Charlie Higson: Die Feinde (engl.: The Enemy)

Meine Oma hat immer gesagt, ich sei zur Hälfte dumm, zur Hälfte klug und zur Hälfte verrückt. (The Kid in: Charlie Higson: Die Feinde)

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Charlie Higson: Die Feinde
Deutsche Taschenbuchausgabe
HEYNE Verlag (2014)

 Zum Inhalt

Alle Menschen über einem Alter von 14 Jahren sind mit einem schrecklichen Virus infiziert, der sie zu reißenden Bestien werden lässt und jetzt müssen die Kinder und Jugendlichen ums Überleben kämpfen. Als die Krankheit ausbrach, fielen ihr Eltern, Polizisten, Politiker, ja Millionen von Menschen zum Opfer. Eine Gruppe aus überlebenden Kindern und Jugendlichen trotzt seit Monaten den Gefahren in den verwaisten Straßen im Norden der Großstadt London. Sie kämpfen um Nahrung und ums nackte Überleben gegen die verbliebenen, immer hungrigen und zombiehaften Erwachsenen, welche die überlebenden Kinder als Freiwild jagen…
Eines Tages erreicht ein einzelner Junge die Enklave der Jugendlichen, die sich in einem Supermarkt verbarrikadiert haben. Er berichtet von einem sicheren Ort im Stadtzentrum, wo es sich gut und besser leben lässt und von weiteren Überlebenden. Von der Aussicht auf eine bessere Zukunft angetan macht sich die ganze Gruppe auf, diesen Ort zu erreichen, quer durch London. Doch das Risiko dieser Reise ist groß und in den Häuserschluchten der Großstadt lauern und jagen die Feinde…

Über das Buch und die Reihe

2009 startete Charlie Higson mit The Enemy eine der erfolgreichsten Jugendbuchreihen in England. Die Reihe unter dem gleichen Namen (The Enemy-Series) sollte zunächst nur drei Bücher umfassen, doch nach dem großen (weltweiten) Erfolg der Bücher einigte sich Higson mit dem Verlag auf insgesamt fünf Bücher und schließlich sieben. The Enemy erschien erstmalig als Hardcover in englischer Sprache bei Penguin Books, das Taschenbuch folgte dann zwei Jahre später im März 2012. In den USA wird die Reihe von Hyperion als Hardcover verlegt.
Seit dem 13. Januar 2014 gibt es The Enemy nun endlich auch in deutscher Sprache unter dem Titel Die Feinde. Erschienen ist das Buch beim HEYNE Verlag und die Übersetzung von Peter Robert ist wirklich vortrefflich gelungen. Umso schlechter ist leider die (quasi nicht vorhandene) Vermarktung als Jugendbuch durch den HEYNE Verlag. Zudem enthält der Klappentext inhaltliche Fehler, denn es handelt sich streng genommen nicht um Zombies (Untote), wie dort beschrieben. Offenbar hat der Autor des deutschen Klappentextes, im Gegensatz zu den englischen Kollegen, das Buch nicht gelesen. :thumbdown:

Erste UK-Hardcoverausgabe von Puffin Books

Erste UK-Hardcoverausgabe von Puffin Books

Zur Handlung und meine Meinung

Die Idee an sich ist eigentlich nicht neu. Man könnte hier bereits Vergleiche mit Michael Grants Gone-Reihe ziehen. Die Erwachsenen sind verschwunden, die Kinder kämpfen ums Überleben. Hier jedoch sind die Erwachsenen die große Gefahr und die Kinder müssen sich in der unwirtlichen Welt gegen sie behaupten. Charlie Higson beschreibt diesen Kampf von Anfang an sehr spannend und eindrucksvoll. Er hält sich nicht erst mit einer langen Einführung auf, sondern kommt gleich auf den ersten Seiten des Buches richtig und erbarmungslos zur Sache. Die Handlung beginnt erst einige Monate nach der großen Katastrophe und der Leser bekommt während des Lesens stückchenweise erste Informationen präsentiert, was wohl genau auf der Welt geschehen ist. Diese Informationen sind jedoch ausschließlich Thesen der Kinder und kommen nicht von einem allwissenden Erzähler. :)
Die Handlung ist sehr straff und weist keine Längen auf. Man kann das Buch einfach nicht weglegen, weil die Geschichte einen immer wieder gefangen nimmt. Spannung, die Angst der Kinder und ihr Kampf ums Überleben sind im Buch ständig zugegen. Man denkt, dass nun endlich eine Verschnaufpause gekommen ist, wird aber bereits auf den folgenden Seiten eines Besseren belehrt. Charlie Higson schreckt durchaus auch nicht davor zurück, Hauptcharaktere für die Handlung zu opfern, um die Spannung aufrecht zu erhalten. Gut gemacht. Manncher heldenhafte Tod geht einem wirklich sehr nahe und macht die schwierige Situation der Kinder nur noch realistischer. Zu bemerken ist auch (ohne zu viel zu verraten), dass die Gefahr nicht nur von den erwachsenen „Zombies“ ausgeht.
Der Autor beschreibt außerdem sehr gut die Gefühle der Jugendlichen in der für sie völlig neuen Situation. Plötzlich müssen sie wie Erwachsene handeln und Verantwortung für sich und andere, insbesondere die viel jüngeren Kinder, übernehmen. Besonders hart trifft es sie dann, wenn sie immer wieder nahe Freunde verlieren und mit dem Verlust umgehen müssen ohne sich dabei selbst aufgeben zu dürfen. Manche wachsen erst mit dieser Aufgabe über sich hinaus.

5 von 5 Sternen "Ein fantastisches Buch!"

5 von 5 Sternen
„Ein fantastisches Buch!“

Mein Fazit

Charlie Higson hat es in meinen Augen vortrefflich geschafft einen guten und spannenden Roman zu schreiben, der den Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln vermag. Es wäre zu erwähnen, das die Handlung auch Gewaltszenen enthält, die für jüngere Kinder wenig geeignet sind. Ich würde das Buch daher erst ab einem Alter von 14 Jahren empfehlen.

 

Wer das Buch in englischer Sprache (Titel: The Enemy) lesen möchte, dürfte wenig Probleme haben. Das Englisch ist für Schüler der Mittelstufe relativ gut verständlich.

 

Aktuellere Taschenbuchausgabe von Penguin Books

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Erste UK-Taschenbuchausgabe von Puffin Books

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Erste US-Hardcoverausgabe von Hyperion

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Buchtrailer

Jay

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