John McNally: Infinity Drake (Scarlattis Söhne)

John McNally: Infinity Drake 1 (Scarlattis Söhne) Deutscher Hardcover Loewe Verlag (2015

John McNally: Infinity Drake 1 (Scarlattis Söhne)
Deutscher Hardcover, Loewe Verlag (2015)

Inhalt

Infinity Drake, genannt Finn, und sein verrückter Onkel Al sind gerade auf dem Weg in die Ferien, als Al zu einer internationalen Krisenkonferenz abberufen wird. Die Welt steht vor einer globalen Katastrophe: Im Süden Englands wurde ein sogenannter Scarlatti freigesetzt, ein Killerinsekt, das innerhalb weniger Tage die halbe Menschheit auslöschen könnte. Sofort wird ein Interventionsteam zusammengestellt, das den Scarlatti verfolgen und vernichten soll. Es gibt bereits eine heiße Spur, aber der Scarlatti ist so klein wie ein Daumen und schwirrt durch ein Gebiet so groß wie die ganze Grafschaft Surrey. Nur ein Team, das genauso winzig ist, hat eine reale Chance ihn zu finden. Eine durchgeknallte Idee? Nein, denn Onkel Al hat eine Maschine erfunden, mit der die gesamte Crew auf durchschnittlich 9 Millimeter geschrumpft werden kann. Ein hochriskanter Auftrag, für den nur speziell ausgebildete Agenten in Frage kommen. Kurz nachdem man das Team auf seine gefährliche Mission geschickt hat, vermisst Onkel Al plötzlich seinen Neffen Infinity …                                      (Quelle: Klappentext)

John McNally, (c) privat Quelle: Loewe-Verlag.de

John McNally, (c) privat
Quelle: Loewe-Verlag.de

Über das Buch und den Autor

John McNally ist ein britischer Dreh- und Jugendbuchautor. Er wuchs im walisischen Pembroke auf und reiste durch die Welt bis nach Australien, bevor er im Februar 2014 sein Jugendbuchdebüt veröffentlichte. Erstmals erschienen ist es als Hardcover unter dem Titel The Sons of Scarlatti: Infinity Drake beim Verlag HarperCollins in England und umfasste 416 Seiten. Im Januar 2015 erschien schließlich die deutsche Übersetzung des Jugendbuches beim Loewe Verlag unter dem Titel Infinity Drake (Scarlattis Söhne). Die deutsche Ausgabe umfasst 447 Seiten in 4 Abschnitten und 48 Kapiteln und wurde von Christian Dreller übersetzt. Das Buch ist der erste Teil der Infinity-Drake-Trilogie. Der zweite Teil soll, nach Aussage des Autors, im Juni 2015 unter dem Titel The Forbidden City in England erscheinen. John McNally lebt mit seiner Familie und einer Katze in London.

Meine Meinung

Infinity Drake ist mal wieder ein actiongeladenes Jugendbuch nach meinem Geschmack. Zuerst war es mir im örtlichen Hugendubel förmlich ins Auge gesprungen. Kein Wunder. Bei den Farben des Covers kann man es quasi gar nicht übersehen… Der Loewe Verlag hat mir dann dankenswerter Weise ein Leseexemplar zur Verfügung gestellt, und auch wenn ich dem Jugendalter bereits entwachsen bin, so hat der Autor mit Infinity Drake (fast) alles richtig gemacht und konnte mich fesseln. Aber der Reihe nach.

John McNally: Infinity Drake UK-Taschenbuchausgabe Harper Collins (2015)

John McNally: Infinity Drake
UK-Taschenbuchausgabe
Harper Collins (2015)

Infinity Drake, oder einfach kurz Finn, ist ein kesser Junge von fast 13 Jahren, der bei seiner Oma wohnt und sich für die Naturwissenschaften begeistert. Insbesondere die Biologie und Mathematik haben es ihm angetan. Er ist Vollwaise. Die Mutter ist gestorben und sein Vater, ein Wissenschaftler, verschollen. Doch zum Glück hat er seinen Onkel Al, der immer mal wieder in geheimer Mission unterwegs ist und auch sonst ein ziemlich abgedrehter Typ ist. Kurz gesagt, die beiden passen zusammen. :)
Finn und Al gehören im Buch zu den wichtigsten Personen. Daneben gibt es dann noch die drei Mitglieder des Sonderkommandos, deren Aufgabe es ist die Welt zu retten und die Finn an der Backe haben, der leider ebenfalls mit geschrumpft wurde. John McNally hat es zum Glück geschafft die Zusammenhänge von Finns unfreiwillige Beteiligung an der Mission glaubhaft darzustellen. Alles andere hätte ich ihm nicht abgenommen. :wink:
Der Knabe selbst ist nicht auf den Mund gefallen und trägt mit guten Ideen zur Mission bei. Auch wenn es manche kritisieren, so hat es mir doch recht gut gefallen, dass der Junge seinen Mitstreitern gegenüber so selbstbewusst auftritt, sorgt es doch auch immer wieder für eine gute Portion Witz und Unterhaltung. Außerdem, hey, es ist ein Jugendbuch, weshalb darin auch Finn unbedingt seinen Mann stehen muss, will er am Ende als Held aus der Sache hervorgehen. :rambo:
Die Personen im Buch sind durchweg recht gut gezeichnet, die Handlung abwechslungsreich und voller Action, wie man es von einem spannenden Jugendbuch nur erwarten kann. Natürlich wird man als erwachsener Leser manche Aktion vielleicht etwas kritischer sehen, aber ich fand die Umsetzung insgesamt durchaus gelungen und auch einigermaßen glaubwürdig. Vor allen Dingen aber war sie spannend. Lediglich zum Schluss zog sich die Handlung etwas lange hin. Hier hätte man vielleicht etwas straffen können.
Dass der Autor sich auch immer wieder Zeit nimmt in ein paar Zeilen die Wunder der Natur aus der Finns Perspektive und seine Eindrücke zu beschreiben, hat mir ebenfalls gut gefallen. Man konnte sich dadurch gut in seine Situation versetzen und auch die Bedrohungen für den Winzling wurden realer. Ameisen, Vögel, Spinnen… wenn man nur 9 Millimeter klein ist, wird man sehr schnell zu Beute. :-/
Die drei Mitglieder des Sondereinsatzkommandos bedienen die üblichen Klischees. Die coole amerikanische Hubschrauberpilotin Delta, die natürlich die Beste für den Job ist und die Mission als Herausforderung und Spiel sieht, das gewonnen werden muss. Der muskelbepackte Soldat Kelly. der erst schießt und danach die Fragen stellt, und der Techniker Stubbs, der auch aus Schrott noch ein brauchbares Gefährt zusammenzimmern kann. Ein anderes Team wäre vermutlich recht langweilig. Leider erfährt man über die Mitglieder des Kommandos sonst im Buch recht wenig, von Delta mal abgesehen. Hier hätte ich mir etwa mehr Hintergrundinformationen erhofft und mehr Tiefgang, doch dafür blieb leider zu wenig Zeit, denn das Team war quasi ständig in Bewegung und stolperte von einer Gefahr in die nächste. Der Text ist flüssig zu lesen und gut verständlich. Immer wieder finden sich jedoch wissenschaftliche Fachbegriffe, die aber meist erklärt werden.
Bei allen positiven Eindrücken von Infinity Drake gibt es jedoch auch den einen oder anderen Kritikpunkt, v. a. an der Sprache. Wahrscheinlich liegt es an John McNallys Profession als Drehbuchautor, dass er in seinem Text exzessiv Lautmalerei betreiben muss. Das kann irgendwann schon ziemlich nervig werden. Ich weiß, wie eine Maschinenpistole klingt, ich muss das nicht lesen…  :guns:
Weitaus besser wäre es gewesen, er hätte dieses ständige „DRRRRRT! DRRRRRT! DRRRRRT! DRRRRRT!“ einfach weggelassen. Muss man es denn hinschreiben, damit sich heutzutage die Jugendlichen das besser vorstellen können? Ebenso verhält es sich mit dem Brummen des fliegenden Scarlatti: „Wkwkwkzzzwkzzkzkwkwkwkzzz kzkw…“ Das Ganze passt dann doch wohl eher in ein Comic, als in ein Buch. Hinzu kommen die Fußnoten. Manchmal erklärt der Autor in der Fußnote einen Begriff, der im Text vorkommt. Das ist schon ok. Allerdings hätte er sich diese manchmal doch sparen können. Wenn Kelly (auf Seite 138) eine Waffe aus dem Holster zieht, dann muss man in der Fußnote nicht ergänzen, dass es sich hierbei um eine 357er Magnum handelt. Solche Sachen kann man direkt in den Text schreiben. Ich sehe irgendwie nicht die Intention dahinter. :harry:

4 von 5 Sternen "Spannend und abwechslungsreich.Ein tolles Debüt!"

4 von 5 Sternen
„Spannend und abwechslungsreich. Ein tolles Debüt!“

Mein Fazit

Infinity Drake ist ein spannender und abwechslungsreicher Jugendroman, den ich guten Gewissens allen jugendlichen Lesern empfehlen kann, die auf Action stehen. Ich habe den Roman, nachdem ich ihn einmal begonnen hatte, innerhalb von zwei Tagen fertig gelesen. Etwas nervig sind die ständige Lautmalerei des Autors und die teilweise unnötigen Fußnoten auf den Seiten. Ansonsten hat es John McNally geschafft ein passables Debüt abzuliefern und ich freue mich auf die Fortsetzung, die im Juni in England erscheinen soll. :)

Der Buchtrailer

Jay

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