Allen Zadoff: Boy Nobody

I had feelings once, too. I think I did. But that was a long time ago.
(Allen Zadoff: Boy Nobody)

Allen Zadoff: Boy Nobody (2013)

Allen Zadoff: Boy Nobody
(2013)

Inhalt

Boy Nobody ist der unscheinbare Neue in der Schule, den kaum einer bemerkt. Er kommt in eine neue Schule, in einer neuen Stadt, mit einem neuen Namen, schließt Freundschaften und bleibt nicht lange. Gerade lange genug, bis jemand in der Familie eines neuen Freundes stirbt – eines „natürlichen Todes“. Mission erfüllt. Boy Nobody verschwindet und wendet sich der nächsten Zielperson zu.
Dass seine Eltern keines natürlichen Todes starben, entdeckte Boy Nobody schon mit elf Jahren. Schon kurz darauf befindet er sich in den Fängen des Programms, einer geheimnisvollen Organisation der Regierung, die Kinder einer Gehirnwäsche unterziehen und zur Spionageabwehr, sowie als Auftragskiller einsetzen. Doch irgendwo ganz tief in ihm drin, ist Boy Nobody noch der Junge, der er einst war. Ein Junge, der ganz normal sein möchte, der sich ein richtiges Zuhause wünscht und seine Familie zurück. Ein Junge, der ausbrechen will, um frei zu sein. Als er in seiner sechsten Mission auf Sam trifft, die Tochter seiner prominenten Zielperson, gestaltet sich der Auftrag weitaus schwieriger als erwartet. Boy Nobody könnte plötzlich an einem Punkt angelangt sein, an dem er sich gegen seine Auftraggeber wenden wird…

Zum Buch

Boy Nobody wurde am 11. Juni 2013 bei Orchard Books in England und bei Little Brown Books for Young Readers in den USA veröffentlicht. Die Taschenbuchausgabe erhielt in den USA einen anderen Titel: I am the Weapon. Seitdem wurde das Buch für verschiedene Jugendbuch-Preise nominiert.
Boy Nobody ist der erste Teil einer Trilogie mit dem Titel The Unknown Assassin. Es wurde bereits in verschiedene Sprachen übersetzt.
Ich habe Boy Nobody auf Englisch als eBook gelesen. Die gebundene, deutsche Ausgabe hat 336 Seiten und unterscheidet sich im Umfang nicht wesentlich von der englischen. Die Handlung ist in 77 Kapitel unterteilt, die zum Teil sehr kurz sind. Dadurch lässt sich das Buch angenehm lesen. Erzählt wird durchweg aus der Ich-Perspektive der Hauptperson. Das Cover der deutschen und englischen Ausgaben unterscheidet sich grafisch nicht. Übersetzt wurde das Buch von Petra Post und Andrea von Struve. Die Fortsetzung erscheint im Juni/Juli 2014 unter dem Titel Fearless.

Meine Meinung

Ich habe Boy Nobody auf Englisch innerhalb von nur drei Tagen gelesen. Es war eine kurzweilige Lektüre, die mich fesseln konnte. Allen Zadoffs Idee für die Hauptperson Boy Nobody fand ich gut. Ein jugendlicher Auftragsmörder, der für eine geheimnisvolle Regierungsorganisation arbeitet, war für sich allein schon spannend genug. Allerdings bin ich nicht in allen Bereichen mit der Umsetzung der Handlung zufrieden. Der Sprachstil ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Die Sätze sind kurz und knapp gehalten und es wird durchweg aus der Ich-Perspektive erzählt. Die Hauptperson nimmt dadurch den gesamten Raum im Buch ein. Der junge Protagonist war mir, obwohl er fast durchweg völlig emotionslos erscheint, als Leser durchaus nicht unsympatisch. Die menschliche Kälte, die Boy Nobody anhaftet, ist wohl seiner harten Ausbildung zum Killer und der Strenge von „Vater“ und „Mutter“ (so nennt er seine Auftraggeber, denen er quasi hörig ist) geschuldet. Geht man davon aus, dass Boy Nobody einer Gehirnwäsche unterzogen wurde, dann lässt sich seine (fast) bedingungslose Hörigkeit nachvollziehen. Ernste Zweifel an seinem Tun treten bei ihm erst im weiteren Verlauf der Handlung auf. Kein Kritikpunkt hier, denn es passt gut zur Person. Ich hoffe jedoch, dass sich dies im Folgeband ändern wird und Boy Nobody eine charakterliche (vor allem eine emotionale) Weiterentwicklung erfährt. Im vorliegenden ersten Buch kann man bereits Ansätze von Gefühlsregungen erkennen, auch wenn sie für Boy Nobody fremd zu sein scheinen, denn schließlich steht für ihn steht die Erfüllung seines Auftrags an erster Stelle und da will er sich keine Gefühle erlauben, da diese die Mission gefährden könnten.

“Why did you help me?” he says.
I’m wondering the same thing. Why would I choose to expose myself in this way? In any  way? Stupid. Damn stupid. But it felt good, too. That’s the part I’m having trouble understanding. “I don’t know,” I say to Howard.
(Allen Zadoff: Boy Nobody)

Liebe ist für ihn ebenso ein abstrakter Begriff. Ich bin gespannt, was der Autor noch daraus macht. :idea:
Nicht jeder Aspekt lässt sich immer nachvollziehen, insbesondere betrifft das Boy Nobodys (kaum vorhandene) Reaktion zum Tod der leiblichen Eltern auf der einen Seite und seine vergleichsweise gute Beziehung zu „Mutter“ und „Vater“ auf der anderen. Boy Nobody will seinen Auftraggebern in allen Punkten gefallen. Hierbei wird deutlich, wie sehr er sich nach Anerkennung sehnt, denn er vermisst seine leiblichen Eltern, die von jenen getötet wurden. :cry:
Leider erfährt man als Leser hierzu ziemlich wenig. Es gibt zwar hin und wieder kurze Rückblenden, aber viele Hintergründe zur Hauptperson und was z. B. während seines „Trainings“ geschah, bleiben im Dunkeln. Hier hätte ich mir in diesem ersten Band des Dreiteilers schon etwas mehr erhofft. Ich hoffe mal, es kommt noch einiges hierzu nach. :)
Die Handlung schreitet in Boy Nobody zügig voran und ich konnte für mich keine Längen finden. Die notwendige Action kommt nicht zu kurz und es gibt auch die eine oder andere Überraschung. Nichts anderes erwarte ich von einem guten Jugendbuch. Daher gibt es von mir, trotz der angesprochenen Kritikpunkte, eine Leseempfehlung. :thumbup:

3.5 von 5 Sternen "Spannend und abwechslungsreich mit kleinen Schwächen."

3.5 von 5 Sternen
„Spannend und abwechslungsreich mit kleinen Schwächen.“

Fazit

Boy Nobody ist eine spannende und abwechslungsreiche Geschichte, die jugendlichen und erwachsenen Lesern gefallen könnte. Durch den knappen Schreibstil lässt sich das Buch flüssig lesen. Für den Hauptcharakter hätte ich mir jedoch etwas mehr Tiefgang und Hintergrundinformationen gewünscht, was hoffentlich in der Fortsetzung aufgefangen wird. Sonderlich viele Weisheiten wird man in dem Buch nicht finden. Vielmehr handelt es sich um leichte, kurzweilige Unterhaltung mit dem nötigen Maß an Action und interessanten Charakteren. Ich freue mich bereits auf die Fortsetzung.

Ich habe das Buch auf Englisch gelesen. Kurze, einfache Sätze machen es gut lesbar, auch wenn das Englisch nicht mehr ganz frisch ist.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This Blog will give regular Commentators DoFollow Status. Implemented from IT Blögg

Facebook IconTwitter IconFolgt uns mit Bloglovin'Folgt uns mit Bloglovin'Folgt uns mit Bloglovin'