Kevin Brooks: The Road of the Dead

Kevin Brooks: The Road of the Dead Dt. Taschenbuchausgabe dtv (2008)

Kevin Brooks: The Road of the Dead
Dt. Taschenbuchausgabe
dtv (2008)

Inhalt

Spät eines Nachts erfahren die beiden Brüder Ruben und Cole, dass ihre Schwester Rachel tot ist – sie wurde erwürgt, in einer gottverlassenen Gegend viele Meilen weit weg von ihrem Zuhause in London. Ruben und Cole brechen auf in diese Einöde, um mehr über den Mord und die Ermittlungen herauszubekommen, denn erst wenn der Mörder gefunden ist, kann Rachel beerdigt werden. Insgeheim ahnt Ruben – der Jüngere und Sensiblere der beiden -, dass es für Cole um mehr geht: Cole will Rache. Ruben kennt Coles Impulsivität und weiß, wie rasch sein Bruder zuschlagen kann; er will Cole vor sich selbst schützen. Doch das Dorf in Dartmoor, wo Rachel ihre letzten Tage verbrachte, entpuppt sich als Hexenkessel und den beiden schlägt so viel Hass entgegen, dass auch Ruben machtlos ist gegen den Strudel der Gewalt, in den Cole sich bewusst hineinbegibt. Gewalt erscheint in dieser gesetzesfernen Welt als das einzige Mittel, um herauszufinden, was Rachel wirklich passiert ist, als der einzige Weg, diejenigen dingfest zu machen, die für ihren grausamen Tod verantwortlich sind. Kann dieser Zweck die Mittel heiligen? Was passiert mit denen, die letztlich ähnlich handeln wie ihre Feinde? Verändern gute Motive den Charakter der Tat? So oder so droht die einmal entfesselte Gewalt auch Ruben fürs Leben zu zeichnen … (Quelle: Amazon)

Über den Autor

Kevin Brooks wurde am 30. März 1959 in Pinhoe (Grafschaft Devon, Südengland) geboren und studierte an Universitäten in Birmingham und London. Lange Zeit verdiente er sein Geld mit Gelegenheitsjobs (u. a. im Londoner Zoo und in einem Krematorium), bis er 2002 mit seinem Debütroman Martyn Pig als Schriftsteller überwältigende Anerkennung fand. Seitdem ist er hauptberuflich als Schriftsteller tätig. Über die Jahre hat Kevin Brooks eine Vielzahl von Bestsellerromanen geschrieben, wie zum Beispiel iBoy oder The Bunker Diary. Sein Roman Lucas wurde mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis und den Buxtehuder Bullen ausgezeichnet, Für das Buch The Road of the Dead,  das erstmalig 2006 in englischer Sprache erschien, erhielt Kevin Brooks 2008 den Deutschen Jugendliteraturpreis der Kritikerjury.
The Road of the Dead hat einen Umfang von 350 Seiten und ist in 20 Kapitel unterteilt. Das Buch ist bei dtv als Taschenbuchausgabe, Audio-CD und als E-Book erhältlich. Übersetzer für die deutsche Ausgabe war Uwe-Michael Gutzschhahn

Meine Meinung

Nach The Bunker Diary und iBoy war nun The Road of the Dead mein dritter Roman von Kevin Brooks. Ebenso wie bei den ersten beiden Büchern, wurde ich auch diesmal sofort von der Story mitgerissen und konnte das Buch in 8,5 Stunden beenden. Die Handlung geht zügig voran und Längen findet man hier kaum, was ich bei Kevin Brooks‘ Büchern sehr mag und was für gute Jugendbücher eigentlich unabdingbar ist, um jüngere Leser an das Buch zu fesseln. Handlung und Personenzahl sind überschaubar und genügend Abwechslung ist geboten. :)
Mein besonderes Augenmerk möchte ich hier aber auf die Hauptpersonen richten, nämlich die beiden Brüder Ruben (14) und Cole (18). Sie sind charakterlich sehr unterschiedlich, was der Handlung ein ganzes Stück mehr Tiefe verleiht. Während Cole sehr schnell ziemlich gewalttätig werden kann und lieber mal zuschlägt, bevor er seine Fragen stellt, ist sein jüngerer Bruder Ruben der ruhende Gegenpol zu ihm, der Gewalt vermeidet und die Probleme eher mit dem Kopf löst, als mit den Fäusten. Cole reist zum Tatort, um die Hintergründe des Todes ihrer Schwester Rachel zu klären, den Täter zu finden und Rache zu üben (auch wenn er das nicht deutlich sagt, so treibt es ihn dennoch an). Sein jüngerer Bruder Ruben soll ihn von seiner Mutter aus begleiten und „auf ihn aufpassen, damit nichts Schlimmeres geschieht“. Natürlich passt das Cole zunächst nicht, da er erstens ein Auge auf Ruben haben muss und ihn zweitens gegen allerlei mögliche Gefahren schützen muss. Hier wird die Beziehung der beiden interessant, da einer auf den anderen angewiesen ist, damit nichts passiert. Dass die beiden schließlich Ärger anziehen, wie ein Magnet das Eisen, das liegt vor allem an ihrer Abstammung, denn ihr Vater ist ein Zigeuner und das sieht man ihnen auch an. Überhaupt spielen in The Road of the Dead Abneigungen und Vorurteile gegen Minderheiten eine gewichtige Rolle, mit deren Folgen sich auch die beiden Brüder immer wieder auseinandersetzen müssen. Kevin Brooks hat das, wie ich finde, sehr gut gelöst. Man spürt als Leser richtig das aufwallende Misstrauen und die Blicke voller Verachtung, die ihnen im trüben Dartmoor entgegenschlagen. Doch je größer die Probleme werden, umso enger wachsen die Brüder zusammen und könnten schließlich nicht ohne den anderen bestehen. Ihre Charaktere entwickeln sich während der Handlung weiter und ihre enge Beziehung zueinander wird mit der Zeit immer offensichtlicher, auch wenn sie es dem anderen nicht immer unmittelbar zeigen.

Dann sahen wir einander an und etwas geschah zwischen uns – etwas, dass es lange Zeit nicht gegeben hatte. Es war eine Vertrautheit, eine Nähe jenseits unserer Alltagsnähe, und sie erinnerte mich an die Zeit als wir Kinder waren. Es war ein gutes Gefühl. Doch gerade, als ich es zu genießen anfing, verlor sich Coles Lächeln und er zog sich wieder in sein Schneckenhaus zurück. (Kevin Brooks: The Road of the Dead)

Gefallen hat mir auch, dass vor allem Cole seine guten und schlechten Seiten hat, wobei er die negativen eher zeigt, als die positiven. Dies und die klar strukturierte Geschichte mit ihren Wendungen, machen The Road of the Dead zu einem echten Pageturner, der vor allem im letzten Viertel des Buches deutlich an Fahrt gewinnt und in ein spannendes Finale mündet. Das Buch beinhaltet auch ein gewisses Maß an Gewalt, die jedoch nicht allzu detailliert geschildert wird. Oft bewegt sie sich eher im psychischen Bereich bzw. sie zeigt sich lediglich verbal, anstatt in brutalen körperlichen Auseinandersetzungen. Dennoch schafft es Kevin Brooks die Ereignisse so zu schildern, dass sie ihre Wirkung beim Leser nicht verfehlen und der Ernst der Situation deutlich wird. Der Schreibstil des Autors ist sehr lebendig und voller schöner Vergleiche, was den Text interessant macht.
Während des Buches gibt es auch hin und wieder Perspektivenwechsel zwischen Ruben und Cole, was gut für den Spannungsbogen ist. Ich könnte jedoch an dieser Stelle nicht sagen, welcher der beiden Protagonisten mir besser gefallen hat. Beide haben sie Stärken und Schwächen und ergänzen sich dennoch vortrefflich.

4 von 5 Sternen "Spannend und abwechslungsreich."

4 von 5 Sternen
„Spannend und abwechslungsreich.“

Mein Fazit

The Road of the Dead ist ein abwechslungsreicher Jugendroman ohne Längen, der vor allem durch seine beiden toll ausgearbeiteten Protagonisten besticht. Wem andere Romane des Autors bereits gefallen haben, der kann sicherlich auch diesem Buch einiges abgewinnen. :)

Jay

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