Karl Olsberg: Boy in a White Room

Karl Olsberg: Boy in a White Room, Taschenbuch
Loewe Verlag, Bindlach, 2017

Inhalt

Manuel erwacht, gefangen in einem weißen Raum und ohne eine Erinnerung, wie er dahin gelangt ist. Doch das ist nicht das Schlimmste. Er weiß auch nichts mehr von seiner Vergangenheit davor und nicht einmal seinen eigenen Namen. Was ist geschehen? Wer hat ihn in den weißen Raum gebracht? Wie kann er ihm wieder entkommen? Seine einzige Hilfe zu den Antworten auf seine Fragen ist ALICE, eine computergenerierte Stimme, der er eingeschränkt Anweisungen geben kann. Sie ermöglicht ihm Zugriff auf das Internet und Manuel beginnt mit der Suche nach den Gründen für seine Lage und seine eigene Identität. Bei einem missglückten Entführungsversuch wurde er schwer verletzt und künstlich am Leben erhalten. Doch irgend etwas scheint an der Geschichte nicht zu stimmen, und die tatsächliche Wahrheit ist für Manuel nur schwer zu ergründen.

Über das Buch und den Autor

Karl Olsberg, eigentlich Karl-Ludwig Max Hans Freiherr von Wendt, wurde am 19. Dezember 1960 in Bielefeld geboren und lebt mit seiner Familie in Hamburg. Er promovierte über künstliche Intelligenz und gründete mehrere Start-up-Unternehmen. Seit 2007 schreibt er auch erfolgreich eine Vielzahl von Romanen für Erwachsene, Jugendliche und Kinder. Sein Depütroman Das System schaffte es auf Anhieb in die Spiegel-Bestsellerliste und weitere Bücher folgten. Bekannt wurde er zudem mit seinen Romanen zum beliebten Computerspiel Minecraft, mit denen er vor allem junge Leserinnen und Leser begeistert. Er entwickelte eine App zum mobilen Weiterlesen von Büchern mit dem Namen PAPEGO, die 2016 als Content-Start-Up des Jahres ausgezeichnet wurde.
Karl Olsbergs Boy in a White Room ist am 11. Oktober 2017 beim Bindlacher Loewe Verlag als Taschenbuch erschienen. Zudem gibt es das Buch als Hörbuch und E-Book. Das Jugendbuch hat 283 Seiten und 31 Kapitel un d ist damit recht zügig zu lesen. Sehr schön: Man kann das Buch mit der von Karl Olsberg entwickelten App PAPEGO mobil weiterlesen, wenn man es mal nicht mit dabei haben sollte.

Meine Meinung

Boy in a White Room hat mich angelacht. Auf der Suche nach Wärme und Ruhe im Trubel der Vorweihnachtszeit hatte ich mich in den Ulmer Hugendubel verirrt. Meiner Meinung nach gibt es nichts besseres, als einen Buchladen, um sich aufzuwärmen und die Zeit zu verbringen. Dass der Laden vor Weihnachten brechend voll war widerspricht der der These, dass die Leute nicht mehr lesen. Boy in a White Room viel mir schnell durch das schön gestaltete Cover auf, außerdem mag ich Jugendbücher und der Loewe Verlag hat mich bisher nur selten enttäuscht, was das betrifft. Boy in a White Room lässt sich flüssig lesen. Mit seinen gut 280 Seiten in 31 Kapiteln kann man es sich gut aufteilen, obwohl es vor allem in der zweiten Hälfte immer schwerer wird, es beiseite zu legen. Wer eine gute Story in 280 Seiten packen will, kann sich nicht mit langen Ausführungen aufhalten, sondern muss auf den Punkt kommen. Daher wirkt Olsbergs Buch keinesfalls langatmig, im Gegenteil. Ich war sehr erstaunt, wie viele Ideen er zwischen die Seiten fließen lässt. Denkt man zu Beginn noch, es handelt sich um eine dieser schon öfter dagewesenen Jugendthriller, die den Leser allzu oft die Handlung vorhersehen lassen, so wird man bald eines Besseren belehrt. Boy in a White Room hat so gar nicht die Handlung, wie man sie erwartet, sondern punktet mit einigen recht überraschenden Wendungen und einem Handlungsfaden, der es schwer macht die Ereignisse vorauszusehen. Hauptfigur des Buches ist ein Junge namens Manuel, der sich zu Beginn in einem völlig weißen Raum wiederfindet, ohne eine Erinnerung an seine Herkunft und seine Vergangenheit zu haben. Er Stück für Stück erschließen sich ihm die wahren Hintergründe seiner Gefangenschaft und wer er wirklich ist. Karl Olsberg zeichnet Manuel als einen interessanten Charakter und schreibt das Buch aus der Ich-Perspektive von Manuel. Da Manuel nichts weiß, weiß auch der Leser recht wenig. Nur gelegentlich gibt es kurze Hinweise auf sein Aussehen und sein Alter. Vieles bleibt im Verborgenen und das passt sehr gut zur Handlung der Geschichte. Es gibt auch noch einige Nebencharaktere, die jedoch noch wesentlich weniger von sich preisgeben, da der Fokus eigentlich ständig auf Manuel liegt. Das Wenige, was ich von den anderen Charakteren weiß, will ich hier auch nicht schreiben, um nicht unnötig zu Spoilern. Am besten ist es, ihr lasst euch auf die Geschichte ein und urteilt selbst. Was mir sehr gut gefallen hat ist das philosophische Element, das Olsberg seinem Buch mitgibt. So spielt der französische Philosoph René Descartes eine wichtige Rolle vor allem in der zweiten Hälfte des Buches. Cogito ergo sum (Ich denke, also bin ich.) ist ein Satz, den Manuel in seinen Versuchen Wirklichkeit und Fiktion zu unterscheiden, immer wieder als Orientierungshilfe heranzieht. Das Ende des Buches ist ebenso überraschend, wie gut durchdacht. Mir hat es sehr gefallen und es lässt mich auch ein wenig nachdenklich zurück. Der Autor Andreas Eschenbach schreibt: „Eins von den Büchern, an die man sich sein Leben lang erinnern wird.“ Nun, ich weiß nicht, ob ich mich ein Leben lang erinnern werde, jedoch so viel, dass es jede Seite wert war und dass es definitiv nicht das letzte Buch des Autors in meinem Regal sein wird. Sehr gut gefallen hat mir im Übrigen auch das Coverdesign.

4 von 5 Sternen
„Ein gut gelungenes Jugendbuch mit Tiefgang.“

Mein Fazit

Boy in a White Room ist spannend und abwechslungsreich zu lesen, ohne Längen und unnötigen Beschreibungs-Schnickschnack. Es hat gut verständliche philosophische Elemente und zeigt auch eine Zukunftsvision auf, die den Leser überraschen wird. Ich kann es als Jugendbuch sehr empfehlen und dabei vielleicht eher Jungen, als Mädchen. Eine Liebesgeschichte fehlt. Zwar ist das Buch mit fast 15,00 € nicht gerade günstig, aber dafür bekommt man auch eine Geschichte geboten, die nicht ganz alltäglich ist und von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann zieht. Klare Lese- und Kaufempfehlung von mir.

 

Jay

 

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