Marc Elsberg: Zero – Sie wissen, was du tust

Marc Elsberg: ZERO Dt. Hardcoverausgabe Blanvalet (2014)

Marc Elsberg: ZERO
Dt. Hardcoverausgabe
Blanvalet (2014)

Inhalt

London. Bei einer Verfolgungsjagd wird ein Junge erschossen. Sein Tod führt die Journalistin Cynthia Bonsant zu der gefeierten Internetplattform Freemee. Diese sammelt und analysiert Daten – und verspricht dadurch ihren Millionen Nutzern ein besseres Leben und mehr Erfolg. Nur einer warnt vor Freemee und vor der Macht, die der Online-Newcomer einigen wenigen verleihen könnte: ZERO, der meistgesuchte Online-Aktivist der Welt.
Als Cynthia anfängt, genauer zu recherchieren, wird sie selbst zur Gejagten. Doch in einer Welt voller Kameras, Datenbrillen und Smartphones gibt es kein Entkommen, denn sie wissen, WER wir sind, WO wir sind – und WAS wir als Nächstes tun werden!
Hochaktuell und bedrohlich: Der gläserne Mensch unter Kontrolle.
(Quelle: Amazon)

 

Über das Buch

Bekannt wurde Marc Elsberg bereits durch seinen Debütroman Black Out, der bereits ein Bestseller wurde. Mit seinem zweiten Roman ZERO nimmt er nun die Großkonzerne ins Visier, die mit ihren Internetplattformen weltweit Daten von Internetnutzern sammeln, auswerten und für ihre Zwecke missbrauchen.
ZERO erschien in Mai 2014 als Hardcover, als ebook und auch als Hörbuch. Eine Taschenbuchausgabe wird in einigen Monat jsicher erscheinen. Das Buch hat 480 Seiten und ist bei Blanvalet erschienen.

Meine Meinung

Marc Elsberg greift mit seinem Buch ZERO ein nachwievor aktuelles und viel diskutiertes Thema auf. Seid Jahren ist bekannt das Global Player wie Google, Amazon, Facebook, u. a. versuchen an möglichst umfassende persönliche Daten ihrer Nutzer zu gelangen, um sie geschäftlich zu nutzen. Der „gläserne Mensch“, wie es in der Inhaltsbeschreibung heißt, ist in den vergangenen 15 Jahren sukzessiv immer durchsichtiger geworden. Durch die intelligente Verknüpfung von Daten aus verschiedensten Quellen lässt sich immer besser analysieren, was einzelne Menschen bewegt, welche Vorlieben und Abneigungen sie haben, und wie man sie eventuell sogar manipulieren kann. :hmm:
In ZERO scheinen sich die Menschen zunächst positiv zu verändern, seitdem sie Mitglieder der neuen Internetplattform Freemee geworden sind und ihre Daten dorthin übertragen. Freemee verspricht den Menschen auf der genzen ein besseres Leben. Eben diese Visionen von einer vernetzten Welt und ihren augenscheinlich großen Vorteilen machen sich heute auch bekannte Soziale Netzwerke, wie z. B. Facebook, zueigen. Doch im Laufe der Handlung kommt zu Tage, was der beliebte Internetriese Freemee mit den Daten der User tatsächlich zu tun beabsichtigt und dafür geht er über Leichen.
Ich muss sagen, dass mir beim Lesen bestimmte Aspekte durchaus plausibel erschienen, auch wenn der eine oder andere Kritiker dies für absurd hält und auch inhaltliche Fehler anmerkt. :omg:
Der Autor belässt es jedoch nicht nur bei Thesen, sondern nennt in seinem Roman auch immer wieder Gründe für die Bereitschaft der Menschen, sich auf die „Datenkraken“ einzulassen. Worte zum Nachdenken:

Letztendlich sind den meisten Menschen Bequemlichkeit und Sicherheit wichtiger als Freiheit und Unabhängigkeit. Damit wissen sie ohnehin nichts anzufangen.
(Marc Elsberg – ZERO)

Jedoch im Internet gibt es selten etwas geschenkt und für die Nutzung von Services wie eine kostenlose E-Mail-Adresse zahlt der Nutzer in der Regel mit seinen persönlichen Daten und gibt somit ein mehr oder weniger großes Stück seiner Privatsphäre preis. Ganz abgesehen von privaten E-Mails, die auf fremden Servern liegen. Manchen mag dies gleichgültig sein, andere regt es vielleicht zum Nachdenken an. :-/
Die Handlung von ZERO ist in den meisten Punkten nicht unbedingt brandneu. Sie erinnert vielmehr an eine Mischung verschiedener Filme, wie z. B. Das Netz, V von Vendetta, Staatsfeind No.1 und auch an Bücher, wie z. B. 1984. Ist das schlecht? Ich denke nicht. Denn was ZERO in meinen Augen interessant macht sind die verschiedenen Blickwinkel auf die Datenproblematik und die Privatsphäre, die Beweggründe der Menschen sich auf Freemee einzulassen und der insgesamt damit verbundene gesellschaftskritische Aspekt, der nicht von der Hand zu weisen ist. Vieles wird im Buch mehr oder weniger deutlich ausgesprochen und vielleicht hilft das Buch ja dem einen oder anderen Leser das eigene Verhalten gegenüber den Datensammlern zu hinterfragen. Wer weiß. :lesen:
Natürlich soll ZERO aber in erster Linie unterhalten, und das hat der Roman mich über 480 Seiten hinweg ganz gut. Dennoch gibt es leider den einen oder anderen Kritikpunkt.
Die letzten 100 Seiten zog die Handlung mächtig an und es gab vergleichsweise viel Action, was ich mir auf den ersten 380 Seiten immer wieder ein wenig gefehlt hat. Die Geschichte war zwar abwechslungsreich, aber leider oft zu vorhersehbar. Hier hätte der Autor sicher noch mehr an Spannung rausholen können.
Die Charaktere waren interessant, nur leider nicht sonderlich tief ausgearbeitet. Ich persönlich hätte mir noch Hintergrundinformationen und eine größere Emotionalität gewünscht, zumal Menschen in dem Buch sterben mussten (was für meine Begriffe aber zu schnell und „kalt“ abgehandelt wurde).
Die Kapitel sind außerdem ziemlich groß, denn jedes beschreibt einen Tag der Handlung. Eine kleinere Unterteilung wäre hier sicher besser gewesen, zumal es sehr häufig Perspektivenwechsel gibt, die man beim Lesen erst einmal realisieren muss. Hin und wieder hatte ich bereits eine halbe Seite hinter mir, um dann festzustellen, dass sich nun ganz andere Charaktere unterhalten. Ich fand’s nicht so glücklich gelöst. Kleine Sternchen zwischen den Absätzen hätten die Wechsel deutlicher gemacht. Mir ist jedoch klar, dass in dem Buch viele Handlungsstränge parallel laufen.

4 von 5 Sternen "Lesenswert!"

4 von 5 Sternen
„Lesenswert!“

Mein Fazit

Ein abwechslungsreicher Roman zu einer interessanten Thematik. Versierten Internetnutzern wird das Buch nicht allzu viel Neues bieten, aber ich denke, dass es einem Großteil der Leser Gedankenstoff bieten kann, um sich kritisch z. B. mit den Gefahren des Internets für die Privatsphäre zu befassen. Sicherlich sind einige der beschriebenen Möglichkeiten noch Zukunftsmusik, könnten jedoch schon bald Realität sein, wenn man sieht welche technologischen Sprünge die Menschheit in den vergangenen Jahren machte. Den Charakteren fehlt es etwas an Tiefe und manche gutgemeinte Überraschung ist eigentlich keine, weil man es schon vorab so vermutet hatte. ZERO ist trotzdem ist es in meinen Augen ein Buch, das sich zu lesen lohnt.

Jay

 

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