Mark Lawrence: Prince of Fools (The Red Queen’s War, Book 1)

I’m a liar and a cheat and a coward, but I will never, ever, let a friend down. Unless of course not letting them down requires honesty, fair play, or bravery.
(Mark Lawrence: The Prince of Fools)

Mark: Lawrence: Prince Of Fools UK-Hardcover (2014)

Mark: Lawrence: Prince Of Fools
UK-Hardcover (2014)

Inhalt

Prinz Jalan Kendeth ist der zehnte in der Thronfolge im Königreich der Roten Sümpfe. Seine Großmutter, die Rote Königin, regiert das Land seit Jahren mit eiserner Hand, während Prinz Jalan sich tagein tagaus seinen ausschweifenden Vergnügungen hingibt. Glücksspiel, Müßiggang und Frauen.
Das ändert sich schlagartig, als der Prinz eines Tages den Weg des axtschwingenden Wikingers Snorri ver Snagason kreuzt und sie beide unfreiwillig durch einen Fluch aneinander gebunden werden. Eine geheimnisvolle Macht erhebt sich im eisigen Norden des Reiches und es heißt, dass sich die Toten dort erheben und die Dörfer der Nordmänner heimsuchen. Snorri ist auf dem Weg zurück, um seine verschleppte Familie aus den Klauen seiner Feinde zu retten. Prinz Jalan ist von Snorris Reiseplänen allerdings nicht begeistert, doch der Fluch verhindert, dass der mutige Nordmann und der egozentrische Prinz fortan getrennte Wege gehen können. Was bleibt Jalan also anderes übrig, als seinem angenehmen Leben den Rücken zu kehren und gegen seinen Willen Snorri auf seiner gefährlichen Rettungsmission in die Eiswüste zu begleiten?
Während dieser Reise quer durch das Gefallene Reich flüchten die Männer von den Schergen des Toten Königs, treffen auf den jungen Prinz Jorg von Ankrath und seine Bruderschaft, und suchen die Eishexe Skilfar auf, um den Fluch loszuwerden. Doch Snorri hat ein festes Ziel vor Augen. Er möchte schnellstens das Schwarzen Fort erreichen, eine große Festung nahe der Eiswüste, um dort seinen Gegnern mit Axt und Schwert entgegen zu treten und seine Familie zu finden.
Während der gefährlichen Reise offenbart sich aber den beiden ungleichen Gefährten, dass sie selbst von fremden Mächten geleitet werden und anscheined nur Spielsteine in einem Spiel der Mächtigen sind, bei dem es um weitaus höhere Einsätze geht, als Land und Gold.

Mark Lawrence: Prince of Fools US-Hardcover ACE Books (Penguin Group) (2014)

Mark Lawrence: Prince of Fools
US-Hardcover
ACE Books (Penguin Group) (2014)

Zum Buch

Mark Lawrence wurde international bekannt mit seiner Broken-Empire-Trilogie, die in vielen Ländern ein Bestseller wurde und mit Prince of Thorns (dt.: Prinz der Dunkelheit) ihren Anfang nahm. Jetzt ist er mit dem ersten Roman einer neuen Trilogie (The Red Queen’s War) zurück. Prince of Fools ist der erste Band dieses neuen Dreiteilers. Die Handlung spielt auch diesmal in der Welt von Jorg von Ankrath, dem “Prinz der Dunkelheit”.
Der englische Hardcover (UK-Ausgabe) erschien am 05. Juni 2014 bei Harper Collins. Der US-Hardcover (links) am 03. Juni 2014 bei ACE Books (Penguin Books). Der UK-Hardcover ist mit 502 Seiten ein ganzes Stück dicker, als die US-Ausgabe mit nur 355 Seiten, wobei die Texte sich aber nicht unterscheiden. Beide Ausgaben haben 31 Kapitel und verschiedene Schutzumschläge.
Ob es eine deutsche Übersetzung geben wird, ist bisher noch nicht bekannt. Die oben erwähnte erste Trilogie von Mark Lawrence ist bei Heyne erschienen und wurde damals von Andreas Brandhorst übersetzt. Es bleibt daher abzuwarten, ob auch die neuen Bücher von Mark Lawrence eine deutsche Übersetzung bekommen. Es wäre wünschenswert. :)
Die Fortsetzung von Prince of Fools wird den Titel The Liar’s Key  tragen und im Frühjahr 2015 erscheinen.

Meine Meinung

Ich war ja bereits von den ersten Fantasyromanen des Autors schwer angetan. Die Trilogie um den jungen Prinz Jorg von Ankrath bietet alles, was sich ein Fan guter Fantasy nur wünschen kann. Mit Prince of Fools kehrt Mark Lawrence in seine beliebte Fantasywelt zurück und erweitert die Handlung um einige neue interessante Charaktere und Schauplätze. Es gibt sogar ein kurzes Wiedersehen mit Jorg von Ankrath und seiner berüchtigten Bruderschaft, sowie manch anderen Protagonisten des ersten Dreiteilers, wodurch einem die Welt von Beginn an vertraut vorkommt. Die beiden Hauptpersonen, Prinz Jalan Kendeth und Snorri ver Snagason werden gleich auf den ersten paar Seiten gut eingeführt und im Laufe der Handlung auch schrittweise weiter entwickelt. Snorri ver Snagason – ich finde allein schon der Name des Wikingers hat definitiv was für sich. :-D
Die Beziehung der beiden „Helden“ ändert sich während ihrer gemeinsamen Reise, was ich sehr schön fand. Mark Lawrence hat die einzelnen Wesenszüge recht gut beschrieben und seine Hauptpersonen auch entsprechend handeln lassen. Warum „Helden“ in Anführungszeichen? Nun, Snorri ist durchaus ein Held, wie man ihn sich vorstellt. Als starker Wikinger mit fast zwei Metern Größe, muskelbepackt, einer beeindruckenden Axt und Todesverachtung im Kampf, erfüllt er das typische Wikinger-Klischee zu 100 %. :knight:
Prinz Jalan ist hingegen eher der Antiheld. Dem Leser gegenüber gibt er selbst immer wieder zu ein Feigling, Lügner und Betrüger zu sein, was ihn jedoch trotzdem sympatisch macht.

I find the important thing in running away is not how fast you ran but simply that you run faster than the next man. (Mark Lawrence: Prince of Fools)

In seinem Umfeld gibt sich Jalan jedoch alle Mühe nicht als Feigling, sondern als äußerst mutig dazustehen, denn schließlich kommen feige Männer bei den Frauen nicht gut an, und die spielen in seinem ausschweifenden Leben eine äußerst wichtige Rolle. :-D
Das Buch ist aus der Ich-Perspektive des Prinzen geschrieben, wodurch man gute Einblicke in seine geheimen Gedanken erhält. Zum Beispiel ist Snorri anfangs für ihn nicht mehr als eine hirnlose Kampfmaschine bis er schließlich feststellt, dass der Nordmann ihm auch geistig durchaus das Wasser reichen kann. Nicht selten lacht man dann als Leser in sich hinein, denn obwohl der Prinz bereits 20 Jahre alt ist, hat er oft ziemlich naive Ansichten und hinkt Snorri ver Snagason an Lebenserfahrung mitunter weit hinterher. Ich fand dieses Zusammenspiel sehr amüsant. :)
Die reguläre Handlung wird immer mal wieder durch Rückblicke unterbrochen, in denen der Leser einiges über Snorris Vorgeschichte erfährt. Snorri erzählt diese Ereignisse seinen Gefährten meist am Lagerfeuer. Durch diese Perspektivenwechsel wurde die Handlung noch etwas aufgelockert, was ich gut fand. Was bleibt noch zu sagen? Trotz der vielen positiven Eindrücke gibt es bei Prince of Fools auch den einen oder anderen Kritikpunkt:
Die ersten paar hundert Seiten lesen sich insgesamt recht zügig. Die Handlung ist abwechslungsreich, hätte jedoch bisweilen noch etwas straffer sein können, vor allem im letzten Drittel des Buches fiel mir das auf, da nicht alle Passagen die Handlung gleich schnell voran brachten. Ich habe mir dann oft gewünscht, es würde endlich weiter gehen. Hier hätte man also durchaus etwas kürzen können, wie ich finde. Auch die Grübeleien von Jalan waren mir manchmal etwas zu ausschweifend. Ein bisschen ist ja ganz gut, um dem Charakter durch seine persönlichen Gedanken mehr Tiefe zu verleihen, aber wenn es zu viel wird, dann steigt man als Leser schnell aus, zumal diese Gedanken die Handlung oft nicht unmittelbar weiterbringen. Abgesehen von diesen kleineren Kritikpunkten hat mir das Buch jedoch sehr gut gefallen.

4 von 5 Sternen "Abwechslungsreich und mit beeindruckenden Charakteren!"

4 von 5 Sternen
„Abwechslungsreich und mit beeindruckenden Charakteren!“

Mein Fazit

Prince of Fools ist ein gelungener Fantasyroman in einer bekannten Welt. Schon in seinen anderen Büchern könnte mich Mark Lawrence mit seinem abwechslungsreichen Schreibstil überzeugen. Auch diesmal ist ihm das weitgehend gelungen. Man begegnet neuen interessanten Charakteren, die man schnell in sein Herz schließt, und schon auf den ersten Seiten wird man in die Handlung gezogen, die einem bis zur letzten Seite festhält.
Ich empfehle jedoch den ersten Dreiteiler (The Broken Empire) vor Prince of Fools zu lesen, weil die Handlung an manchen Stellen damit verknüpft ist.
Eine Leseempfehlung für Prince of Fools gebe ich gerne. :thumbup:

Ich habe das Buch im englischen Original gelesen. Das Sprachniveau ist gehoben. Lange Sätze und eine ganze Reihe wenig gängiger Vokabeln machen den Text etwas anspruchsvoller.

 

Jay

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