James Dashner: Die Auserwählten – Im Labyrinth (The Maze Runner)

James Dashner: The Maze Runner US-Hardcover Ausgabe Delacorte Press (2009)

James Dashner: The Maze Runner
US-Hardcover Ausgabe
Delacorte Press (2009)

Inhalt

Als Thomas an einem dunklen, kühlen Ort erwacht, ist sein Vorname das einzige, was er von sich weiß. Er kann sich weder an seine Eltern erinnern, noch an sein Zuhause oder wie er dorthin gekommen ist, wo er sich gerade befindet. Aber er ist nicht allein. Als die Türen des Aufzugs geöffnet werden, wird Thomas von Kindern umringt, die ihn auf der „Lichtung“ begrüßen, einem von hohen Mauern umringten, rechteckigen Stück Land inmitten eines rätselhaften Labyrinths. Auch die Kinder wissen nicht, wie und warum sie dorthin gekommen sind. Gemeinsam bestreiten sie einen verzweifelten Kampf ums Überleben, denn das rätselhafte Labyrinth birgt viele Gefahren. Tödliche Gefahren, wie die schrecklichen Greaver, Kreaturen wie aus Alpträumen, die nachts im Labyrinth auf die Jagd gehen…

Über das Buch und den Autor

James Dashner wurde im US-Bundesstaat Georgia geboren und ist dort aufgewachsen. Heute lebt er in den Rocky Mountains, wo er auch seine Bücher schreibt. Er hat bereits eine ganze Reihe von Jugendromanen geschrieben, darunter auch bekannte Maze-Runner-Reihe. Der erste Teil The Maze Runner erschien im Jahr 2009 und wurde inzwischen auch verfilmt. Die englische Hardcoverausgabe hat 374  Seiten. Auf Deutsch ist das erste Buch im März 2011 unter dem Titel Die Auserwählten – Im Labyrinth beim Verlag Chicken House (Carlsen Verlag) erschienen.

Meine MeinungDashner_Die_Auserwählten_Labyrinth

Ohhh, Mann! Leute seht euch die coolen Cover dieser Bücher an. Die hohen, von Efeu bedeckten Mauern der englischen Ausgabe wirken dunkel und geheimnisvoll und erzeugen eine düstere, beklemmende Atmosphäre, die wirklich Lust auf das Buch macht. Auch das deutsche Cover braucht sich gewiss nicht zu verstecken und ist ebenfalls sehr gut gelungen. Buchhändler und Verlage wissen natürlich, wie wichtig ein ansprechendes Design für den Absatz ist. Bei James Dashners Maze-Runner-Reihe ist es sogar doppelt wichtig, weil den Rest des Buches kann man eigentlich getrost IN DIE TONNE TRETEN. Dieses Buch ist schon jetzt ein heißer Anwärter auf meinen persönlichen Flop des Jahres 2016. Wie hatte ich mich auf das Buch gefreut, beflügelt von guten Rezensionen und dem Hype um den Autor. Dazu kam noch ein Kinofilm, den ich noch nicht gesehen habe und der meine Neugier noch mehr anstachelte. Seit 2012 schlummerte The Maze Runner friedlich auf meinem SuB. Als sich Anfang April eine kleinere Leseflaute bei mir abzeichnete, setzte ich große Hoffnungen in den Roman. Dann quälte ich mich drei Wochen lang hindurch, was nicht gerade zur Motivationssteigerung beitrug… – aber ich schweife ab. Hier also meine ausführliche Meinung.
Der Roman fängt eigentlich gut an. Der 16-jährige Thomas erwacht in einer stockdunklen Kammer aus Metall, umgeben von seltsamen Geräuschen – einem Aufzug ins Labyrinth, wie sich später herausstellt. Von der ersten Seite an hatte das Buch gute Ansätze für einen Pageturner. Ich war gefesselt. Thomas lernt die Gladers kennen, die Jungs, die mitten im Labyrinth täglich ums Überleben kämpfen müssen. Sie müssen sich selbst versorgen, haben eine Führungsriege aufgestellt, organisieren ihren Tagesablauf, um ihr Leben in geordneten Bahnen verlaufen zu lassen und versuchen die Rätsel des Labyrinths zu lösen. Immer auf der Suche nach einem Ausweg. Gute Ansätze für eine tolle Story. Ich wollte mehr wissen. Leider konnte aber keiner der vielen Charaktere so richtig mein Interesse wecken. Viele wirkten auf mich flach und farblos, manche Protagonisten sogar regelrecht unsympathisch, obwohl sie eigentlich die Sympathieträger hätten sein sollen, weil sie zu den „Guten“ gehörten. Thomas tappte noch lange im Dunkeln, als er den Aufzug schon längst verlassen hatte, denn kaum einer seiner neuen Gefährten wollte ihm zur neuen Situation etwas erzählen. Diese ständige Geheimnistuerei ging nicht nur Thomas gehörig auf die Nerven, sondern auch mir. Wenn Thomas versuchte seien Ideen einzubringen, waren die Reaktionen häufig von Misstrauen geprägt. Das alles wäre ja noch verständlich gewesen, wenn es wirklich gute Gründe dafür gegeben hätte, aber diese waren in meinen Augen zu konstruiert und überhaupt nicht nachvollziehbar. Thomas kommt im Labyrinth an und war von da an quasi der Sündenbock für alles, was irgendwie schief läuft. Und wäre das Klo verstopft gewesen, auch das hätte man Thomas angekreidet. Anfangs hat er mir noch leid getan, aber im Laufe der Handlung wirkte er auf mich charakterlich schwach und wurde später Hauptfigur nahezu völlig uninteressant. Wären Thomas und die Gladers am Ende des Buches alle von den Greavers gefressen worden, ich hätte mir deswegen keine Träne aus den müden Augen gepresst, so gleichgültig waren sie mir alle. Moment… einen Charakter gab es, den ich tatsächlich ein wenig ins Herz geschlossen habe. Schade nur, dass er nur eine Nebenrolle spielte und James Dashner seine Figur nicht weiter ausbaute. Mir gefiel er deswegen, weil er sich eher so verhielt, wie man es von einem Jugendlichen in seinem Alter erwarten konnte. Der Großteil der Charaktere waren also nicht gerade überzeugend für mich. Kommen wir zur Story. Eigentlich hatte James Dashner eine tolle Idee mit dem Labyrinth und auch der Weg, das letztendlich zur Lösung des Rätsels führte, war wirklich gut gewählt und zeugte von Kreativität. Leider war die Umsetzung unterirdisch. Die Geschichte war in weiten Teilen zu vorhersehbar. Etwas wurde nur angedeutet und ich wusste schon, was als nächstes passierte. Da im Labyrinth nur Jungen zusammen waren, war mir sofort klar, dass wenige Seiten später ein Mädchen (Teresa) aus dem Aufzug steigen musste, und BINGO, was hab ich gesagt? Klar, es wäre auch ein schlechter Jugendroman so nur mit Jungs und ohne pubertäre Romanze. :roll:
Ok, das muss wohl so sein. Natürlich war dann auch Teresa (gemeinsam mit Thomas) an den Miseren schuld, die da so kamen. Es gab zwar keinen echten Beweis dafür und nur Vermutungen, aber irgendjemand muss je schließlich schuld sein, oder?
Zwischendurch gab es einen oder zwei kurze Abschnitte, die mich wirklich fesseln konnten, doch der Rest der Geschichte plätscherte nur so dahin. Ich musste mich regelrecht aufraffen täglich ein Kapitel zu lesen. Leider wurde es dann auch gegen Schluss nicht besser. Von einer Spannungskurve war weit und breit nichts zu finden. Mein Lieblings(neben)charakter starb dann auch noch am Schluss und ich konnte mir bei der Gelegenheit doch noch eine Träne aus den Glubschern pressen, aber das war’s dann auch. Der Roman machte auf mich den Eindruck eines Potbourrie vieler Ideen, bunt zusammengewürfelt, ohne dass eine roter Faden erkennbar wäre und ohne hinreichende Erklärungen. Wären Teresa zwischendurch noch Elfenflügel gewachsen, damit sie über die Mauern fliegen kann, es hätte mich wenig überrascht. Alles wirkte auf mich wenig ausgereift und sprachlich schlecht umgesetzt. Eine spannende Atmosphäre wurde nicht erzeugt, ebenso wenig Empathie für die Helden des Romans.

1.5 von 5 Sternen "Ein völlig überbewertetes Buch."

1.5 von 5 Sternen
„Langweilig, vorhersehbar, farblose Charaktere.“

Mein Fazit

James Dashner hat es für mich leider nicht verstanden seine guten Ideen in eine spannende und ansprechende Geschichte zu entwickeln, die Lust auf mehr machte. Cover TOP, Story FLOP. Die Protagonisten waren langweilig und farblos, der Handlungsverlauf zu vorhersehbar, eintönig und nicht spannend. Viele Fragen blieben ungeklärt. Natürlich soll das den Verkauf der Folgebände fördern. Auch wenn das Buch noch so gehypt wird, es bleibt in meinen Augen bestenfalls durchschnittlich, und daran ändert auch die Verfilmung nichts. Den Rest der Reihe werde ich mir wohl ersparen.
Wer spannende Dystopien mit starken Charakteren lesen möchte, dem empfehle ich an dieser Stelle die Labyrinth-Reihe von Rainer Wekwerth oder Neal Shustermans Unwind-Dystologie.

Sprachniveau: 3 von 4 (Fortgeschrittene)

Sprachniveau: 3 von 4 (Fortgeschrittene)

Im Roman verwenden die „Gladers“ immer wieder selbst erdachte Slang-Ausdrücke, was Leser der Originalausgabe irritieren könnte. Man braucht etwas Zeit, bis man dahinter kommt, was gemeint ist. dashner wollte damit wohl Kraftausdrücke vermeiden. Ansonsten ist der englische Text auf einem normalen Sprachniveau.

Jay

 

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