Martin J. Christians: Überleben

Martin J. Christians: Überleben E-Book, Neobooks (2015)

Martin J. Christians: Überleben E-Book, Neobooks (2015)

Inhalt

Die Erde ist eine Wüste, in der das Recht des Stärkeren gilt. Für Siw und Kamherra bestätigt sich das erneut, als sie an einem der wenigen sauberen Wasserlöcher von Marodeuren überfallen werden. Nur dank Rixels unerwartetem Auftritt, können sie den Kampf zu ihren Gunsten entscheiden.
Die Drei beschließen gemeinsam weiterzuziehen. Ihre neue Gemeinschaft wird jedoch bald zerstört, als Rixel Sklavenjägern in die Hände fällt.
Derweil werden Gaius und Christian unabhängig voneinander gewaltsam in eine Stadt verschleppt, in der die Bürgermeisterin Lana eine neue Zivilisation, nach ihren Vorstellungen errichten will. Zu dem Zweck lässt sie Menschen, die ihr nützlich erscheinen, in der Wüste entführen. Als die Umstände Siw, Kamherra und Rixel ebenfalls in die Stadt führen, bereiten sie gemeinsam ihre Flucht vor, doch Lanas Häscher sind ihnen dicht auf den Fersen und sie geraten auf einen Pfad, der ihnen das Leben kosten kann…

Über das Buch und den Autor

Martin J. Christians studierte in Bremen Geschichte und Kulturwissenschaften, hat einen Abschluss als Magister Artium, arbeitete in verschiedenen Museen, später als Programmierer, selbstständiger Kaufmann und Dozent. Seit 2012 lebt er mit Frau und Hund an der Nordseeküste. Martin J. Christians schreibt seit dem Studium, zunächst Geschichten für Rollenspiele, Kurzgeschichten und Sachtexte. Sein erster Roman Überleben wurde im September 2015 als E-Book bei Neobooks veröffentlicht. Kurz nachdem eine Anthologie mit eigenen Geschichten aus unterschiedlichen Genres erschienen war.
(Quelle: Neobooks.com)

Meine Meinung

Als mich Martin J. Christians im Januar 2016 anschrieb und mich fragte, ob ich seinen dystopischen Roman Überleben lesen und rezensieren würde, hatte ich privat alle Hände voll zu tun und wie immer einen meterhohen SuB-Stapel zu bewältigen. Zwei Monate später war es dann aber doch soweit und ich hatte den Roman auf meinem Kobo. Den SuB-Stapel gibt es allerdings immer noch (und er wird nicht kleiner). Ich mag Dystopien und war schon auf den ersten Seiten von Schreibstil des Autors sehr angetan. Martin J. Christians weiß, wie man Geschichten wortgewandt und abwechslungsreich erzählt. Etwas verwirrend fand ich aber die schnellen Szenenwechsel am Anfang des Buches. Die Handlung wechselt dabei sehr schnell zwischen den fünf Protagonisten der Geschichte, was ein wenig Konzentration erfordert. Mir ging das fast ein bisschen zu schnell und es wäre mir lieber gewesen, der Autor wäre über mehrere Seiten hinweg zunächst bei einer Person geblieben, damit man tiefer in die Handlung eintauchen kann. Vielleicht lag es gerade daran, dass ich bis zur letzten Seite Probleme hatte mit Siw, Kamherra, Rixel, Christian und Gaius einigermaßen warm zu werden und mich in ihre Situation hinein zu versetzen.

Die Handlung ist, wie gesagt, abwechslungsreich und es passiert wirklich recht viel. Im Laufe der Geschichte finden die Einzelschicksale der fünf Hauptpersonen finden schließlich in der Stadt zusammen, der sie dann gemeinsam entkommen wollen, auch wenn ich die Beweggründe dafür nicht ganz nachvollziehen konnte. In einer unwirtlichen, ja geradezu feindseligen Außenwelt ohne genug Nahrung und Wasser, sowie Gefahren hinter jedem Busch und Stein, wäre eine geführte Stadt eine Oase der Ruhe und Entspannung. Auch wenn die Protagonisten dort (nicht gerade hart) arbeiten müssen, so werden sie doch beschützt und haben reichlich zu Essen und einen Platz zum Schlafen. Selbst Strom gibt es, Duschen und funktionierende Computer. Ich will sagen, dass ich als Leser das Leben in der Stadt nicht gerade unerträglich einschätze. Auch wenn die Bürgermeisterin Lana diktatorische Züge zeigte und ihre Schergen sich manchmal als streitsüchtig zeigten, so hat sie dennoch große Motivation eine Zivilisation aufzubauen, in der sogar Kunst und Kultur eine wichtige Rolle spielen soll. Sie tut wirklich alles, um die Menschen in der Stadt zu halten und verteilt sogar großzügige Geschenke. Warum also fliehen und stattdessen durch die Wüste irren? Diese Frage konnte ich für mich nicht zufriedenstellend klären, denn die Vorteile in der Stadt überwiegen eindeutig.

Die fünf Protagonisten sind wirklich ganz unterschiedliche Charaktere. Insbesondere Rixel fällt aus der Reihe, da er eine Mischung aus Mensch und Maschine ist und er von den „echten“ Menschen gemieden und verachtet wird. Man würde sagen, er ist ein einsamer „Cyborg“ auf der Flucht vor Beziehungen. Der Autor verstand es gut seine Ängste darzustellen und Rixel fand ich von den fünf Hauptpersonen am interessantesten. Überhaupt verstand es Martin J. Christians die Beziehungen zwischen den fünfen interessant und bisweilen amüsant darzustellen, denn oft gibt es Reibereien und Sticheleien in der Gruppe, was die fünf natürlich und glaubwürdig wirken lässt. Das hat mir gefallen.

Zum Schluss hin, bei den Fluchtvorbereitungen, hätte man die Handlung gut und gerne um einige Seiten kürzen können, da sie sich etwas im Kreis drehte. Die Flucht selbst war spannend und vor allem der Weg in die Freiheit nicht konventionell. Gefährlich sollte sie sein, aber hier hätte Martin J. Christians durchaus noch etwas mehr Druck aufbauen können, um die Spannungskurve noch stärker ansteigen zu lassen. Ich denke hier schlummert noch viel Potential in der Handlung.

3.5 von 5 Sternen "Ein lesenswerter Roman mit noch mehr Potential."

3.5 von 5 Sternen
„Lesenswerter Roman mit noch mehr Potential.“

Mein Fazit

Überleben ist ein durchdachter Roman mit interessanten Charakteren und einer abwechslungsreichen Handlung. Die Personen sind gut ausgearbeitet, jedoch konnte ich wegen der oft zu schnellen Perspektivenwechsel nur schwer eine Beziehung zu ihnen aufbauen. Die Geschichte steckt voller guter Ideen und weißt nur selten Längen auf. Insgesamt ein gelungener Roman, in dem jedoch noch einiges an Potential zur Verbesserung steckt. Martin J. Christians hat bewiesen, dass er schreiben und eine Atmosphäre aufbauen kann. Stilistisch kann sich der Text absolut sehen lassen und ist für Freunde dystopischer Romane durchaus einen Blick wert.

Jay

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