Myke Cole: Kontrollpunkt (Shadow Ops: Control Point)

Life sucks really badly sometimes, but you still have to live it. You have to pick up the pieces and try to do something with what’s left. (Myke Cole: Shadow Ops: Control Point)

Myke Cole: Control Point (Shadow Ops 1) US-Taschenbuchausgabe Ace Verlag (2012)

Myke Cole: Control Point (Shadow Ops 1)
US-Taschenbuchausgabe
Ace Verlag (2012)

Inhalt

Die Welt hat sich verändert. Immer wieder haben Menschen plötzlich  und über Nacht magische Fähigkeiten, die ihnen große Macht und Kraft verleihen. Jeden kann es treffen und keiner weiß, woher diese Gaben plötzlich kommen. Doch die Regierung ist alarmiert und wenn die Magiebegabten nicht kontrolliert werden, sind sie eine Gefahr für die Gesellschaft…

Lieutenant Oscar Brittons Aufgabe ist es jene Teenager und Erwachsenen gefangen zu nehmen, die sich der Kontrolle durch den Staat entziehen und ohne Überwachung ihre gefährlichen Kräfte benutzen. Doch völlig unerwartet manifestiert sich auch in ihm eine unerwünschte und geächtete Gabe – sofort wird er unehrenhaft aus dem Dienst entlassen und es droht ihm, aus Gründen der nationalen Sicherheit, sogar der Tod. Aus dem Jäger wird ein Gejagter und einzig die Aussicht, in einer Parallelwelt als Rechtloser für eine Militärfirma zu arbeiten, rettet sein Leben. Als Teil der streng geheimen  »Shadow Ops« kämpft er gegen übernatürliche Gegner und gerät plötzlich selbst ins Fadenkreuz …

Über das Buch und den Autor

Myke Cole Karriere deckt von der Terrorismusbekämpfung über die Online-Kriegsführung, bis hin zu Arbeit bei der Bundespolizei der Vereinigten Staaten, die ganze Bandbreite ab. Er war drei Mal im Irak und wurde 2010 bei der Ölkatastrophe der Deepwater Horizon im Golf von Mexiko eingesetzt.

Myke Cole (c) Tim Lundin

Myke Cole
(c) Tim Lundin

Er ist zudem Offizier in der Armee, arbeitet als Reservist bei der US-Küstenwache und bei einem privaten Sicherheitsdienst. In seiner Freizeit liest er vor allem Fantasybücher und Comics und verbringt die Nächte mit Pen-und-Paper-Rollenspielen, wie Dungeons &Dragons, und mit dem Schreiben von Romanen.
Ich durfte Myke Cole im August 2014 beim Grim Gathering in London treffen. :)
Shadow Ops: Control Point (dt.: Kontrollpunkt) ist Myke Coles Debütroman und gleichzeitig der Start seiner erfolgreichen Shadow-Ops-Serie. Das Buch erschien im Februar 2012 und hat 400 Seiten. Im Juni 2013 erschien dann die deutsche Übersetzung Kontrollpunkt als Taschenbuch beim Piper Verlag.
Die Fortsetzung trägt den Titel Shadow Ops: Fortress Frontier (dt.: Grenzfeste) und erschien im Februar 2013.

Meine Meinung

Bevor ich Myke Cole 2014 in London getroffen habe, hatte ich von ihm noch nie etwas gehört. Doch die Handlung seiner Bücher, eine Mischung aus Militäraction im Stil von Black Hawk Down und X-Men klang überaus interessant und man merkt beim Lesen auf jeder Seite, dass Myke Cole eine enge Beziehung zum Militär hat und weiß wovon er schreibt. Der ganze militärische Umgang zwischen den Protagonisten könnte nicht besser in Szene gesetzt sein. Auf der anderen Seite trieft das ganze Buch dabei nur so von US-amerikanischem Idealismus, denn man kämpft natürlich für das Vaterland, für die Fahne, für Gerechtigkeit und was weiß ich noch alles, denn die Amerikaner sind natürlich die Guten, die dem Bösen die Stirn bieten müssen. :rambo:

Quelle: www.mykecole.com

Quelle: www.mykecole.com

Der Hauptcharakter, Oscar Britton, glaubt sehr an diese Ideale und an das, wofür er sich im Namen des Staates und der Gesellschaft als Soldat verpflichtet fühlt. Er hat ein starkes Rechtsempfinden und ist für mich tatsächlich so etwas wie ein Stereotyp des amerikanischen Soldaten, der für sein Vaterland alles geben würde und den man aus zahlreichen Kriegsfilmen kennt. Allerdings, und das machte für mich die Handlung interessant, bekommt Oscar Brittons Bild vom Gerechtigkeit (und davon, was nun richtig oder falsch ist) schon bald die ersten Risse und lässt ihn selbst zweifeln. Dabei kämpft er oft mit seinem Gewissen. Auf der einen Seite fühlt er sich seinem Land verpflichtet und hat den dringenden Wunsch seinen Platz innerhalb der militärischen Strukturen zu finden. Auf der anderen Seite bereiten ihm die zum Teil ethisch fragwürdige Einsätze seiner Kommandogruppe, die auch unschuldige Opfer fordern, immer wieder Gewissensbisse.  Sein Status als rechteloser Söldner dieses streng geheimen Sonderkommandos macht die Situation für ihn nicht einfacher, denn er handelt unter Zwang und hat keine Möglichkeit aus der Situation auszubrechen. :-/
Seine Mitstreiter in der Kommandogruppe sind an vielen Stellen leider nur schmückendes Beiwerk. Es gibt zwar freundschaftliche Beziehungen, jedoch werden diese im Buch leider zu wenig ausgeführt und somit kommt dieser Aspekt für mich eindeutig zu kurz. Zwar gibt es immer wieder kurze Passagen in denen versucht wird Beziehungsebenen aufzubauen, aber letztendlich bleiben diese eher eine Rahmenhandlung. Einzig Oscar Brittons freundschaftliches Verhältnis zu dem „Goblin“ Marty und zur hübschen Heilerin Therese, für die er auch mehr empfindet, sind hier erwähnenswert und haben Potential. Schade, denn hier hätte man wirklich weitaus mehr herausholen und der Handlung noch etwas mehr Tiefgang verleihen können
Kontrollpunkt ist echte Militär-Fiktion. Rasant, aktionsgeladen und abwechslungsreich. Der Myke Cole hält sich nicht gerade lange mit Charakterbeschreibungen auf und der Leser erhält (leider) nur ein vages äußerliches Bild von den Hauptpersonen und oft auch von ihrer Gefühlswelt. Im Vordergrund steht klar die Handlung, die schnell voranschreitet und den Leser von einer Auseinandersetzung in die andere katapultiert. Zumindest ist das im ersten Drittel des Buches so. Etwas ruhiger, aber nicht weniger spannend, geht es dann im mittleren Drittel zu, wobei die Handlung im letzten Drittel wieder deutlich mehr an Fahrt gewinnt, eskaliert und in einem regelrechten Showdown endet.
Das Buch wird vom Verlag für ein Alter ab 18 Jahren empfohlen.

3.5 von 5 Sternen "Viel harte Action doch manchmal zu wenig Tiefgang.."

3.5 von 5 Sternen
„Viel harte Action, wenig Tiefgang.“

Mein Fazit

Gut geschriebene Militärfiktion mit harten Kämpfen und recht viel Gewalt. Leider bleiben die meisten Charaktere dabei ziemlich auf der Strecke und es viel mir daher auch schwer zu ihnen eine positive Beziehung aufzubauen. Es sind leider keine Protagonisten, die ich ins Herz schließen konnte und deren Tod mich irgendwie berühren würde. Leider. Wer jedoch auf harte Militäraction steht, dem sei das Buch empfohlen. Myke Coles Ideen sind durchaus noch ausbaufähig und haben großes Potential, das sich hoffentlich in seinen anderen Romanen der Reihe entfalten wird.

 

Insgesamt recht gut verständlich. Einzig die vielen militärischen Abkürzungen/Akronyme machen manchmal Probleme. Oft muss man überlegen, was gemeint ist. Es gibt zum Glück ein Glossar, in dem man nachschlagen kann, was jedoch bei E-Books etwas umständlich ist.

Jay

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