Mirjam Mous: Boy 7

Ich war da und doch nicht wirklich, und das verursachte schon ein ziemlich gruseliges Gefühl. Mehr als gruselig. (Mirjam Mous: Boy 7)

Mirjam Mous: Boy 7 Broschierte deutsche Ausgabe Arena Verlag (2011)

Mirjam Mous: Boy 7
Broschierte deutsche Ausgabe
Arena Verlag (2011)

Inhalt

Boy 7 kommt auf einer glühend heißen, kahlen Grasebene zu sich und weiß weder, wohin er unterwegs ist, noch, woher er kommt. Er weiß nicht einmal mehr, wie er heißt. Die einzige Nachricht auf seiner Mailbox stammt von ihm selbst: „Was auch passiert, ruf auf keinen Fall die Polizei.“ Wer ist er? Wie ist er hierher geraten? Und wem kann er noch vertrauen?

Über das Buch und die Autorin

Mirjam Mous arbeitete eigentlich als Sonderschullehrerin bevor sie sich hauptberuflich dem Schreiben zuwandte. Sie wurde 1963 In Made (Niederlande) geboren und schreibt Kinder- und Jugendbücher, die junge wie ältere Leser zu fesseln vermögen.
Boy 7 erschien 2009 in den Niederlanden und auf Deutsch erstmalig im Januar 2011 beim Arena Verlag. Verena Kiefer übersetzte damals ind Deutsche. Der Roman wurde inzwischen auch verfilmt und kam im August 2015 in die Kinos. Er hat 271 Seiten und ist in 5 größere Abschnitte mit mehreren kürzeren Kapiteln unterteilt. Die Geschichte von Boy 7 wird aus der Ich-Perspektive des Protagonisten erzählt.

Meine Meinung

Ich habe Boy 7 jetzt schon das zweite Mal gelesen, nachdem ich von der Handlung inzwischen fast nichts mehr wusste. Immerhin waren nahezu 3 Jahre dazwischen. Obwohl das Buch ein echter Pageturner ist und man es kaum zur Seite legen kann, blieb vom Inhalt einfach nichts in meinem Gedächtnis haften. Da es inzwischen auch verfilmt wurde (mit David Kross in der Hauptrolle) wollte ich es einfach nochmal lesen und ich habe es nicht bereut. Ich benötigte für die 270 Seiten gerade mal einen Tag. Schon von der ersten Seite an wird es spannend, denn die Autorin wirft Rätsel über Rätsel auf, die sich erst langsam im Verlauf der Handlung auflösen und für eine richtig steile Spannungskurve sorgen, die bis zum Schluss anhält. Längen konnte ich überhaupt keine feststellen. Super!  :lesen:

(c) Renate Reitler

Mirjam Mous
  Foto: Renate Reitler

Im Zentrum der Geschichte steht ein Junge, der sein Gedächtnis verloren hat. Er kommt in einer heißen Steppenlandschaft zu Bewusstsein ohne zu wissen, wie er dorthin gelangt ist. Er kennt seinen Namen nicht und weiß auch nicht, wohin er sich wenden soll. Nur die Etiketten seiner Kleidung tragen die Beschriftung „Boy Seven“. Könnte das sein Name sein? In einem Rucksack findet er verschiedene Gegenstände, die ihm Rätsel aufgeben, aber gleichzeitig Hinweise auf seine Vergangenheit zu sein scheinen. Was ist mit ihm geschehen? Wo sind seine Eltern? Wo ist sein Zuhause? Das hübsche Mädchen Lara hilft ihm schließlich bei der Suche nach seiner Identität und Herkunft, doch auch sie scheint ein Geheimnis mit sich herum zu tragen und weiß vielleicht mehr, als sie dem Jungen gegenüber zugibt. Kann Boy Seven ihr vertrauen? Schritt für Schritt geht er den Hinweisen nach und kommt schließlich hinter seine Vergangenheit, die so ungeheuerlich ist, dass er es selbst kaum glauben kann. Doch je mehr er sich der Wahrheit nähert, umso gefährlicher wird es für ihn und schon bald wird er zum Gejagten, der seinen ganzen Mut und alle seine Kräfte aufbringen muss, um zu überleben.
Mir hat gut gefallen, wie Mirjam Mous ihren Protagonisten Boy Seven aufbaut und ihm von Beginn an charakterliche Tiefe verleiht. Sie schreibt sehr flüssig und ihre Worte bringen die Gefühle und Gedanken von Boy Seven auf den Punkt. Mit der Ich-Perspektive hatte die Autorin definitiv die richtige Wahl getroffen, denn es fiel mir sehr leicht mich mit dem Protagonisten zu identifizieren, was wesentlich zur Spannung beitrug. Durch kleine Andeutungen und Verhaltensweisen von Personen im Umfeld von Boy werden auch immer wieder Zweifel gestreut, die zu Spekulationen angeregt. Die Handlung ist jedoch kaum voraussehbar und es gibt zahlreiche Wendungen, die immer wieder für neuen Zündstoff sorgen. Man denkt sich „Nur noch das nächste Kapitel“ und plötzlich ist das Buch gelesen. Einfach sechs Stunden gutes Kopfkino.
Trotz der ganzen Action hat das Buch jedoch auch eine gesellschaftskritische Komponente.  Es geht hier um Manipulation von Menschen mit dem eigentlich gut gemeinten Vorsatz dadurch eine bessere Welt zu schaffen. Leider zeigt sich, dass selbst die ehrenwertesten Ziele sich ins Negative kehren können, wenn Menschen die Macht und Technik missbrauchen, die ursprünglich eigentlich Gutes bewirken sollte. Boy 7 ist also durchaus auch ein Buch, das zum Nachdenken anregen kann.
Ich habe den Film noch nicht gesehen, bin jedoch gespannt, ob die Umsetzung die Spannung des Romans aufgreifen kann.

5 von 5 Sternen "Spannend von Anfang bis Ende."

5 von 5 Sternen
„Spannend von Anfang bis Ende.“

Mein Fazit

Ich weiß nicht woran es lag, dass ich über die Handlung von Boy 7 fast nichts mehr wusste. Tatsache ist jedoch, dass es ein wirklich guter Jugendthriller ist, der einen von der ersten bis zur letzten Seite fesseln kann. Ich mag den Protagonisten und ich mag Mirjam Mous‘ wunderbaren Schreibstil ohne Längen, mit tollen Ideen und viel Abwechslung. So sollte meiner Meinung nach ein Jugendbuch geschrieben sein. Eindeutige Leseempfehlung! :thumbup:

Jay

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