Daniel Illger – Skargat 2: Das Gesetz der Schatten

Daniel Illger: Skargat - Das Gesetz der Schatten Dt. Taschenbuchausgabe Hobbit-Presse (2016)

Daniel Illger: Skargat – Das Gesetz der Schatten
Dt. Taschenbuchausgabe
Hobbit-Presse (2016)

Inhalt

Nach dem Tod seines besten Freundes kennt Mykar nur noch ein Ziel: Rache an Rudrick von Nordwiesen. Doch Rudrick ist der Wilden Horde beigetreten, einer gefährlichen Truppe von Geisterreitern, die des Nachts Himmel und Erde unsicher machen. Allein begibt sich Mykar auf eine gefährliche Reise quer durch Ahekrien, um herauszufinden, wie er seinen übermächtigen Gegner bezwingen kann. Unterdessen finden seine übrigen Freunde Justinius, Scara und Vanice neue Verbündete in einem trotteligen Totengräber und einem Paladin, der an der göttlichen Gerechtigkeit verzweifelt. Gemeinsam versuchen sie die Wilde Horde und ihren Anführer, den Schwarzen Jäger, aufzuhalten und bringen sich damit in tödliche Gefahr. Doch die Zeit wird knapp, denn ein namenloses Böses drängt machtvoll in die Welt. Es wird nichts und niemanden verschonen: weder die Welt der Menschen, noch jene der Spukwesen und Nachtgestalten.

Über das Buch und den Autor

Daniel Illger, geboren 1977, hat an der Freien Universität Berlin promoviert und arbeitet als Film- und Literaturwissenschaftler. Mit Skargat: Der Pfad des schwarzen Lichts veröffentlichte er am 21. Februar 2015 seinen fantastischen Debütroman und den Auftakt einer düsteren Fantasyreihe, deren Handlung sich erfrischend vom Gros der Fantasybücher abhebt. Das Buch gewann 2016 den „Seraph“ für das beste Debüt und schon im folgenden Jahr, am 27. August 2016, erschien die Fortsetzung Skargat – Das Gesetz der Schatten. Der zweite Teil der Reihe umfasst gut 600 Seiten und ist als E-Book und broschierte Ausgabe bei Hobbit Presse/Klett-Cotta erschienen.
Die Handlung ist in drei große Teile mit 19, 15 und 23 Kapiteln unterteilt. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive der wichtigsten Charaktere Myka, Justinius und Vanice, sowie dem Totengräber Halig und der alten und mächtigen Geisterreiterin Luziera. Die Perspektive ändert sich mit jedem neuen Kapitel und ermöglicht so ein Erleben der Handlung aus verschiedenen Blickwinkeln.

Meine Meinung

Ich hätte nicht erwartet, so schnell wieder ein Buch von Daniel Illger in der Hand zu halten. Skargat 2 ist nicht nur 30 Seiten länger, als sein erfolgreicher Vorgänger, er schließt auch atmosphärisch gut an den ersten Teil der Reihe an. Überaus positiv fällt auf, dass es auf den ersten 14 Seiten des Buches eine gute Zusammenfassung der Ereignisse des ersten Bandes gibt. „Was bisher geschah…“ ermöglicht es dem Leser, nach über einem Jahr Pause, einen Überblick über die Handlung und die wichtigsten Personen zu bekommen. Der Einstieg in Band 2 gelingt damit ohne Probleme und toll geschrieben ist der Rückblick auch. Sehr gut gemacht, wie ich finde.
Auch im diesmal geht es in der Handlung wieder heiß her. Es gibt natürlich ein Wiedersehen mit den bekannten Charakteren und auch ein paar neue erweitern die Geschichte. Ein mehrseitiges Namensregister am Ende des Buches hilft den Überblick zu bewahren, ohne Informationen aus dem Buch vorweg zu nehmen.
Insgesamt hat mir Skargat: Das Gesetz der Schatten recht gut gefallen. Daniel Illger kann sehr gut erzählen, denn immer wieder beschreibt er seine Welt und die einzelnen Charaktere detailreich, sodass man kaum Probleme hat in die Geschichte einzutauchen. Gelegentlich hätte ich mir jedoch gewünscht, die Handlung wäre etwas zügiger vorangeschritten, wenn sich der Autor ab und zu allzu sehr in Beschreibungen verzettelte. Das mag jedoch nur mein persönlicher Eindruck sein, denn es ist mir beim Lesen dennoch nicht langweilig geworden. Lediglich der Weg zu den Höhepunkten der Geschichte schien mir mitunter etwas zu langatmig, sodass ich zwischendurch auch keine Probleme damit hatte, das Buch für eine Weile aus der Hand zu legen.
Die Charaktere haben mir alle recht gut gefallen, auch wenn es mir schwer fiel zu einem von ihnen eine engere innere Beziehung aufzubauen. Ja, ich kann an dieser Stelle eigentlich überhaupt nicht sagen, welcher Protagonist mir am besten gefallen hat. Am ehesten ist es noch die schwarze Hexe Aiona, die in der zweiten Hälfte des Buches eine wichtige Rolle spielt, sicher jedoch nicht Justinius, Mykar oder Vanice. Woran das liegt, dass ich keinen Draht zu ihnen finde, kann ich nicht sagen, denn Daniel Illger gibt sich wirklich alle Mühe seine Personen im Buch facettenreich und interessant darzustellen und auch die Beziehungen der Charaktere untereinander sind gut aufgegriffen und überzeugend umgesetzt. Bleibt abzuwarten, ob ich im dritten Band meinen Helden oder meine Heldin finden werde. :)
Positiv aufgefallen sind mir die vielen guten Ideen, die der Autor aufgreift und mit ihnen seine Fantasywelt Stück für Stück erweitert. Auch hat mir gut gefallen, dass er einigen seiner Charaktere eine passende Hintergrundgeschichte mit auf den Weg gibt, die sie noch glaubwürdiger werden lässt. So erfährt der Leser zum Beispiel einiges über Vanice‘ Herkunft oder die Vergangenheit des Schwarzen Jägers, dem Anführer der Wilden Horde.
Der Schreibstil ist flüssig und abwechslungsreich. Er ist einerseits ernst, wird jedoch auch immer wieder von Daniel Illgers Humor durchbrochen, wenn er bestimmte Charaktere zu Wort kommen lässt oder diese gelegentlich in das eine oder andere Fettnäpfchen treten. Mir hat das recht gut gefallen. Leider hat mir der große Spannungsbogen etwas gefehlt. Zwar gab es mehrere Handlungsstränge und die Charaktere verfolgten auch die verschiedensten Ziele, allerdings wurden nur die wenigsten davon in Skargat 2 erfüllt. Vielmehr wird die Lösung der einzelnen Quests auf den kommenden Band verlagert, was den zweiten Teil wohl nur zu einem, wenn auch gut gelungenen, Zwischenband macht, der auf den großen Showdown im dritten Band hinarbeitet. Zumindest ist das mein Eindruck. Dennoch kann ich das Buch empfehlen und ich freue mich schon auf Skargat 3, das voraussichtlich im Sommer/Herbst 2017 im Buchhandel erscheinen wird.

4 von 5 Sternen "Eine gut gelungene Fortsetzung des ersten Teils."

4 von 5 Sternen
„Eine gut gelungene Fortsetzung des ersten Teils.“

Mein Fazit

Skargat: Das Gesetz der Schatten ist eine gut gelungene Fortsetzung des ersten Bandes, der dessen Handlung weiterführt und der Welt des Autors noch mehr Leben einhaucht. Das Buch lässt sich gut und flüssig lesen und ist abwechslungsreich geschrieben, ohne jedoch allzu viele (große) Überraschungen für den Leser bereitzuhalten. Neue Charaktere erweitern die Handlung und der Erzählstil ist detailreich und erzeugt eine gute Atmosphäre, die es dem Leser leicht macht in die Welt von Skargat einzutauchen. Dieser zweite Teil der Reihe ist in meinen Augen eine Hinführung zu den Geschehnissen in Band 3. Dennoch ist mir das Buch eine Leseempfehlung wert und ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
An dieser Stelle möchte ich Hobbit Presse/Klett-Cotta für das Rezensionsexemplar danken, das mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde. :thumbup:

Jay

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