Michael Hjorth: Der Mann, der kein Mörder war

Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt: Der Mann, der kein Mörder war Dt. Taschenbuchausgabe Rowohlt Verlag (2013)

Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt:
Der Mann, der kein Mörder war
Dt. Taschenbuchausgabe Rowohlt Verlag (2013)

Inhalt

Roger Eriksson, ein 16-jähriger Junge, ist verschwunden. Wenig später findet die Polizei seine Leiche in einem entlegenen Waldstück, mit 22 Messerstichen schwer zugerichtet und mit herausgeschnittenem Herz. Handelte es sich etwa um einen Ritualmord? Wer konnte eine derart schreckliche Tat an dem sensiblen Jungen begehen? Die Ermittler in der nahen Stadt Västerås sind mit dem Fall schnell heillos überfordert und bitten das Team der schwedischen Reichsmordkommission unter der Leitung von Kommissar Höglund um Hilfe bei der Aufklärung. Schon bald verlaufen alle Spuren im Sande, denn Roger schien mehr als ein Geheimnis mit sich herum zu tragen und in seinem Bekanntenkreis stoßen die Ermittler immer wieder auf ein Konstrukt aus Lügen und Schweigen. Da taucht überraschend ein alter Bekannter von Höglund auf, Sebastian Bergman, seines Zeichens genialer Kriminalpsychologe, Frauenheld und unausstehlicher Kotzbrocken. Er bietet dem Team seine Hilfe an und obwohl niemand so recht begeistert davon ist, gibt er dem Fall schon bald neuen Antrieb. Für Bergman gibt es in Västerås mehr als eine zerstörte Seele …

 

Über das Buch und die Autoren

Michael Hjorth, geboren am 13. Mai 1963 in Visby (Schweden), ist ein erfolgreicher schwedischer Drehbuchautor, Filmproduzent und Schriftsteller. Unter anderem schrieb er die Drehbücher für die Filmadaptionen der Romane von Henning Mankell.
Hans Rosenfeldt wurde am 13. Juli 1964 in Borås (Schweden) geboren. Er ist ebenfalls Drehbuchautor, jedoch auch Schauspieler und ein bekannter Radio- und Fernsehmoderator.
Der Mann, der kein Mörder war ist ihr Romandebüt und wurde bereits 2010 mit Rolf Lassgård in der Rolle als Sebastian Bergman und in Kooperation des ZDF mit dem schwedischen Fernsehen verfilmt.
Die deutsche Taschenbuchausgabe hat 588 Seiten und ist erstmalig im November 2011 beim Rowohlt Verlag erschienen. Es ist der erste Roman einer ganzen Reihe mit dem Kriminalpsychologen Sebastian Bergman.

Meine Meinung

Ich weiß nicht wie lange dieses Buch schon auf meinem SuB liegt. Ich habe es irgendwann einmal kostenlos im Rahmen einer Aktion geschickt bekommen, es ins Regal gestellt und wohl vergessen. Das muss Anfang 2013 gewesen sein, als die Serie ganz neu auf den Markt kam. Inzwischen ist man bereits bei Band 5 der Reihe angelangt und ich muss sagen, dass ich froh bin inzwischen weitere vier Bücher mit Sebastian Bergman vor mir zu haben. Eigentlich bin ich ja nicht so der Krimi- und Thrillerfreak, aber hin und wieder mache ich einen Abstecher in das Genre. Ich habe es bisher nie bereut und so ist es auch diesmal gewesen. Der Mann, der kein Mörder war ist ein toller Krimi mit (wieder einmal) absolut interessanten Protagonisten. Es ist nicht übertrieben, wenn in der Inhaltsangabe von Sebastian Bergman als „Kotzbrocken“ de Rede ist. Sowas wie ihn erlebt man nur selten. Klar, Krimireihen leben von solchen interessanten Charakteren, die möglichst völlig aus der Reihe fallen und für sich allein schon diskussionswürdig sind. Das Autorenduo hat mit Bergman einen Protagonisten erschaffen, der mehr als genug Gesprächststoff beitet. Gegen ihn wirken die anderen Mitglieder des Teams bisweilen regelrecht farblos (sind sie aber nicht, sondern nur nicht so krass drauf). Bergman ist eine leicht gestörte Persönlichkeit, die mit der Welt allgemein und sich selbst im Speziellen nicht zufrieden ist. Schlimme Ereignisse in seiner Vergangenheit haben ihn sehr mitgenommen und er versucht dies in erster Linie mit Sex zu kompensieren. Frauen ins Bett zu bringen scheint seine Hobby zu sein, Sex als Erfüllung seines Bedürfnisses nach Erfolg und Geborgenheit, wie es scheint. Zwar ist er ein hochintelligenter Polizeipsychologe, hat jedoch selbst einen Psychologen dringend nötig. Gut zumindest hat er einen Therapeuten. Ich will nicht zuviel verraten, aber Bergmans Person allein ist es schon wert den Roman zu lesen. Für das Team der Reichsmordkommission ist er nicht gerade ein Wunschpartner und es kommt recht häufig zu Spannungen zwischen ihm und den Teammitgliedern, was mitunter eine lustige Bereicherung der Handlung darstellt. Immer wieder bringt er andere auf die Palme und erreicht doch immer wieder sein Ziel durch geniale Einfälle und spontane Entscheidungen.
Die Handlung des Romans ist gut durchdacht und verleitet den Leser immer wieder zu neuen Vermutungen. Dabei gibt es eine Vielzahl von überraschenden Wendungen, nachdem einen die Autoren zunächst erfolgreich aufs Glatteis geführt haben. Die Handlung ist durchgehend spannend und abwechslungsreich. Nur gelegentlich hätte man die eine oder andere Passage kürzen oder weglassen können, denn spätestens im letzten Viertel des Romans sollte die Lösung des Falles im Fokus stehen und weniger manche Nebensächlichkeit über die Vorgeschichte des Ermittlerteams. Das hat mich bisweilen etwas genervt, weil es eben nicht schneller voranging und die Spannungskurve immer mal wieder abflachte. Die Zahl der Personen im Roman ist überschaubar und jede/r könnte irgendwo ein Motiv gehabt haben den Jungen zu töten. Die Autoren gaben sich alle Mühe auch für die Nebencharaktere eine interessante Hintergrundgeschichte zu entwerfen. Ständige Perspektivenwechsel sorgten zudem dafür, dass man die Ereignisse aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln verfolgen konnte, wobei der Hauptfokus natürlich auf Bergman selbst lag. Der Schluss des Romans war dann doch recht überraschend und auch plausibel umgesetzt. Tragisch und mit sehr viel Emotion, die den Täter nicht pauschal verurteilt, sondern den Leser mitfühlen lässt. Mir hat das gut gefallen. Auf der letzten Seite des Romans gibt es dann noch einen Paukenschlag, mit dem keiner rechnen konnte. Allein schon deswegen müsste man den zweiten Teil der Reihe gleich hinterher lesen. :)

4 von 5 Sternen "Gut gelungen. Fesselnd. Abwechslungsreich.

4 von 5 Sternen
„Gut gelungen.“

Mein Fazit

Ein guter und absolut lesenswerter Krimi. Die Reihe werde ich sicherlich weiter verfolgen und ich freue mich schon auf die anderen Bände. Die Charaktere sind gut ausgestaltet, die Handlung fesselnd und abwechslungsreich. So stelle ich mir das vor. Nur zwei Tage Lesezeit für 588 Seiten sprechen für sich. Eine Leseempfehlung (nicht nur für Krimifans) gibts von mir an dieser Stelle. :thumbup:

Jay

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