Kilian Braun: Wulferan – der dunkle Held (Rezension)

Die ehrbaren, stolzen Kämpfer waren diejenigen, die als Erstes starben, meist für eine Sache, bei der sie sich einredeten, sie sei für einen höheren Zweck.
(Kilian Braun: Wulferan)

Kilian Braun: Wulferan - der dunkle Held E-Book (2015)

Kilian Braun: Wulferan – der dunkle Held
E-Book, Hockebooks (2015)

Inhalt

In Armut geboren, als Sklave gedient, als Gladiator gekämpft, und nun auf der Flucht – Wulferans Leben war bisher wahrlich kein Zuckerschlecken. Und das wird sich auch nicht ändern. Die Halbelbenzauberer, Qel’tar genannt, haben ihren besten Kopfgeldjäger, Tyronnimus Tarlin, auf ihn angesetzt. Dem berüchtigten und genialen Großmeister im Zirkel der Jagd gelingt es, Wulferan in eine Falle zu locken. Doch der ehemalige Gladiator entkommt gemeinsam mit der Walküre Kira noch während des Gefängnistransports. Beide teilen dasselbe Schicksal: Sie gehören beide einem fast ausgestorbenen Volk an und beide sind von den Qel’tar geächtet. Kira weiß von einer bevorstehenden Entdeckung der Zauberer, mit der sie sich zu den totalen Herrschern emporschwingen werden. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, ein mörderischer Kampf entbrennt zwischen Wulferan und Tyronnimus. Und während der eine über Truppen und Macht verfügt, hat der andere nur wenige Verbündete auf seiner Seite … (Quelle: Buch.de)

Über das Buch und den Autor

Kilian Braun (Quelle: Kilian-Braun.de)

Kilian Braun
(Quelle: Kilian-Braun.de)

Kilian Braun wurde 1979 in München geboren und ist Buchhaltungssachbearbeiter in einem internationalen Groß- und Außenhandelsunternehmen in München. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Schon in seiner Jugend interessierte er sich für Fantasy in vielerlei Formen. Neben Romanen, Filmen und Pen&Paper-Rollenspielen zeigt Kilian Braun auch großes Interesse am Mittelalter und ist regelmäßig mit seiner Familie auf Mittelalterfesten anzutreffen. Er schrieb Kurzgeschichten und eigene Rollenspielabenteuer und hat seine Lust am Schreiben immer wieder steigern können. Die Schriftstellerei hat inzwischen einen festen Platz in seinem Alltag eingenommen.
Am 30. Oktober 2015 erschien Kilian Brauns Fantasyroman Wulferan erstmalig als E-Book beim Verlag Hockebooks. Er hat 283 Seiten und ist in 33 Kapitel unterteilt. Hinzu kommt ein Prolog und ein Epilog. Erzählt wird die Handlung aus der Ich-Perspektive des Protagonisten Wulferan. Der Schluss des Buches legt nahe, dass es irgendwann eine Fortsetzung geben könnte. :)

Meine Meinung

Eigentlich wollte ich für dieses Jahr ja keine Rezensionsexemplare mehr anfordern und in den letzten Wochen meinen SuB etwas schrumpfen lassen. Dann bin ich jedoch bei Blogg dein Buch über Kilian Brauns neuen Roman Wulferan gestolpert und konnte einfach nicht Nein sagen. Die Leseprobe machte gleich Lust auf mehr und nur zwei Tage später hatte ich Wulferan schon auf meinem Kobo. Weitere drei Tage hat es gedauert den Roman zu lesen und ich habe nicht bereut, dass ich einmal mehr bei einem Rezi-Exemplar weich geworden bin. :)

Von Beginn an hat mir Kilian Brauns flüssiger und bildhafter Schreibstil gefallen. Es macht einfach Spaß seine Geschichten zu lesen, zumal auch eine gehörige Portion Humor mit dabei ist. Er kann die Dinge super in Worte fassen und die einzelnen Kapitel fliegen nur so dahin. Mit „flüssig“ meine ich in diesem Zusammenhang jedoch keinesfalls oberflächlich. Der Autor entwirft eine interessante und abwechslungsreiche Fantasywelt mit sehr viel Liebe zum Detail. Da gibt es zum Beispiel zwei Monde, die jede Nacht im Wechsel aufgehen, Landstriche, die nur bei Mondschein zu Leben erwachen, Fabelwesen, verschiedene Rassen, Magie, Sagen und Legenden für geschichtliche Hintergründe und auch ein bisschen Politik. Es hat mich fasziniert, wie viele tolle Ideen in das Buch geflossen sind und wie die Welt in meinem Kopf immer lebendiger wurde. Man merkt dem Autor an, dass er sich lange Zeit intensiv mit Fantasy beschäftigt hat und zudem das Können mitbringt, es fesselnd und abwechslungsreich zu Papier zu bringen. :lesen:

Seine Charaktere sind vielschichtig und nicht oberflächlich. Vor allem zu Wulferan erhält man ausführliche Hintergründe, die man als Leser schrittweise in diversen Rückblenden beschrieben bekommt, natürlich von Wulferan selbst erzählt. Er ist überhaupt ein interessanter Charakter, obwohl ich sagen muss, dass es mir bis zum Schluss schwer fiel seine Position einzunehmen. Nur von ihm zu lesen und seine Geschichte kennenzulernen konnte mich jedoch an das Buch fesseln. Ich mochte ich sehr. Im Laufe der Handlung kommen schließlich noch weitere interessante Protagonisten hinzu, die Wulferans Weg kreuzen und ihm später hilfreich zur Seite stehen. Zum Beispiel die geheimnisvolle Walküre Kira, die, ebenso wie Wulferan, zu den Außenseitern der Gesellschaft zählt. Oder der liebenswerte Kobold Yril, den ich ganz besonders in mein Herz geschlossen habe. Oder der kampfstarke Nordmann Kjorech, der seinen Kriegshammer schwingt wie kein zweiter… :knight:
OK, manchmal empfand ich einzelne Charaktere etwas zu klischeebehaftet, aber gestört hat es mich nicht wirklich, denn es entstand daraus eine typische Heldengruppe, wie man sie aus diversen Pen&Paper-Rollenspielen kennt, und die eine schwierige Queste zu erfüllen hat. Kilian Braun lässt auch die Beziehungen zwischen den Gruppenmitgliedern nicht außer Acht, in der es nicht immer ohne kleine Reibereien abgeht. Dadurch bleiben die Personen nicht oberflächlich und blass, sondern bekommen Charakter und Tiefe, was überzeugend war. Vor allem Wulferan macht im Laufe der Handlung eine positive Charakterentwicklung durch und hinterfragt sein Handeln in der Vergangenheit immer wieder. Ich bin daher gespannt, wie er sich in Zukunft weiter entwickeln wird, sollte es eine Fortsetzung geben.

Der Schluss des Romans las sich wie ein großer Showdown in einem Fantasyfilm oder einem Rollenspielabenteuer. Alles ging relativ glatt und schnell und ich hätte mir hier noch etwas mehr Spannung gewünscht. Das Ende war zwar insgesamt nicht schlecht, konnte jedoch nicht an den ausführlichen Stil der vorherigen Kapitel heranreichen. Ich empfand den Schluss ein bisschen gehetzt, als ob der Autor den Roman zu einem schnellen Ende hatte bringen wollen. Dabei hätte schon das mystische Umfeld der Ruinen und seiner geisterhaften Bewohner durchaus großes Spannungspotential besessen. Ich fand’s ein bisschen schade, dass hier nicht weitaus mehr daraus gemacht wurde.
Last but not least: Eine Übersichtskarte wäre schön gewesen. Vielleicht gibt’s ja eine in der Fortsetzung. :)

4,5 von 5 Sternen "Super geschrieben."

4,5 von 5 Sternen
„Super geschrieben.“

Mein Fazit

Kilian Brauns Wulferan ist ein wunderbares und lesenswertes Buch. Die Fantasywelt ist mit viel Liebe zum Detail entworfen und auch die Charaktere fand ich vielschichtig und überzeugend. Der flüssige Schreibstil des Autors lies bei mir keine Langeweile, dafür aber jede Menge Spannung aufkommen. Leider war der Schluss in meinen Augen zu gehetzt und passte vom Stil her nicht so ganz zum Rest des Buches. Dennoch bekommt Wulferan von mir eine absolute Leseempfehlung, da mich der Autor wirklich überzeugen konnte und ich das Buch nur schwer aus der Hand legen konnte. :)

Ich bedanke mich beim Verlag Hockebooks für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Gerne wieder. Beim Verlag findet man auch eine Leseprobe zu Wulferan. :thumbup:

Jay

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