Anna Stephens: Wächter und Wölfe – Das Ende des Friedens (Godblind)

Wächter und Wölfe

Anna Stephens: Wächter und Wölfe
Broschierte Ausgabe
Blanvalet Verlag, 2017

Inhalt

Fast 1000 Jahre sind vergangen, seit die Götter des Lichts die grausamen Roten Götter und deren fanatische Anhänger, die Mirak, aus dem fruchtbaren Königreich Rilpor in die lebensfeindlichen und trostlosen Berge verbannt haben. Doch die Zeit für die Rache scheint nun gekommen, denn der mystische Schleier, der die Roten Götter an ihrer Rückkehr hindern soll, hat an Kraft verloren und gleichzeitig sammeln sich im Königreich Rilpor ihre Anhänger, um im Geheimen den Roten Göttern den Weg zurück zu ebnen. Angestachelt von ihrer fanatischen Hohen Priesterin und ihrem König, bereiten die Mirak einen Krieg vor, der droht das Königreich Rilpor in Blut zu ertränken. Dies sieht auch der Seher Dom vom Klan der Wölfe, der seit Jahrhunderten die Mirak bekämpft. Rillirin ist eine junge Sklavin am Hofe König Liris von Mirak. Als sie Gefahr läuft in einem blutigen Ritual den Roten Göttern geopfert zu werden, gelingt ihr die Flucht aus den Bergen ins Königreich Rilpor, wo sie auf Dom trifft. Rillirin ahnt nicht, dass sie Ereignisse lostritt, die schon bald das Schicksal ganz Rilpors bestimmen werden.

Infos zum Buch

Titel: Wächter und Wölfe – Das Ende des Friedens (engl.: Godblind) Autorin: Anna Stephens
Verlag: Blanvalet (Harpercollins) Reihe: Wächter und Wölfe Seitenzahl: 507 (496)
Erste Auflage: 15. Januar 2018 (engl.: 15. Juni 2017) ISBN: 978-3734161308 (engl.: 978-0008215897)
Ausgaben (ENG): Hardcover, Paperback, E-Book, Hörbuch Ausgaben (D): Broschiert, E-Book

Infos zur Autorin

Anna Stephens

Anna Stephens wurde im Vereinigten Königreich geboren und wohnt mit ihrem Ehemann in Birmingham (England). Schon als Kind besuchte sie egelmäßig die örtliche Bücherei und las alles, was sie interessierte. Bereits mit 10 Jahren stöberte sie in der Erwachsenenabteilung. Wächter und Wölfe – Das Ende des Friedens ist ihr Debütroman und erschien 2017 unter dem englischen Titel Godblind.

Meine Meinung

Gute Fantasybücher, die suche ich immer. Nachdem ich im letzten Jahr eine ziemlich lange Leseflaute hatte, ist so manches vielversprechendes Buch an mir vorbeigegangen. Wächter und Wölfe wurde inzwischen auf so manchem Blog rezensiert und wird immer wieder als Fantasy-Debüt des Jahres 2017 bezeichnet. Nun, dann musste ich es wohl mal lesen. Nicht zuletzt, um mitreden zu können. Bereut habe ich die Stunden keinesfalls, denn das Buch ist wirklich ein gut gelungenes Debüt.
Ich muss sagen, mir fiel es nicht schwer in die Geschichte einzutauchen. Gleich zu Beginn geht es schon spannend los und Stephens Schreibstil nimmt einen recht schnell gefangen. Ich kann daher manche Rezensenten nicht verstehen, die das Buch mit dem Argument einer zu einfachen Sprache abtun, da habe ich schon wesentlich schlimmeren, vielfach gehypten und überbewerteten Schund gelesen und kann die Kritik nicht so ganz nachvollziehen. Naja, Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und man darf auch nicht vergessen, dass es sich hierbei um das Debüt der Autorin handelt, die zukünftig sicher noch einiges an Erfahrungen sammeln wird. Soweit ich das beurteilen kann, und ich habe schon recht viel Fantasy gelesen, ist ihr der erste Roman aber ziemlich gut gelungen.

Die Geschichte ist vielschichtig und beinhaltet eine ganze Reihe interessanter Charaktere, die mir irgendwann nicht einfach egal waren, was bedeutet ich konnte mich in sie hineinversetzen und ich mochte sie. Die junge Sklavin Rillirin ist eine der Hauptcharaktere und es hat mir gefallen, wie sie sich langsam von einem scheuen und zerbrechlich wirkenden Mädchen zu einem später doch recht starken Charakter entwickelte. Wie alle anderen Pro- und Antagonisten hat sie ihre Stärken und Schwächen, was sie glaubhaft macht. Aber auch Dom, der Seher des Klans der Wölfe, hat seine Ecken und Kanten und seine Vorgeschichte birgt so manches Geheimnis. Für den Leser ist er nur schwer einzuordnen. Seine kräftezehrenden, nächtlichen Visionen sind lebhaft beschrieben und tragen gut zur Spannung im Buch bei, ebenso wie die Erlebnisse der anderen Hauptpersonen. Von denen gibt es eine ganze Reihe und die Handlungsstränge wechseln mit jedem neuen Kapitel zwischen ihnen hin und her. Manche bleiben im Buch etwas oberflächlich, allerdings hoffe ich, dass sich das in den beiden Folgebänden noch ändern wird. Das Potential für noch mehr Tiefgang ist jedenfalls vorhanden und man muss einfach abwarten, was Anna Stephens daraus machen wird.

Während es im ersten Drittel des Buches gelegentlich noch kleinere Längen gibt, nimmt die Handlung nach 150 Seiten ganz gehörig an Fahrt auf. Ausklappbare Landkarten auf den Innenseiten des Covers helfen dem Leser einen Überblick über die Orte des Geschehens zu behalten. Leider fehlt ein Personenglossar. Da es um den Thron von Rilpor geht, erinnern die Ereignisse ein wenig an Das Lied von Eis und Feuer (A Game of Thrones). Die Handlung entwickelt sich langsam und nimmt oftmals auch überraschende Wendungen. Sie wird getragen von Doms Visionen, zahlreichen temporeichen Kämpfen, Schicksalsschlägen und Intrigen, die es den Lesern schwer machen die weitere Entwicklung vorauszusehen und die wahren Absichten der Personen zu durchschauen. Mir hat das sehr gut gefallen. Die Kämpfe sind detailliert beschrieben und blutig, jedoch noch im erträglichen Maß. Für Kinder ist das Buch allerdings nicht unbedingt geeignet. In Wächter und Wölfe nimmt sogar Homosexualität einen etwas größeren Raum ein, als ich es bisher in anderen Fanatsyromanen gefunden habe. Die Liebe zwischen zwei Männern ist ein (kleines) Thema, ohne jedoch kitschig und gezwungen zu wirken.

Positiv sei auch anzumerken, dass sich die Autorin nicht scheut immer wieder kleinere Zeitsprünge zu machen, was die Handlung ungemein strafft und vorwärtstreibt. Zwischendurch glaubte ich bisweilen tatsächlich, es handle sich um einen eigenständigen Roman, der mit Seite 507 abgeschlossen sein würde, so zügig ging es voran. Inzwischen weiß ich jedoch, dass es insgesamt ein Dreiteiler werden soll und die Autorin offenbar noch einiges mehr für ihre Leser parat hält. Zum Schluss hin überschlagen sich die Ereignisse regelrecht und die Geschichte nimmt dramatische Wendungen, wodurch man zwangsweise ein wenig in der Luft hängt, hat man die letzte Seite erst einmal gelesen. Die Vorfreude auf den zweiten Teil ist bei mir jedenfalls da. Darksoul soll am 21. Mai 2018 erscheinen, die deutsche Übersetzung etwas später.

Mein Dank geht an den Blanvalet Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

4.5 von 5 Sternen
„Ein gut gelungenes Fantasy-Debüt.“

Mein Fazit

Mit Wächter und Wölfe – Das Ende des Friedens hatte ich seit langem mal wieder einen Fantasy-Debüt in den Händen, dass mich überzeugen konnte. Es war abwechslungsreich und spannend und konnte mit guten Ideen und einer vielschichtigen Geschichte überzeugen. In die Charaktere konnte ich mich gut hineinversetzen und ich bin gespannt, wie sie sich in den noch folgenden beiden Büchern entwickeln werden. Vermisst habe ich lediglich ein Personenverzeichnis im Anhang, damit man über die Namen der Charaktere einen besseren Überblick behalten kann.

Covergalerie

 

Jay

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