Fearie Tales – Stories of the Grimm and Gruesome (Hrsg. Stephen Jones)

Fearie Tales Herausgeber: Stephen Jones PS Publishing (2014)

Fearie Tales
Herausgeber: Stephen Jones
PS Publishing (2014)

Inhalt

Im Jahr 1884 wurden die Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm, die bereits von Margaret Hunt ins Englische übersetzt wurden, als Grimm’s Houshold Tales publiziert. Seit dieser Zeit haben die Geschichten der Gebrüder Grimm Autoren auf der genzen Welt inspiriert.
Jetzt haben die besten Fantasy- und Horrorautoren unserer Zeit ihre eigenen brandneuen Märchen erschaffen – mit eindeutig dunkleren Wendungen. Inspiriert wurden sie dabei von den zeitlosen Geschichten, die seinerzeit von den Gebrüdern Grimm gesammelt wurden.
Aber seien sie gewarnt: Dieser fantastische Band voller furchterregender Märchen ist eindeutig nicht für Kinder geeignet!

Über das Buch und den Herausgeber

Fearie Tales – Stories of the Grimm and Gruesome ist eine Anthologie, also eine Sammlung von Kurzgeschichten, zu der 15 bekannte Autoren aus dem Horror- und Fantasygenre einen Beitrag leisteten. Der Herausgeber Stephen Jones lebt in London und hat bereits eine Vielzahl von Auszeichnungen gewonnen, darunter drei World Fantasy Awards und mehrere British Fantasy Awards. Für den Hugo Award wurde er ebenfalls nominiert.

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Künstler: Alan Lee (2014)

Stephen Jones hat nicht nur eine ganze Reihe von Horrorbüchern geschrieben, er war auch als Produzent und Regisseur tätig und an mehreren Filmen beteiligt, wie zum Beispiel an den ersten drei Hellraiser-Filmen.
Das Buch enthält eine Zahl von Innenillustrationen von Alan Lee, der auch das Cover des Buches schuf. Lee wurd vor allem bekannt durch seine Illustrationen in der „Centenary Edition“ von Der Herr der Ringe und ist künstlerisch zudem an Peter Jacksons dreiteiligem Film The Lord of the Rings und den drei Teilen von The Hobbit beteiligt. Fearie Tales hat einen Umfang von 411 Seiten und enthält 31 Kurzgeschichten. Die Geschichten werden im Wechsel erzählt, d. h. man liest zuerst die Originalversion der Gebrüder Grimm (in englischer Sprache) und im Anschluss eine moderne Version eines der Autoren:

  • Das eigensinnige Kind, neu erzählt von Ramsey Campbell
  • Der singende Knochen, neu erzählt von Neil Gaiman
  • Rapunzel, neu erzählt von Tanith Lee
  • Häschenbraut, neu erzählt von Garth Nix
  • Hänsel und Gretel, neu erzählt von Robert Shearman
  • Die drei Männlein im Walde, neu erzählt von Michael Marshall Smith
  • Märchen von einem, der auszog das Fürchten zu lernen, neu erzählt von Markus Heitz
  • Aschenputtel, neu erzählt von Christopher Fowler
  • Elfengeschichte #1, neu erzählt von Brian Lumley
  • Die Nixe im Teich, neu erzählt von Reggie Oliver
  • Der Räuberbräutigam, neu erzählt von Angela Slatter
  • Frau Trude, neu erzählt von Brian Hodge
  • Elfengeschichte #2, neu erzählt von Peter Crowther
  • Die Alte im Wald, neu erzählt von Joanne Harris
  • Rupelstilzchen, neu erzählt von John Ajvide Lindqvist
  • Das Totenhemdchen (Geschichte zum Schluss)
Fearie Tales (Hrg. Stephen Jones) Signaturseite im Buch

Fearie Tales (Hrg. Stephen Jones)
Signaturseite im Buch

Nach jeder Neuerzählung gibt es eine maximal einseitige Biografie des jeweiligen Autors bzw. derAutorin mit weiteren Werken. Zudem gibt es zu jeder Erzählung eine Illustration von Alan Lee und natürlich ein Vorwort des Herausgebers auf den ersten Seiten des Buches.
Fearie Tales – Stories of the Grimm and Gruesome ist 2013 erstmalig in englischer Sprache als Hardcover, Taschenbuch und E-Book bei Jo Fletcher Books erschienen. Zudem gibt es eine Limitierte Ausgabe von nur 200 Exemplaren, die eine Unterschriftenseite aller Beteiligten beinhaltet und 2014 bei PS Publishing (UK) erschienen ist.

Meine Meinung

Ich habe mir auf der 72. World Science Fiction Convention 2014 in London (Loncon 3) die limitierte Ausgabe von Fearie Tales am Stand von PS Publishing angesehen und schließlich gekauft. Die Idee, bekannte Geschichten der Gebrüder Grimm von Fantasy- und Horrorautoren neu erzählen zu lassen, faszinierte mich und ich war gespannt auf das Ergebnis der Bemühungen. Ich liebe Dark Fantasy und gute Horrorgeschichten. :)
Enttäuscht wurde ich nicht. Ich kann zwar nicht behaupten, dass mich alle 15 der neu erzählten Geschichten begeistern und fesseln konnten, aber das war irgendwie auch zu erwarten. Man kommt schließlich nicht mit jedem Schreibstil gleich gut zurecht. Bei manchen Autoren war das Englisch super verständlich und man war sofort tief drin in der Geschichte, andere wiederum verwendeten eine Vielzahl wenig gängiger Wörter, die es oftmals schwer machten den Inhalt der Handlung auf Anhieb zu verstehen oder zu erschließen, was letztendlich stark den Lesefluss störte. Ich behaupte von mir, inzwischen einen wirklich guten rezeptiven englischen Wortschatz parat zu haben, aber ohne Wörterbuch ging bei manchen Geschichten nicht viel. Um die Originaltexte dieser Autoren werde ich wohl auch zukünftig einen Bogen machen und eher auf gute Übersetzungen zurückgreifen (wenn überhaupt).

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Künstler: Alan Lee (2014)

Einige der Geschichten waren spannend von der ersten bis zur letzten Seite, bei anderen war ich einfach nur froh, wenn ich durch war. Entweder weil sie mich einfach nicht fesseln konnten oder weil ich mit den Protagonisten nicht „warm“ wurde. Allerdings betrachte ich das nicht als Minuspunkt für das Gesamtwerk, denn Anthologien helfen ungemein bei der Suche nach neuen, interessanten Autoren. Man bekommt einen Einblick in deren Schreibstil und einen guten Eindruck von ihrem schriftstellerischen Können. Ich halte es für eine hohe Kunst, die Handlung in einer Kurzgeschichte sprachlich und stilistisch so auf den Punkt zu bringen, dass sie den Leser an das Buch fesseln kann. Nicht immer gelingt das allen Autoren bei allen Lesern und ich konnte für mich persönlich eine gute Auswahl treffen, welche Autoren mich auch weiterhin beschäftigen werden. Besonder gut gefallen haben mir die Umsetzungen folgender Grimm Märchen, nämlich…

  • Robert Shearmans Version von Hänsel und Gretel unter dem Titel Peckish
  • Christopher Fowlers Version von Aschenputtel unter dem Titel The Ash-Boy
  • Brian Hodges Version von Frau Trude unter dem Titel Anything to me is Sweeter, than a Cross Shock-Headed Peter
  • John Ajvide Lindqvists Version von Rumpelstilzchen unter dem Titel Come unto me
4 von 5 Sternen "Eine ansprechende Sammlung fesselnder Kurzgeschichten."

4 von 5 Sternen
„Eine ansprechende Sammlung fesselnder Kurzgeschichten.“

Fazit

Insgesamt kann ich sagen, dass Fearie Tales durchaus einen Blick wert ist, wenn man Dark Fantasy und Horror mag. Die Geschichten kann man bequem nebenbei lesen und man erhält einen Einblick in die erzählerischen Künste einer ganzen Reihe namhafter Autorinnen und Autoren. Die Gesamtbewertung links enstpricht dem Durchschnitt aller Geschichten. Manche fand ich sehr gut, andere weniger. Was das Buch außerdem aufwertet, sind die Illustrationen von Alan Lee.
Von mir gibt es an dieser Stelle eine Leseempfehlung und ich hoffe, dass es für diese Anthologie in nicht allzuferner Zukunft auch eine deutsche Übersetzung geben wird.

 

Sprachniveau: 4 von 4 (Sehr hoch)

Sprachniveau: 4 von 4 (Sehr hoch)

Ich habe das Buch in englischer Sprache gelesen und das sprachliche Niveau ist bei manchen der Geschichten recht hoch. Andere wiederum sind ein ganzes Stück einfacher zu verstehen. Die Bewertung links ist daher nicht für das Gesamtwerk zu sehen, sondern nur für Teile davon.

Jay

Fearie Tales (von Stephen Jones) Vorderseite der Kassette

Fearie Tales (von Stephen Jones)
Vorderseite der Kassette für die limitierte Ausgabe von PS Publishing

 

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