen werden angesprochen, die einem auch nach der Lektüre des Buches gedanklich beschäftigen können, was für mich zu einem guten Jugendbuch gehört. Typisch Shusterman eben. :thumbup:

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