Michael Grant: Gone 6. LICHT (Light)

Gone: Light Englische Taschenbuchausgabe

Gone: Light
Englische Taschenbuchausgabe

Inhalt

Alle Augen sind auf Perdido Beach gerichtet. Die Barrieremauer ist jetzt durchsichtig wie Glas und das Leben innerhalb der Kuppel, der Fallout Valley Youth Zone (kurz: FAYZ) ist für die ganze Außenwelt sichtbar. Das Leben innerhalb der Kuppel ist weiterhin ein fortwährender Kampf und die DUNKELHEIT, von den wachsamen Augen unbemerkt, wächst und wächst… Die Gesellschaft, and der Sam und Astrid so hart gearbeitet haben sie aufzubauen, steht kurz vor ihrer entgültigen Zerschlagung. Wer wird überleben, um das Licht des Tages zu sehen? (Übersetzung Klappentext)

Über den Autor

Michael Grant lebt mit seiner Frau Katherine und zwei Kindern in der Gegend um die San Francisco Bay. Zusammen haben sie bereits über 150 Büchern mitgeschrieben. Die GONE-Reihe von Michael Grant ist eine Serie, die auf den internationalen Bestsellerlisten ganz oben steht. Mit Light/Licht liefert er sein fulminantes letztes und lange erwartetes Buch in der Reihe.

Über das Buch

Die Geschichte in Light/Licht umfasst knapp 440 Seiten, die sich in 31 reguläre Kapitel gliedert. Wie auch bei den vorherigen Bänden der Reihe trägt jedes Kapitel als Überschrift nur die Kapitelnummer und darunter eine Zeitangabe, welche die Handlung des Buches als Countdown darstellt. Kapitel ONE startet mit 88 Stunden und 39 Minuten, woraus sich ablesen lässt, dass die Handlung über eine Zeitspanne von nur drei Tagen und gut 16,5 Stunden verteilt ist. Als Besonderheit zu den Vorgängerbänden sind die letzten knapp 40 Seiten in vier Nachspiel-Kapitel aufgeteilt, welche ausführlich die Ereignisse nach der Stunde NULL schildern, die Erzählung abschließen und offene Fragen klären.

Der Autor wählt, wie auch in den vorherigen Bänden die Perspektive des allwissenden Erzählers, der in der Vergangenheit schreibt. Das ermöglicht dem Leser den problemlosen Blick auf das Geschehen an den vielen verschiedenen Orten innerhalb des Buches.

Bei Light/Licht handelt es sich um den sechsten und finalen Band der GONE-Reihe. Die Umschlagsgestaltung ist einfach und wirkt v. a. dadurch sehr kunstvoll. Glücklicherweise ist das Design der Reihe bis zum Schluss beibehalten worden, wodurch sich auch der sechste Band gut ins Regal neben den anderen einordnet. :thumbup:
Die Farbe des Umschlags ist schwarz mit weißem Auftruck. Der Buchschnitt ist beim letzten Band nicht gefärbt (was eine auffällige Besonderheit der Vorgängerbände war). Er bleibt also ebenfalls weiß.

Die deutsche Übersetzung von Gone 6: Light erschien am 01. Februar 2014 unter dem Titel Gone: Licht beim Ravensburger Verlag. Die englische Ausgabe gibt es als Hardcover, als Taschenbuch und auch als E-Book.

Meine Meinung

Auch im sechsten Teil der Reihe setzt Michael Grant seinen unerbittlichen Schreibstil fort, der nicht nur für die Charaktere des Buches ein Albtraum ist, sondern auch den Leser bis ins Mark erschüttern kann. 8-O

In diesem letzten Band kämpfen die verbliebenen Kinder wiederum um’s nackte Überleben. Der große Widersacher der Eingeschlossenen, hat eine menschliche Erscheinungsform angenommen und geht wahrlich über Leichen.

Gone: Licht Deutsche Ausgabe

Gone: Licht
Deutsche Ausgabe

Michael Grant ist auch diesmal mit seinen Beschreibungen keineswegs zimperlich, was zu einer sehr erschreckenden Atmosphäre führt, die selbst den Leser schon oft schlucken lässt. Auf der Rückseite der englischen Ausgaben steht ausdrücklich „WARNING! Contains scenes of cruelty and some violence„, aber mit dem Wörtchen „some“ kann ich hier nicht konform gehen. In diesem letzten Band sterben Kinder zu dutzenden und die Beschreibungen sind manchmal nur schwer zu ertragen.
Kinder werden u. a. gefoltert, zerrissen, gegrillt, gesprengt, zerschnitten, zerschmettert, enthauptet, verbrannt, geschlachtet und gefressen. Michael Grant ist schonungslos. :rambo:
Dabei ist es nicht unbedingt der Tod bekannter Hauptcharaktere, der einem immer wieder nahe geht, sondern auch unbekannte Nebendarsteller, die sozusagen als namenloses „Kanonenfutter“ immer wieder recht blutig das zeitliche segnen, fordern dem Leser einiges ab. Das auf zwei Seiten mal eben ein Dutzend Kinder „hingerichtet“ werden kommt durchaus vor. Ich denke, dass gerade das für Erwachsene schwer zu verdauen ist. Würde es sich bei den Toten um erwachsene Menschen handeln, wäre es sicher leichter zu ertragen, aber so leidet man besonders mit, da die Opfer zwar bewaffnete, aber dennoch wehrlose Kinder sind. Der Drang als erwachsener Leser die Jungen und Mädchen sicher wissen zu wollen, macht das Buch für ihn wahrscheinlich grausamer, als für jüngere. Zumindest vermute ich das.

Die Situation scheint auch in diesem letzten Band aussichtslos und die Gespräche der Kinder sind oft geprägt von Angst und Verzweiflung, bisweilen von Hoffnung. Viele der Hauptcharaktere befinden sich diesmal an einem Wendepunkt und müssen sich entscheiden, ob sie für die Gemeinschaft kämpfen oder lediglich ihr grausames Leben für ein paar wenige Stunden in Sicherheit verlängern wollen, denn der Gegner scheint übermächtig und fordert allen Beteiligten das Letzte ab. Die Liebe zwischen verschiedenen Paaren wird ebenfalls auf eine harte Probe gestellt. Sam und Astrid, Caine und Diana, Edilio und Roger, Brianna und Dekka, nur um hier einige wichtige zu nennen, sind in ihren Beziehungen gefordert. Auch sie müssen sich letztendlich für einen Weg entscheiden, was den Leser bis zum Schluss in Atem hält.

Das fantastische Element tritt in Light etwas zurück. Der Fokus der Handlung liegt auf dem Überlebenskampf der Kinder und ziemlich real anmutenden Gefahren. Sprechende Coyoten und dergleichen spielen in der Handlung diesmal eine eher untergeordnete Rolle. Es gibt in diesem Band zudem keinen eindeutigen Hauptakteur. Die Perspektive wechselt beständig zwischen den einzelnen Hauptpersonen und jede von ihnen spielt bei der großen sich anbahnenden Auseinandersetzung eine ganz eigene Rolle. Helden werden geboren, zweifelhafte Charaktere erfahren eine Wende zum Positiven, schwache wachsen über sich hinaus,… :)

Michael Grant schafft es mit seinem Schreibstil abermals den Leser (und natürlich auch die Leserinnen) bis zur letzten Seite zu fesseln. Das Englisch der Originalausgabe ist sehr gut verständlich, der Satzbau einfach gehalten und die Sprache einem Jugendbuch absolut angemessen. Grant macht es dem Leser einfach den Gedankengängen zu folgen und er beschreibt die Szenerie so plastisch, dass man ständig genötigt wird doch noch ein weiteres Kapitel zu lesen.  :lesen:

Gut fand ich auch, dass sich der Autor für den Schluss wirklich Zeit nimmt und in einem „Nachspiel“ über 40 Seiten hinweg die Geschichte umfassend zu Ende bringt. Es bleiben soweit keine wichtigen Fragen offen (zumindest nicht bei mir) und natürlich gibt es, nach all dem Stress der ersten 400 Seiten, für den Leser auch ein paar schöne, rührende Momente zum Abschluss.  :cry:

Michael Grant bedankt sich in einem Schlusswort bei seinen treuen Lesern der Serie und erklärt, dass er nicht versuchen wird die GONE-Reihe in einen seiner anderen Bücherreihen fortzusetzen. LIGHT ist also wirklich der Abschluss. In einem Schlusssatz lässt er seine (lebenden und z. T. auch toten) Hauptcharaktere, die der Leser mit der Zeit lieb gewonnen hat, sich vom Leser verabschieden. Der Leser darf nun auch die Todeszone/Kuppel/Arena verlassen und befreit ausatmen. Ob man darüber nun glücklich oder traurig sein soll, das muss jede/r für sich entscheiden.

From me, from Sam and Astrid, Caine and Diana, Quinn, Edilio, Lana and Patrick, Dekka, Brianna, Albert, Computer Jack, Orc, Mary, Sanjit and Choo, Howard, Hunter, Little Pete and all the rest (even Drake), thanks. You are now free to leave the FAYZ.

Damit ist die GONE-Reihe offiziell beendet, die Geschichte erzählt. Danke, Michael Grant! :thumbup:

4 von 5 Sternen "Ein würdiges Ende der Gone-Reihe!"

4 von 5 Sternen
„Ein würdiges Ende der Gone-Reihe!“

Fazit

Mit LIGHT liefert der Autor einen würdigen Abschluss seiner Bestseller-Reihe ab. Die Beschreibungen sind bisweilen sehr brutal und nichts für zarte Gemüter. Wer allerdings die ersten Teile der Reihe kennt, weiß worauf man sich einlässt. Empfehlen würde ich das Buch Jugendlichen ab einem Alter von 14 Jahren und auch Erwachsene wie z. B. Stephen King („I love these books.“) kommen mit der Reihe definitiv auf ihre Kosten. Ich empfehle allen durchaus auch die englische Originalausgabe.

Ich habe das Buch im englischen Original gelesen. Die Sprache ist gut verständlich und vom Niveau einem Jugendbuch angemessen.

Jay

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This Blog will give regular Commentators DoFollow Status. Implemented from IT Blögg

Facebook IconTwitter IconFolgt uns mit Bloglovin'Folgt uns mit Bloglovin'Folgt uns mit Bloglovin'