Helsinki – Die Festungsinsel Suomenlinnen (14. August 2017)

Helsinki Südhafen mit dem Weißen Dom (mitte)), dem Riesenrad und der orthodoxen Kirche (rechts).

Der Worldcon ist vorbei, doch ich habe noch ein paar Tage dran gehängt, um Finnlands interessante Hauptstadt erkunden zu können. Meine Beiträge über Helsinki haben daher weniger mit Büchern zu tun, sondern berichten eher von meinen Entdeckungen hier. Das Wetter ist perfekt. Blauer Himmel, Sonnenschein und nur ganz wenig Wolken. Dazu eine ständige leichte Brise, die meine Ausflüge bei Temperaturen um die 20° C sehr angenehm machen. Wegen der Sonne kommt man hier nur selten ins Schwitzen. Was mir aufgefallen ist, auch die Stadt riecht frisch durch den leichten Wind. Im Gegensatz dazu stinkt London regelrecht. Alles ist offen und weitläufig. Mehr als 30 % der Fläche Helsinkis sind Parks und andere Grünanlagen und die Stadtplaner achten darauf, dass es auch so bleibt.

Kirche von Suomenlinna

Für den Montag nach dem Con habe ich mir die Festungsinsel Suomenlinna vorgenommen. Sie ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten für Touristen mit einer langen und bewegten Geschichte. Man erreicht sie vom Südhafen aus mit einer Fähre, die alle 20 Minuten ablegt. Das Schöne ist, dass man nicht extra ein Ticket für die Überfahrt kaufen muss, denn es gilt auch das Tagesticket für die öffentlichen Verkehrsmittel. Der Stadt Helsinki vorgelagert wurde Suomenlinna auch als „Gibraltar des Nordens“ bezeichnet, weil sie über Jahrhunderte hinweg zur Seefestung ausgebaut wurde. Das begann im Jahr 1748, als Finnland noch zum Königreich Schweden gehörte. Schwedisch ist auch heute noch die zweite Amtssprache des Landes und im Alltag überall gegenwärtig. Die Festung wird von schwedischen König Friedrich I. Sveaborg getauft. Die Schweden waren gegen Ende des 18. Jahrhunderts mit den Russen im Krieg und Sveaborg war dabei ein wichtiger Militärhafen. 1808 fällt er schließlich an de Russen und ein Jahr später gehört Finnland zum Zarenreich, bleibt jedoch eigenständig. Erst im finnischen Bürgerkrieg wurde der Staat Finnland 1917 unabhängig. Die Finnen feiern also 2017 ihr 100-jähriges Staatsjubiläum.

The last argument of kings.

Im Jahr 1918 bekam Sveaborg schließlich den finnischen Namen Suomenlinna und diente noch bis 1973 als Militärstützpunkt, unter anderem auch als U-Boot-Hafen im Zweiten Weltkrieg. 1991 wurde die Insel Teil des UNESCO Weltkulturerbes und ist seither ein Touristenmagnet. Die Insel ist jedoch nicht unbewohnt. Sie gilt als Stadtteil Helsinkis mit immerhin 800 Einwohnern.
Auf der Insel gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher, sehenswerter Museen, Restaurants, Cafés und auch einige alte Kanonen und natürlich die restaurierten Festungsanlagen zu erkunden. Nach über 250 Jahren schwedischer und russischer Herrschaft ist die Insel inzwischen an die Japaner gefallen, die quasi überall zu sehen sind. Meistens gerade dort, wo man gerade selbst fotografieren möchte. :roll:

Blick von Suomenlinna mit einem Teil der Festungsanlage.

Und ein Blick aus der Festungsanlage auf die rauhe Küstenlandschaft der Insel.

Ein Teil der Festungsanlage von innen.

Kleine Cafés finden sich auf der Insel überall.

Der Weiße Dom, das Wahrzeichen Helsinkis.

Auf Suomenlinna konnte ich leicht 4 bis 5 Stunden verbringen. Es gibt dort viel zu entdecken und vor allem für Fotografen finden sich reichlich schöne Motive. Am Nachmittag nahm ich dann die Fähre zurück zum Festland und stieg zum Weißen Dom hinauf, dem Wahrzeichen der Stadt Helsinki, das vom Südhafen in nur wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen ist. Das Gebäude ist wirklich eindrucksvoll. Eine breite Treppe führt zum Dom hinauf. Sie ist ein beliebter Rastplatz für Touristen, die hier busweise ankommen. In der Mitte des großen Platzes vor dem Weißen Dom steht ein Denkmal von Alexander I., Kaiser von Russland, der Finnland sehr gewogen war. Vom Weißen Dom kommt man zu Fuß direkt in die Stadtmitte mit seinen vielen Einkaufszentren, Bars und Restaurants. Nach einer Stärkung bin ich schließlich ins Hotel zurück gelaufen (irgendwie wollte die Straßenbahn an meiner Haltestelle nicht vorbeikommen). Naja, zur Zeit Alexanders I. gab es solchen neumodischen Kram auch noch nicht. Wer sich kein Pferd leisten konnte, so wie ich, musste eben laufen.

Jay

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